Der krumme, geradlinige Weg
Durch Meditation lösen sich Konzepte und Glaubenssätze auf und der vorher geradlinige Weg sieht plötzlich ganz krumm aus. Dinge passieren, die neu und ungewohnt sind und die Frage taucht auf: Dieser komische und unlogische Weg, den ich gehe, der soll der richtige sein?
Im Nachhinein wird alles logisch
Wenn du erst einmal angkommen bist, dann wirst du die Logik jedes Schrittes erkennen, den du gemacht hast. Du wirst begreifen, warum du springen musstest, warum du den oder den anderen Schritt tun musstest. Damals, als du ihn nahmst, war überhaupt nichts klar. Nichts war sicher und es gab keine Garantie für die Richtigkeit des Handelns. Du bist trotzdem gegangen, weil du deinem Gefühl und nicht deinem Denken vertraut hast. Nachträglich, wenn du dann auf diese Zeit zurücksiehst, kannst du das Denken wieder einschalten. Dann ist es einfach, den Strom von Logik zu erkennen, der unter allen deiner Schritte lag.
Diejenigen, die angekommen sind, verhalten sich sehr logisch. Aber diejenigen, die auf dem Weg sind, werden nie ankommen, wenn sie versuchen, logisch zu sein. Dieses Paradox muss verstanden werden. So kommt es, dass die Aussagen von Buddha, Tilopa, Saraha und Atisha wirklich sehr logisch sind, doch das nur für diejenigen, die ebenfalls angekommen sind. Wenn du dich auf das Ziel, das Höchste, zu bewegst, dann ist alles vage und hinter einer Wolke versteckt. Am Nachmittag wird der Nebel verschwunden sein. Doch das muss erst noch passieren.
Deine Vision ist anders als die der anderen
Lasse also die Anleitungen, die dir vom Meister gegeben werden in dich einsinken, fühle sie und verarbeite sie, doch halte sie nicht für Gott-gegeben. Ein paar Unterschiede zu deinem Weg wird es unausweichlich geben. Ein paar Dinge werden dir auf deinem Weg begegnen, die Atisha oder irgendeinem anderen Meister nicht passiert sind. Es gibt so viele Wege wie es Menschen gibt. Keiner kann auf deinem Platz stehen. Sogar diejenigen, die ganz nahe bei dir stehen, schauen nicht von dem gleichen Platz wie du. Deine Sicht der Dinge wird ein wenig anders sein, als der Person, die neben dir steht und deine Hand hält. Keine zwei Menschen sehen die Welt in genau gleich, das ist unmöglich. Jeder muss von seinem eigenem Platz ausgehen.
Osho, The Book of Wisdom #5
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Wenn man meditiert, dann beginnt sich der vorher meist geradlinige Weg zu krümmen, durch Meditation finden sich neue Wege, die scheinbar nur schlecht zum dem vorigen passen. Im Nachhinein ist jeder Weg mit Meditation logisch und die Teile fügen sich zusammen.
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