Signs von Jwala

**Jwala hat eine besondere Kunst in sich entdeckt: Sie schreibt in bewusster Art aus einem inneren Zustand von "Sein" kommend - so wie das seit jeher die Kalligraphie Meister in der Zen Tradition machen. Im folgenden beschreibt sie, wie zehn Signs - Zeichen - analog der "Zehn Stiere im Zen" entstanden sind. Die zehn Stiere sind eine Bilderfolge, die die Reise eines Suchers beschreibt.**

Europäische Kalligraphie

In meinen Räumen brennen viele Kerzen. Ich versuche, ohne Kunstlicht zu arbeiten oder zumindest mit abgedimmten Licht. Musik. Am Liebsten arbeite ich nachts. Wenn es draußen dunkel ist und die Nacht noch vor mir liegt. Wenn nichts und niemand mich ablenkt.

An diesem Tag war ich total inspiriert von den uralten Texten der zehn "Stiere des Zen", die ich abgebildet mit den zehn Zeichnungen von Kakuan in der Osho Times fand. Und ich hatte das totale Bedürfnis, "die 10 Stiere des Zen" als Signs zu schreiben. Ohne nur mit einem Wort auf "Hirte" oder "Stier" einzugehen. In einer Jetzt-und-Hier-und-Ich-Sprache. Dabei kam es mir nicht auf die Handschrift an, sondern darum, Worte zu finden, die mich in meinem Menschsein, auf meinem ureigenen Weg zeigen und beschreiben. Bei der es auch, wie bei den 10 Stieren, nach dem 8.Bild, nämlich der Erleuchtung, auf dieser Erde und in diesem Körper weitergeht. Wo die Reise nicht mit dem endet, wovon wir glauben, es uns so sehr zu ersehnen, sondern wo ES weiter geht! Dorthin, wo ich Mensch unter Menschen bin. Wo ich frei bin von allen Begrenzungen und Mängeln. Wo ich meinen Beitrag leiste zu mehr Lachen und Leichtigkeit, zu mehr Schönheit. Einfach nur: Weil ich es bin! Wo sich pure Freude ausbreitet und sich über alles und Jeden legt, der mit mir ist.

Signs sind "essentielle Statements", die im Sein entstehen. Sie kommen aus dem Raum der Stille in mir und breiten sich zuallererst im Körper aus. Es ist als Gefühl wahrzunehmen und formt sich dann -“ wie von alleine -“ als Wort oder als Satz: Ein Sign ent-steht. Dies geschieht alles gleichzeitig und ich lasse ES sich bis an die äußersten Grenzen ausdehnen. Das muss nicht lange dauern. Je leerer ich bin, desto weniger Zeit "benötige" ich.

Manchmal schreibe ich Signs, die aus mehr Worten bestehen (wie z.B die Zen-Signs) erstmal nur in mein großes Buch. Es ist ein äußerst kreativer Prozess -“ wie bei einer Komposition. Dann wieder, wenn ich genau weiß, was geschrieben werden will, sitze ich direkt vor dem großen leeren Blatt, vor mir dir Tuschegläser und die Pinsel. Wenn der richtige Augenblick gekommen ist, wähle ich - ohne zu zögern - den stimmigen Pinsel und wähle genauso schnell die Farbe. Nach welchen Kriterien? Nach Stimmigkeit. Ganz einfach. Auch wenn ich an Logo-Aufträge herangehe: Kein Konzept! Hinspüren, in Resonanz gehen, auf Stimmigkeiten hören.

Meiner Nase folgen. Meine Hand bringt die Essenz dieser Schwingung dann mit Hilfe des Pinsels auf Papier. Schon während sich die Tinte auf dem Papier niederlegt, weiß ich, ob es ein wahres Sign geworden ist. Anschließend, nachdem die Tinte trocken ist, schaue ich das Sign im Spiegel von allen Seiten an. Die Energiespur lässt sich damit deutlicher erkennen. Die Balance und Ausgewogenheit des Schriftbilds. Was sich dann zeigt, lass ich noch einmal so lange auf mich wirken, bis keinerlei Zweifel mehr übrig bleibt. Bei der geringsten Unstimmigkeit landet das Blatt gnadenlos im Papierkorb.

Das Wort "Sign" habe ich gewählt, weil es auf der einen Seite das Zeichen, die Unterschrift (Handschrift) benennt und auf der anderen Seite den Zustand ausdrückt, woraus das "Sign" entspringt: Aus dem Sein. Meditation und "in die Stille gehen" sind wichtige Vorraussetzungen in meinem kreativen Schaffen. Diese Schwingung - die Essenz der Stille bei dem Sign "Stille" zum Beispiel - erfüllt den Leser in dem Moment, wenn er das Sign liest.

Viele Menschen vergleichen die Signs mit Japanischer Kalligrafie. Wir reden von "Europäischer Kalligrafie", weil Signs die Schönheit asiatischer Kalligrafie mit der Lesbarkeit der deutschen (oder englischen, oder...) Sprache vereinen. Die Tiefe der Botschaft und die hohe Frequenz der Schwingung tragen ihren Teil dazu bei!

Wie geht ein Sign in die Seele? Über alle Sinne. Über die Melodie der Worte hinaus erreicht es den Raum in uns, der nur auf diese Schwingung wartet und mit ihr "resoniert". Weil wir schon immer auf diese Begegnung vorbereitet waren. Wir lassen uns von der essentiellen Schönheit so sehr berühren, dass sich in uns dieses Schwingungsfeld ausbreitet, wie beispielsweise das Sign: Freude. Freude breitet sich aus. Und das Herz singt mit. So einfach ist das in meinem Verständnis.

Kein Wunder, dass auch Wasser solch wunderschönen Kristalle bildet, wenn es das Sign "Stille" sieht. Als wir damals bei Emoto die Signs testen ließen, brachte uns der Anblick der wunderschönen Kristalle zum dahinschmelzen.

Ansonsten ist für mich mein Leben Meditation! Jeden Moment neu sein. Wacher und wacher werden und dem Tag entgegen gehen in Liebe, Achtsamkeit mit einem freudigen, lachenden Herzen. Das ist die Übung!


Einige von Jwalas Beschreibungen der einzelnen Bilder von "Auf der Suche".


1) die Suche

Namenlose Flüsse
vermag mich nicht zu finden
Bin so verstrickt.
Weiß nicht, wo ich mich suchen soll.



7) die Heimkehr

Kein Kampf, kein Sieg.
Hab weder Ziel noch Weg vor Augen.
Bin Hier, bin Jetzt,
kann selig mich entspannen.


9) die Quelle

Der Fluss zieht weiter ohne mich,
muss ihm nicht länger folgen.
Genügend Schritte sind getan -
brauch mich nicht neu zu formen.
Bin wohnend, wo ich hingehör´.


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