Man lernt zu sterben

Das Leben scheint nie genug zu sein, der Tod kommt immer zu früh. Stellt euch nur einmal vor, jetzt, in diesem Moment zu sterben ... Es wäre zu früh. 1000 Jahre wären nicht genug. In der Meditation erfährt sich ein anderes Leben, das, was niemals stirbt. Durch Meditation entsteht die innere Gewissheit, dass Sterben und Leben zusammen gehören. Die Hingabe an diese Erfahrung bringt Dankbarkeit mit sich.

Hingabe an die Realität

Ich habe ungefähr 30 Websites zu dem Thema Meditation und Sterben befragt, und keine zündet mich an. Ich habe köstliche Weisheiten gelesen, wunderbare Worte, auch aus Erfahrung, doch nichts erreicht mich wirklich. Den ganzen Tag über warte ich darauf, dass Klarheit zum Thema für den heutigen Noseletter entsteht. Ich habe soviel meditiert in meinem Leben, ich werde doch wohl beschreiben können, was es heißt, in der Meditation zu sterben! Ich habe es doch selbst erlebt.

Ich stehe auf, gehe zum Kühlschrank, dann zur Schokolade, dann zum Bett, dann zu eingehenden Emails, dann zu den Fischen und wieder zurück zum Noseletter. Ich lese, verarbeite... und lese wieder Einsichten über den Tod des Egos, über Dharma, über Tao, über All Eins Sein, über loslassen, über da sein lassen, über nichts tun können und nichts tun, beobachten, wahrnehmen, sich hingeben, sich auflösen... über bewusste Dankbarkeit, über die innere Natur, über spirituelle Krisen, über Gier und Hass als Urgrund des Nicht Verstehens, über die Illusion des ICH ...

Doch was ich auch lese, es bleiben Worte. Ich schaue bei mir: Viele Vorstellungen sind auf meinem Weg durch den Prozess von Meditation gestorben. Viele Pläne, Wünsche, Träume. Auch wenn ich meist dabei erzitterte, so vertiefte sich das Vertrauen ins Leben.

Lernen, zu sterben und zu vertrauen

In diesem Moment stirbt mein Anspruch einen klaren, leichten, wissenschaftlichen und erfreuenden Noseletter zu schreiben. Ein unangenehmes Gefühl. Ich bleibe ein paar Momente dabei, mit dem Gefühl von Misserfolg im Magen, dem dumpfen Schmerz und sterbe. Lasse los. Okay. Der Schmerz ist immer noch da, aber er wird schwächer. Die Wahrnehmung von Vertrauen dehnt sich aus. Es ist, wie es ist.

So kann ich aus meiner eigenen, gegenwärtigen, momentanen Erfahrung sagen, dass Sterben zunächst unangenehm ist. Hingabe an das, was ist, befreit.


*

Ein Haiku

Schmetterlinge folgen liebevoll
dem Blumengebinde
auf dem Sarg.


Alles Liebe
von
Samarpan


PS: Eine Chirurgin, die Meditation kennen gelernt hat, lehrt Ayurveda Yoga Massage

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