Bist du bereit, ohne Bedauern zu gehen?
Ich kann nicht mit einem völligen Ja antworten ...
Liebe Samarpan,
wollte deine Rückfrage nicht oberflächlich beantworten, und habe mich sehr ehrlich mal wieder damit beschäftigt.
Sicherlich können wir erst mit Gewissheit sagen, ob wir wirklich bereit sind, alles los zu lassen, wenn das Ende dieses Lebens direkt vor uns steht... Vorher können wir kaum mit der Intensität, der Tiefe und der intensiven emotionalen Realität in Berührung kommen, die dann die Wahrheit ist...und die sich ja im Lauf des Sterbeprozesses auch verändert, je nachdem, wie lange wir Zeit haben. Diese Zeit des Prozesses ist wohl wichtig, habe ich von mehreren Leuten gehört.
Aber woran wir erkennen können, ob wir bereit sind, ist die Stärke der Überzeugung, dass wir getrennt sind, sie entscheidet über unser Loslassen können. Und da können wir ganz ehrlich hinschauen und uns selbst die Wahrheit sagen.
Und hier kann ich nicht mit einem völligen Ja antworten... da ist noch Identifikation mit der Persönlichkeit, dem nicht-essentiellen, den Träumen. Diese Identifikation tief zu verstehen und zu erkennen, ist wohl der Weg zur Essenz und zu dem, was nicht stirbt.
Genau mit diesem Thema bin ich innerlich Tag und Nacht beschäftigt, als ein Erforschen: wieso ist diese Überzeugung so stark, so automatisch, so übermächtig, in jeder Zelle, trotz aller spirituellen Übungen?
Natürlich, in manchen Bereichen haben wir schon Schritte gemacht, aber wenn es schwierig wird, unsere tiefsten Ängste berührt werden, dann sehen wir wohl ehrlich, wie stark wir uns getrennt fühlen, als Insel, und wie wenig die Wirklichkeit, dass wir niemals getrennt sein können, in unser tieferes Bewusstsein gedrungen ist.
Ja, das ist es, was mich jetzt motiviert, weiter zu forschen, zu schreiben, in Stille zu sein, da kann ich am besten mit großer Klarheit sehen, von Schicht zu Schicht tiefer zu sehen, zu artikulieren. Selbst mit vielen Jahren Meditation kann man dieser Erkenntnis ausweichen, sie verpassen, die Identität ist ja so faszinierend, oft bis zum letzten Atemzug.
Und in ihrem Loslassen geschieht der Blick in die Leere... diesen Mut können wohl nur wenige finden, in seiner letzten Konsequenz. Dazu brauchen wir viele essentielle Qualitäten... Selbstliebe, Stärke, Mut, Wachheit, Intelligenz, Entspannung, usw... je nach Stufe der Ego-Entwicklung.
Das wird meine hauptsächliche Arbeit in der Zukunft sein...mit Menschen. Der Durst nach tieferer Erkenntnis ist da, bei vielen, die Ego-Spiele werden irgendwann langweilig und als Begrenzung, als Enge erkannt. Das Identitätsprojekt wird schmerzhaft als Isolation erkannt, als Wunde, als Schleier der Angst vor wirklicher Liebe.
Ein Brief von Veetman, www.leben-sterben.de
Siehe auch Veetmans Ausbildungsseminar in seelisch-spiritueller Sterbebegleitung im Oktober 2008
Die Sekunden Meditationen von FindYourNose.com
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Tod - der Höhepunkt des Lebens.
Auf dieser Seite über Sterben beschreibt Veetman vom Institut für Leben und Sterben, wie schwierig es ist, sich von allem zu lösen, selbst wenn man sich Jahre damit beschäftigt hat.
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