Eine Antwort auf den Noseletter "Wunschlos Glücklich"
Viramo am 05.Mrz.2008
Hallo Samarpan,
vorab: ich habe den Film "The Secret" noch nicht gesehen, außer der 20minütigen Kurzfassung, jedoch das Buch dazu gelesen. Von daher weiß ich nicht so genau, was der Film noch alles so hergibt. Mir ist er etwas zu "marktschreierisch" aufgemacht, was sich nach den 20 Minuten vermutlich nicht ändern wird, dennoch stimmt die Message.
Was du in deinem Noseletter schreibst, hat mit dem, was das Buch aussagt, leider kaum etwas zu tun. Das Buch propagiert kein simples positives Denken sondern weist ausdrücklich darauf hin, dass Gedanken kaum kontrollierbar sind UND dass Meditation nützlich und nötig ist, sich von den Gedanken zu lösen.
Der "Schalter" sind die Gefühle, die aus unseren (unbewußten) Gedanken resultieren. Sie geben uns Auskunft darüber, ob wir uns gerade eher nährende oder eher negative Gedanken machen. Die Negativen sind meist die des Verstandes. Was spricht gagegen, sich ihrer bewusst zu werden, sie ziehen zu lassen und andere zu wählen? Also eine Stopp-Meditation, wenn die Gedanken gerade davongallopieren.
Es geht darum, herauszufinden, welche Gefühle hinter einem Wunsch stehen (denn darum geht es bei dem Wunsch wirklich) und z.B. durch Visualisierung diesen Gefühlszustand zu erfahren und möglichst in ihm zu bleiben. NLP z.B. sagt nichts anderes. Ob dann der gewünschte Mercedes bald vor der Tür steht oder ob es überhaupt sinnvoll ist, sich einen zu wünschen, lassen wir mal offen.
Was spricht dagegen, sich etwas Materielles zu wünschen? Dagegen spricht nur, wen man daran anhaftet, wie die Buddhisten sagen würden, also sein Glücklichsein davon abhängig macht. Ansonsten ist es doch völlig in Ordnung. An dieser Stelle etwas zu einem weit verbreiteten Irrtum: In der Meditation sein und die Dinge so zu lassen wie sie sind, nichts wünschen, wählen und erreichen wollen KANN eine reine Verstandeskonstruktion sein, mit der man sich der Verantwortung für das eigene Leben entzieht. Mindfuck pur. Da zitiere ich mal einen Satz aus deinem Osho-Zitat:
Man kann die Anderen täuschen. Und wenn man diese lang genug täuscht, dann glaubt man selbst daran. Aber das wird nichts verändern. Du verschwendest nur dein Leben, das so wertvoll ist und nicht zurückgeholt werden kann.
Ansonsten ist es durchaus wichtig, in Frieden mit dem zu sein, was ist und dankbar dafür zu sein. Dies ist die Grundlage, um etwas anderes erschaffen zu können. Keine Ahnung, ob dies im Film auch so klar herausgestellt wird. Etwas aus reiner Bedürftigkeit heraus haben zu wollen funktioniert nicht. Es klingt paradox, aber Wünsche verwirklichen geht nur durch das Akzeptieren dessen, was JETZT ist.
Würde C.G. Jung den Film sehen, fände er ihn vielleicht durchaus interessant. Immerhin ist er Begründer der Synchronizität. Und gefühlsmäßige Fokussierung auf eine gewünschten Zielzustand UND Offenheit dem Leben gegenüber kann synchronistischen Ereignissen durchaus "auf die Sprünge" helfen.
Ob Visualisierung eines Mercedes und Fokussierung auf das Gefühl bem Fahren eines solchen diesen plötzlich vor die Haustür stellt, habe ich noch nicht ausprobiert. Dies etwas simple Kausalität stört mich auch. Im Buch kommt es aber nicht so simpel rüber, ein Film kann so was vieleicht wirklich nur etwas verkürzt darstellen. Das war bei Bleep ähnlich.
Es ist zweifellos klar, dass die Ereignisse in unseren Leben sehr viel mit unserer gedanklichen Fokussierung und mit unseren Glaubensätzen zu tun haben. Das ist nichst neues. Wir leben in einer stark von Negativität geprägten Kultur, viel Menschen gehen mit negativen Gedanken, Ängsten, Neid, Missgunst etc, durchs Leben und erschaffen entsprechende Situation. Wenn dieser Film bei ihnen eine Änderung bewirkt, dann hat er etwas erreicht - bei allen Mängeln, die er dennoch hat.
Kommen wir zur Wissenschaft: Gedanken haben eine messbare Frequenz. An dem, dass wir durch unsere Gedanken die Ereignisse und Erfahrungen in unserem Leben selbst erschaffen, könnte noch viel mehr dran sein, als wir ahnen. Wirkungen von Intention, Gedankenübertragung, Gebeten, Fernheilung wurden in den letzen Jahren weitgehend unbemerkt von Medien und Öffentlichkeit wissenschaftlich untersucht. Eiuen gute Übersicht über die Versuche und die Ergebnisse beitet das
Buch "Intention" von Lynne McTaggart http://www.intention-wirkt.de/, http://theintentionexperiment.ning.com/, an den Intentions-Versuchen nehme ich Teil. Ebensfalls von ihr und empfehlenswert ist "Das Nullpunktfeld"
Hier bemüht man aus Sicht der Quantenphysik sich der Frage zu nähern, was denn dieses feinstoffliche Energiefeld ist, dass aus Gedanken Realität macht. Höchstinteressant.



Samarpan am 05.Mrz.2008
hallo lieber viramo und herzlichen dank für deine ausführung ... ein paar bemerkungen dazu: 1. du sprichst von der stopp meditation, die bestimmte gedanken auswählt und andere stoppt. wer wählt denn da? das ist auch das denken. natürlich ist das besser, als sich von negativen gedanken auffressen zu lassen, doch bleibt der stoppende da und damit das ich gefühl und damit das ego. das sind ja alles ansätze (und dazu zähle ich auch nlp), die durchaus dazu geeignet sind, das leben zu erleichtern, doch mit meditation haben sie nichts zu tun. 2. es spricht überhaupt nichts dagegen, sich etwas materielles zu wünschen. der ansatz der meditation ist, wenn der wunsch da ist, dann ist er da. aber es geht dabei nicht um den wunsch, sondern um den, der ihn verspürt. dort liegt die ganze aufmerksamkeit 3. und ja, das nicht wählen kann eine reine verstandes konstruktion sein, das ist jedoch nicht der sinn dahinter 4. das zitat von c.g.jung kam genau aus einem artikel über synchronizität. da beschreibt er, dass kausales denken kindisch ist. synchronizität ist etwas anderes, so wie ich es verstanden habe, dann wenn die ereignisse für den sehenden sinn machen 5. ohne meditation wird sich die negativität des denkens nie verändern, sondern nur auf andere ebenen verlagern. insofern meine ich, dass dieser film lediglich hoffnungen schürt und vom eigentlichen ablenkt, da wo eine wirkliche änderung passieren könnte. bei sich, im mitfließen mit sich selbst ... 6. dass gedanken materie sind und dinge bewirken können ist für mich richtig. gerade deshalb ist es so notwendig, dass derjenige, der seine gedanken bewusst für etwas einsetzt, frei von seinen konditionierten gedanken ist. ansonsten wird er nur das alte auf unbewusste weise wiederholen. meditation reinigt von allen konditionierungen. 7. ja, die quantenphysik ist hochinteressant, das finde ich auch ... herzliche grüße von samarpan
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