
Artikel vom 30.Okt.2007

Nicht was, sondern wie
Nicht was wir tun, macht uns zum Meister, sondern wie wir es tun. Ob mit Achtsamkeit und Wachheit oder ohne. Selbst Stehlen kann uns zum Meister über uns selbst machen, wie auch jede andere Tätigkeit. Eine Zengeschichte.
Hundertprozentig dabei sein
Ein Mann war bekannt als Meister Dieb. Er war noch nie in seinem Leben erwischt worden, obwohl er aus jedem reichen Haus in der Stadt gestohlen hatte.
Eines Tages begegnete dieser Meister Dieb dem Zen Meister Rinzai. Dieser schaute ihm in die Augen und sagte: „Mach´ dir keine Sorgen. Was immer du tust, sei hundertprozentig dabei und mit völliger Aufmerksamkeit. So drückt sich deine Buddha Natur aus.“
Der Mann sagte: „Aber du weißt gar nicht, was ich tue.“
Rinzai antwortete: „Das spielt keine Rolle. Es ist egal, was du tust. Ich kenne dich, ich weiß, dass du ein Meisterdieb bist und beneide dich wirklich darum. Ich bin kein so ein großer Meister in der Meditation, wie du es im Stehlen bist.“
Egal, was du machst, tue es total und du wirst die Buddha Natur in deiner Absolutheit finden.
Es hat Metzger gegeben, die Meister geworden sind. Deren Meister haben sie nicht davon abgehalten, diesen Beruf auszuüben. Sie waren so perfekt in ihrem Tun.
Zen ist die einzige Religion in der Welt, die dir alles erlaubt. Mache alles mit absoluter Achtsamkeit und alle deine Handlungen werden zu den Aktivitäten eines Buddhas. Du brauchst nicht verändern was du tust.
Wenn du malst, dann sei bis in die Knochen ein Maler, so sehr, dass du verschwindest und nur das Bild übrig bleibt. Wenn du ein Musiker bist, ertrinke in deiner Musik, so, dass nur noch die Musik bleibt und nichts mehr von dir zu finden ist.
Deine Buddha Natur wird sich in Tausend Wegen zeigen. Du kannst alles zu einer Hingabe werden lassen, zu einer Meditation, zu etwas, das du dem Universum darbietest.
Osho, Dogen the Zen Master: A Search and a Fulfillment #6
