Zufrieden in der Welt arbeiten

Wir kennen das "Entweder - Oder - Spiel": Entweder geben wir der Welt unsere ganze Kraft oder ziehen uns vollkommen in uns selbst zurück. Beides ist gut, dann, wenn man in Fluss bleiben kann.

Mitfließen mit sich und der Welt

Es ist völliger Unsinn, die Welt und Alleinsein als zwei voneinander getrennte Dinge anzusehen. Das ist ein gefährlicher Unsinn, durch den die Menschheit furchtbar gelitten hat.

Einige Leute leben nur auf dem Marktplatz: Sie sind fix und fertig, total erschöpft und ausgebrannt. Sie haben keinen eigenen Raum für sich und wissen nicht, wer sie sind. Sie begegnen sich selber nie. Sie leben mit anderen - sie leben für andere. Sie sind Teil der großen Masse, ohne Individualität.

Auch das Liebesleben kann nicht beglückend sein, wenn der Mensch einseitig lebt. Nichts Halbes kann jemals erfüllen. Nur das Ganze macht glücklich.

Auf der anderen Seite gibt es die Mönche, die im Kloster leben. Ein Mönch ist einer, der es vorzieht, alleine zu sein. Bald ist er jedoch voll bis oben hin, überreif und weiß nicht, wohin er sich ergießen soll. Er darf sich keine Liebe erlauben, auch keine Beziehung. Er erlaubt sich nicht, sich mit anderen Menschen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. So versauern seine Energien.

Jede Energie, die zu fließen aufhört, wird bitter. Sogar Nektar verdirbt, wenn er stagniert. Mitfließen bedeutet, die Süße des Lebens zu erfahren. Stagnieren bedeutet, sich zu vergiften. Gift und Süße sind keine zwei verschiedenen Phänomene, sondern die gleiche Energie.

Osho, Philosophia Perennis, Vol. 1, #5

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