Wie sich ein schüchterner Mensch heilt
Gyan ist aus Israel und Komiker von Beruf. Der Weg dorthin war ncht leicht für den schüchternen und introvertierten jungen Mann. Eine Vision half ihm dabei, seinem vergrabenen Wunsch, sich zu zeigen und lustig zu sein, nachzufolgen.
Ein Komiker wird geboren
Ich hatte eine Vision. Ich sah mich auf der Straße stehen, mit psychedelischen Farben angemalt und komischen Kleidern. Leute schauten mir zu und ich bewegte mich. Ich war fröhlich und ganz mit meinem Körper verbunden und die Menge war davon angezogen. Ich war lustig und strahlte einen inneren Spaß aus. Und die Leute bezahlten mich großzügig. So heile ich mich selbst, das war meine Vision. So verdiene ich meinen Lebensunterhalt in der respektvollsten Weise, die ich mir vorstellen kann. Die Vision hörte auf und mit Tränen in den Augen lief ich weiter durch das fremde Tokyo.
Es gab dann nur noch das kleine Problem, die nette spirituelle Vision ins Leben zu bringen. In meinen Träumen war ich ein höchst ausdrucksfähiger Mann. In der Wirklichkeit war ich eine unbeholfene Kreatur, ganz furchtbar schüchtern und ohne irgendeine Erfahrung mit Aufführungen. Der Künstler meiner Träume strahlte eine Art extrovertierten Spaß aus, er war entspannt und die Atmosphäre um ihn herum war warm. In Wirklichkeit aber strahlte ich nur eines aus: eine schräge Introvertiertheit. Ich war 23 Jahre alt und der innere Verrückte war entschlossen, heraus zu kommen und sich damit zu heilen. Es gefiel mir, inneren Mut und Stärke zu finden. Ich entschloss mich dazu, den Traum in Realität zu verwandeln.
Eine japanische Freundin zeigte mir ein paar Stretching und Kraft-Übungen. Sie kannte auch ein paar grundlegende mimische Bewegungen. Ich kaufte einen billigen Überwurf und begann zu arbeiten. Jemand gab mir einen riesigen Ghetto Blaster, den ich jedoch auf dem Parkplatz vergaß. Abends dann waren wir auf der Straße. Wir führten ein paar Nummern vor, an die ich mich nicht mehr erinnere, weil ich mich dafür schäme. Ich kann mich an die schmerzlichen Details nicht mehr erinnern, nur dass es ziemlich erbärmlich war.
Als wir heimkamen fühlte ich mich großartig. Wir hatten es geschafft! Und wir verdienten 1000 Yen (ungefähr 6 Euro)! Von jetzt an war ich täglich auf der Straße. Jedes Mal probierte ich neue Ideen aus. Die ersten Experimente waren schrecklich. Die Vorführung hatte kein klares Thema. Ich war schlecht gekleidet und geschminkt. Die Leute gaben Geld, doch das wohl aus Mitleid für diesen seltsamen Fremden.
In meinem Herzen erinnerte ich mich an meine Vision, bei der ich soviel Freiheit in meinem Körper gespürt hatte und das ließ mich weitermachen. Ich hatte einfach genug davon, diese schräge Person zu sein, die nur mit ihren negativen und verwirrten Gedanken beschäftigt war. Ich wollte in Kontakt mit meinen fließenden, coolen, sexuellen Energien in meinem Körper kommen....
Gyan hat es geschafft. Mit viel Übung und Ausdauer, mit Mut und Durchhaltevermögen, durch Meditation, die ihm die Entspannung und Ruhe vor dem Publikum brachte und einem unerschütterlichen Festhalten an seiner Vision ... Ich habe ihn im Osho Meditation Resort als Alleinunterhalter erlebt. Man kann den schüchternen Menschen immer noch sehen, er zeigt seine Eigenart jetzt bewusst. Er macht sich über sich selbst lustig. Ich habe über ihn herzlich lachen können. Er ist zu dem warmherzigen Komiker geworden, der er sein wollte.
Gyan sagt selbst:
Eine Verwandlung ist passiert. Das alte unbeholfene Selbst ist abgestreift. Die Mauern um mich herum beginnen zu schmelzen. Ich genieße es, mehr und mehr in meinem Körper zu sein. Ich genieße es, mich zu bewegen, zu laufen, zu rennen und mich auszudrücken. Ich habe etwas unglaublich Wertvolles gefunden. Und dabei hat die Suche erst begonnen!
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