Von Nonnen und deren Schläfenlappen

Es gibt Versuche in der Wissenschaft, Meditation biologisch, neurologisch, psychologisch, physiologisch ... kurz, auf allen Ebenen des Körpers zu erklären. In Studien von Andrew Newberg, von der Universität Pennsylvania Medical School, wird berichtet, wie sich mystische Erfahrungen im Gehirn auswirken. 36 Nonnen wurden während sie beteten untersucht. Immer wenn sie sich "Gott" nahe fühlten, zogen sie an einem Messband, worauf ihre Gehirnaktivität gescannt wurde. Es zeigte sich, dass die Schläfenlappen besonders niedrige Aktivität während dieser Zeit hatten und damit sei das "All-Eins-Gefühl" zu erklären. Der weltweit bekannte Autor und für authentische Spiritualität eintretende Ken Wilber bezeichnete es als albern, mystische Erfahrung wie "neurologische Rülpser" zu behandeln. Nach dem Studium unzähliger Untersuchungen über Meditation, bin ich ihm höchst dankbar für diesen Ausspruch. Meditation bringt Unglaubliches im Körper-Geist-System zustande, was nicht mehr angezweifelt werden kann. Für diesen Noseletter erlaube ich mir jedoch eine Pause von dem Gewirr an klinischen Fachausdrücken und beschreibe die Meditationserfahrung eines ganz normalen Menschen. Mir selbst.

Meditation passiert im täglichen Leben - ein Erfahrungsbericht

Nach ziemlich anstrengenden Körperübungen war das Still Sitzen gut für mich, es hat mir Spass gemacht. Die Beine sind zwar manchmal eingeschlafen, doch sonst war alles ziemlich wach innen drinnen. Die Gedanken plapperten vor sich hin ... Es ist nichts Großartiges passiert, außer, dass ich irgendwie mehr Kontakt zu mir selbst habe.

Danach, in der Arbeit war ich zunächst erschöpft, das Denken wollte nicht so richtig losspurten. Interessanterweise haben sich die Dinge trotzdem erledigt. Das war eine gute Erfahrung. Ich dachte, ich würde nichts tun, und am Ende des Tages war dann doch alles erledigt.

Einmal hatte ich Feuer gefangen, als mich eine Frau am Telefon mit einer schon besprochenen Sache erneut nervte. Ich bemerkte, wie meine Stimme gemein wurde und zügelte mich. Die Frau hatte auf meine leicht gewaltsame Stimme störrisch reagiert. Ganz natürlich wurde klar, dass gemein sein in diesem Fall nichts helfen wird. Ich lenkte ein, gab uns eine Auszeit und sagte, ich würde das noch mal prüfen und später zurückrufen. In der Auszeit hatte ich eine neue Idee und schliesslich löste sich alles in Wohlgefallen auf.

Ein gutes Beispiel dafür, wie Wachheit und Aufmerksam-Sein nach der eigentlichen Meditationszeit nachwirken. Als ich von der Arbeit nach Hause radelte, entdeckte ich mich als neidisch. Eine schöne junge Frau fuhr in einem schwarzen Flitzer vorbei und ich erkannte, dass diese jugendliche Zeit für immer vorbei war. So etwas wie Neid drang mir in den Magen.

Eine Stunde still sitzen am Tag und während des restlichen Tages werden Gedanken laut und Gefühle überdeutlich.

Meditation ist, sich in freundlicher Art mit dem vertraut machen, was in unserem Körper und Denken vorgeht, sagt Sakyong Mipham, ein buddhistischer Mönch. Das kann alles Mögliche sein, Eifersucht, Ärger oder andere Gefühle und Gedanken. Hier ein Link zu einem kurzen, empfehlenswerten Vortrag in englischer Sprache, den ich sehr interessant zum Thema Meditation im Alltag finde. "Meditation is like drinking water"


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Wer in diesem Noseletter die wissenschaftlichen Links vermisst, hier noch drei zum Schmökern:

Wissenschaftler scannen Gehirne von Nonnen

Spiritualität auf Knopfdruck

Gott und das Gehirn: Wie wir auf Spiritualität programmiert sind

Mehr Laborwissenschaft dann im nächsten Noseletter ...


Viel Spaß beim Meditieren

wünscht euch

Samarpan


PS:Seid ihr schon mal durch ein Sternentor gegangen? Nein? Dann schaut mal hier drauf ...

PPS: Auf FindYourNose.com gibt es zwei neue Navigationspunkte zum Thema Meditation -- Einen unter Lieben, den anderen unter Arbeiten ....

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