Sorglos und entspannt leben

Sorglos und entspannt leben

Ein Gedicht des Zenmeisters Ryokan

Ohne dem kleinsten bisschen Ehrgeiz übrig
lasse ich meine Natur fließen
wo sie hin will.
Es gibt noch für zehn Tage Reis
in meiner Tasche
und neben dem Herd
ein Bund Feuerholz.

Wer plappert da von Illusion oder Nirvana?

Ich vergesse den gleichen nichtssagenden Staub
von Namen und Reichtum,
und während ich auf den nächtlichen Regen höre,
wie er auf das Dach meiner Hütte prasselt,
sitze ich entspannt,
beide Beine ausgestreckt.


Tief durchatmen und das Leben genießen

"Zen-Meister Ryokan ist ein ausgesprochen klarer und scharfsinniger Mensch, der die Dinge sagt, wie sie sind ...

Ohne dem kleinsten bisschen Ehrgeiz übrig, lasse ich meine Natur fließen wo sie hin will. Keine Richtung, kein Schicksal, das ich erfüllen muss. Ich gebe meiner Natur die totale Freiheit.

Es gibt noch für zehn Tage Reis in meiner Tasche. Das ist genug. Wer lebt mit Gewissheit länger als zehn Tage? Das ist genug. Die Natur hat bis hierher gesorgt, sie wird sich auch nach zehn Tagen weiterhin kümmern. Ich brauche nichts zu sammeln, es ist genug da.

Und neben dem Herd ein Bund Feuerholz. Welcher Reichtum! Was für eine Zufriedenheit in äußerster Armut! Sogar Könige könnten auf diesen Menschen neidisch sein.

Wer plappert da von Illusion oder Nirvana? Wen kümmerts, ob ich erleuchtet bin oder nicht, ob ich in Illusionen lebe, in einem Traum oder in Nirvana? Im Erwachen, wer plappert da?

Ich vergesse den gleichen nichtssagenden Staub von Namen und Reichtum ... Alles ist der gleiche Staub, der Name wie das Schicksal.

... während ich auf den nächtlichen Regen höre, wie er auf das Dach meiner Hütte prasselt ... beide Beine ausgestreckt Entspannt, dem Tanz des Regens auf dem Dach zuhörend ... Das ist die richtige Art und Weise das auszudrücken, was nicht auszudrücken ist. Ryokan beschreibt äußerste Entspannung, keine Sorge, noch nicht einmal ums Nirvana, alles ist so still ...

Er sagt: Ich sitze entspannt, beide Beine ausgestreckt, als ob die Zeit still sehen würde und nichts irgendeine Bedeutung hat. Das ist der Zustand, von dem du sagen kannst, dass du Zuhause angekommen bist.

Osho, Zitat - Auszug aus The Original Man #1


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