Das Mysterium des Wahrnehmens
Was ist Meditation?
Meditation ist nicht wirklich eine Anstrengung des Denkens. Wirkliche Meditation ist überhaupt nicht anstrengend. Wirkliche Meditation erlaubt einfach, dem Denken seinen eigenen Weg zu gehen und mischt sich in nichts ein, egal, was passiert. Man nimmt alles wach und aufmerksam wahr. Der Verstand wird nach und nach ruhiger werden. Eines Tages ist der Gedankenstrom ganz verschwunden und du wirst in Frieden sein.
Gedanken auf die Seite stellen
Meditation bedeutet nichts anderes, als den Gedankenstrom auf die Seite zu stellen, ihn aus dem Weg zu räumen und das Wahrnehmen hereinzubringen, das sowieso immer da ist, doch unter den Gedanken versteckt liegt. Mit diesem Beobachten wirst du dein Zentrum erreichen, und wenn du einmal dort bist, dann gibt es keine Probleme mehr. Dann bringe den Verstand mit dir in Einklang.
Keine Konzentration, kein Nachsinnen, nur Wahrnehmen
Meditation bedeutet nicht, sich zu konzentrieren. Und es bedeutet auch nicht, zu sinnieren. Meditation bedeutet, über die Gedanken hinaus zu gehen. Konzentration, innere Sammlung und Nachdenken, gehören alle dem Verstand an. Meditation bedeutet, sich nicht mit dem Verstand zu identifizieren und den Gedankenstrom als etwas Abgetrenntes anzusehen. Es bedeutet, zu wissen, dass der Verstand ein gesondertes Teil ist, den Verstand wahrzunehmen, doch sich nicht mit ihm zu identifizieren. Langsam, langsam, wenn das Wahrnehmen stärker wird, wächst auch die Entfernung zwischen dir und den Gedanken. Bald sind sie nur noch ein weit entferntes Echo und bald kannst noch nicht einmal das Echo hören. Dann bleibst du vollkommen allein gelassen zurück.
Das braucht Mut, deshalb waren nur wenige Menschen dazu fähig, sich selbst zu erkennen und Buddhas zu werden. Bevor man zu einem Buddha wird, muss man durch einen Tod gehen. Das ist der Tod des vertrauten Gedankenstroms, des Egos, von allem, was du denkst, dass du bist. Wir müssen alles verlieren, wovon wir denken, dass wir es besitzen, nur dann können wir die Ewigkeit besitzen.
Still in sich sitzen
Meditation ist auch kein Nachsinnen, denn es bedeutet, überhaupt nicht zu denken " nicht logisch zu denken und auch nicht unlogisch, nicht verrückten Gedanken nachzuhängen oder vernünftigen. Meditation hat überhaupt nichts mit Denken zu tun. Es ist nur Wahrnehmen. Meditation bedeutet, still und tief in dir selbst zu sitzen, und auf das zu schauen, was auch immer innen und außen passiert. Außen gibt es den Verkehrslärm, innen gibt es auch Lärm, den Verkehr im Kopf. So viele Gedanken, Lastwagen und Busse voll mit Gedanken, Züge und Flugzeuge voll mit Gedanken, die alle in verschiedene Richtungen rasen. Du aber sitzt ganz ungestört da, unbekümmert, und nimmst alles wahr, ohne es zu bewerten.
Osho, Auszüge aus verschiedenen Quellen
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