Awareness-Walk, der Weg der Achtsamkeit

Mit Mitgefühl gehen oder laufen

Jede Meditationstechnik zielt darauf ab, Wahrnehmung von der beurteilenden und selektierenden Wirkung des Intellektes zu befreien. Eine meditative Erfahrung kann am treffendsten damit beschrieben werden, dass der Meditierende zur klaren und nicht fokussierenden Wahrnehmung selbst wird. Der Meditierende selbst rückt dabei aus dem inneren Blickfeld. Das mag als Indiz dafür gelten, dass ein gewohntes Erlebnis als Individuum nur eine mögliche Sichtweise ist. Die Sichtweise des Meditativen ist nicht identifizierend, nicht beurteilend.


Beruhigendes Gehen, dynamisches Laufen

Awareness-Walk kann sowohl beim Gehen geübt werden, als auch beim Laufen - also beim Joggen. Während Gehen beruhigender ist und sich vor allem abends vor dem Schlafengehen anbietet, ist Laufen dynamischer und mehr als das Gehen körperbezogen, es lässt die Funktion des Kreislaufes und der Atmung mehr in den Vordergrund treten.

Beide Varianten sind im Ablauf aber prinzipiell gleich.

Das besondere Merkmal der Technik ist die Förderung des Körperbewusstseins und damit verbindend das sehr intensive Erleben der Umgebung.

Awareness-Walk beginnt mit der Wahl eines geeigneten Ortes. Am besten geeignet sind Wald- und Feldwege ohne asphaltierten Untergrund. Ganz besonders schön ist es, Awareness-Walk barfuss zu erleben!


Erstmal innerlich Loslassen

Zum Beginn des eigentlichen Gehens oder Laufens gehört das innere Loslassen. Du machst dir bewusst, dass du jetzt nur hier bist, um zu Gehen. Gedanken lässt du auftauchen, aber du hältst nicht daran fest. Du lässt sie los. Du lässt sie passieren, wie Fußgänger, die dir begegnen.

Im Gehen richtet man seine Aufmerksamkeit auf die Bewegung seines Körpers. Nur die Muskeln sollen aktiv sein, die für das Gehen notwendig sind.

Oft sind es das Gesicht und der Rücken, deren Muskeln unnötigerweise angespannt sind. Mit zunehmend wohltuender Lockerung kann es geschehen, dass die Arme beim Gehen mehr schwingen, als sie es in gewohnter Weise tun. Lasse deinem Körper absolute Bewegungsfreiheit. Es ist eine Folge des Loslassens als innerer und äußerer Entspannung.


Mutter Erde spüren

Nach dieser ersten Phase des Entspannens mache dir bewusst, dass die Erde, auf der du gehst, deine wahre Mutter ist. Deine leibliche Mutter ist das Tor, durch das du gekommen bist. Mit Mutter Erde bist du dein ganzes, menschliches Leben lang eng verbunden. Halte Schritt für Schritt Kontakt zu ihr. Sie nährt dich, hält deinen Körper am Leben. Was du auch zu dir nimmst, es ist ein Geschenk von Mutter Erde. Im Grunde bestehst du, wie alle anderen Wesen dieser Welt, aus ihr selbst. Im Grunde unterscheidet dich fast nichts von allen anderen Wesen. Es sind nur die äußere Form, die physischen Funktionen, die intellektuellen Fähigkeiten.


Unendliches Mitgefühl beim Gehen

Als Nächstes legst du in jeden deiner Schritte unendliches Mitgefühl. Jeder Kontakt deiner Füße mit Mutter Erde ist wie eine zärtliche Umarmung. Unser aller Urwunsch ist Glück und Nicht-Leid. Was du der Erde antust, tust du allen Wesen dieser Welt an " einschließlich dir selbst! Mitgefühl ist Mit-Fühlen, Sich-Einfühlen, Sich-Einstimmen, gepaart mit dem tiefen Wunsch für Glück und Nicht-Leid. Diese Sichtweise wird dich deine innige Verbundenheit mit der gesamten belebten Natur spüren lassen. Es kann passieren, dass du beginnst zu lächeln. Es ist der Beginn eines Glücksgefühls und es ist das Lächeln, das alle Wesen verstehen und erwidern. Besonders Blumen sind wahre Künstler ekstatischen Lächelns.

Achte während des Gehens darauf, den inneren Kontakt zur Erde zu erhalten. Dein Gehen wird sich im Laufe der Übung ganz sicher immer wieder verändern. Deine Schritte werden vielleicht sehr langsam werden. Sehr wahrscheinlich werden sie weicher und fließender. Deine Bewegungen können zu einem Tanz werden, der die ganze Umgebung mit einbezieht. Möglicherweise wird es dir ein wenig seltsam vorkommen, aber die Beurteilung kommt vom Kopf und sollte ebenso akzeptiert, wie unbeachtet bleiben.


Awareness-Walk kann sehr genussvoll sein. Mit etwas Übung kann sie eine der genussvollsten Meditationstechniken überhaupt werden.


Michael Vimal Prarthi


Michael Vimal Prarthi Heger beschreibt auf dieser Seite, wie man mit Bewusstheit gehen oder laufen kann. Diese Laufmeditation ist wunderbar auszuprobieren. Meditation beim Gehen bedeutet zum Beispiel die Natur durch die Füße zu fühlen.

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