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Spirituelle Erkenntnisse und Psychose

Spirituelle Erkenntnisse und Psychose

Samarpan und Pakhi
sind Schüler des Meisters Osho.
Sie schreiben sich fast jeden Tag.
In Liebe
Und Verständnis.
Ein Dialog entsteht.


Brief 2 – Der Unterschied zwischen
spirituellen Erkenntnissen und Psychose


Liebe Samarpan,

danke für deinen Brief. Was du über Erkenntnisse schreibst, ist für mich wahr. Und vielleicht ist es sogar so, dass man gar keine Erkenntnisse braucht. Vielleicht ist es so, dass man daher auch nicht dafür sorgen muss, dass sie sich manifestieren, denn Erkenntnisse an sich sind wertlos.

Hans-Wolfgang hat mir ein Feedback zu meiner Art gegeben, zu dieser Art, so wie ich dir auch den vorigen Brief geschrieben habe. Er sagt, dass ich fürchterlichen Druck ausübe und sehr gewalttätig ihm gegenüber bin. Ich habe ihn mit einem Brief sehr verletzt, in dem ich von meinen Erkenntnissen sprach und er sagt, dass er sich dann vor Schmerzen krümmt, wenn ich so zu ihm bin und ihm meine Erkenntnisse um die Ohren haue. Ich bin gerade sehr traurig.

Ich frage mich, ob das mit dem Buch überhaupt funktionieren kann, denn alles was ich so beflügelnd und kreativ und für wahr hielt, stellt sich nun als Gewalttätigkeit und auch Psychose heraus. Heute Nacht habe ich kaum geschlafen, weil mir dauernd was für das Buch eingefallen ist und dann kommt ja Y. noch morgen und das macht mich auch fertig. Heute früh habe ich eine halbe Tablette genommen und nun bin ich einigermaßen wieder normal. Und traurig.

Vor Erkenntnissen sollte ich mich hüten, sagt Hans-Wolfgang. Und vor diesen Höhenflügen auch, das macht mich zu jemandem, der viel Druck ausübt. Er verglich mich mit A. und ich verstehe nun besser, dass ich wirklich Schmerzen erzeuge, bei ihr ging es mir schließlich auch immer so, wenn sie mir von ihren Erkenntnissen mit großem Druck erzählte.

Mein erster Brief entstammte also einer kleinen Psychose.

Ich weiß nicht mal, ob ich wirklich was zu sagen hätte, was es wert sei, dass es andere lesen. Und ob ich dir wirklich so schöne Briefe schreibe, weiß ich auch nicht. Wie du sicherlich merkst, bin ich sehr traurig darüber, dass ich Hans-Wolfgang und vielleicht auch dich und auch mich so verletzt habe. Im Moment kann ich nichts sagen zu einem Buch. Ich habe kein Gefühl dafür, dass wir etwas sharen könnten, was ein Buch füllen würde.

Ich fliege nicht mehr, sondern ich bin wieder am Boden gelandet. Es gibt auch keine Trennung mehr zwischen dem barbarischen Land der Schule und des Heimes und dem Osholand, zu dem ich Zuflucht nehme. In der Schule waren alle sehr nett, auch zu mir. Meine dauernd suchende Art nach etwas, das es so nicht gibt, war heute nicht da und ich war wirklich normal. Ganz gewöhnlich. So wie die anderen. Kein Unterschied. Und wie gesagt, alle waren sehr nett.

Am liebsten wäre es mir, wenn ich überhaupt keine Erkenntnisse mehr hätte und einfach nur so leben könnte. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich da immer reitet und mich dazu bringt, meine Waffel so weit aufzusperren und meine Wahrheiten lauthals zu verkünden. Da bin ich wie ein Betrunkener, ein Süchtiger. Hans-Wolfgang meint, dass das ganz gewöhnliches Ego ist.

Nun umarme ich dich lieb, bin zwar traurig, doch auch ruhig.


Alles Liebe

Pakhi


RE: Brief 2 – Erkenntnisse


liebste, geliebte pakhi,

traurig zu sein, wenn man einen fehler gemacht hat, ist gut, dann braucht man den fehler nicht mehr zu machen. das ist alles.

ich habe deine briefe und erkenntnisse genossen. ich habe mich keineswegs verletzt gefuehlt. ich verstehe, dass sich hans-wolfgang verletzt fuehlt, schliesslich bist du seine geliebte und natuerlicherweise wollen wir immer eine totale, unkonditionierte liebe von unseren geliebten fuehlen, doch kann ich nicht sagen, dass ich dich gewalttaetig empfand, auch nicht ihm gegenueber ... ein wenig ueberbegeistert vielleicht, oder sollte ich sagen spleenig? und wir kennen das nur zu gut, wenn jemand begeistert ist und einen ueberrennt, schliesslich haben wir beide, du und ich, genug spleens um uns herum gehabt, um zu wissen, dass es schmerzt, wenn nicht soviel rezeptivitaet da ist ... und das kenne ich auch von hans-wolfgang ... nur dass wir gelernt haben, uns nicht angegriffen zu fuehlen ...

keinesfalls moechte ich dich darin unterstuetzen, zu denken, dass du gewalttaetig bist, wenn du dich ausdrueckst ... fehler kann man ja machen, das ist der segen von sich ausdruecken, dass man da dabei lernt. leute die sich nicht ausdruecken, machen auch keine fehler ...

ich finde deine briefe wunderschoen, ein authentischer ausdruck deiner kreativitaet. inwieweit es die psychose unterstuetzt, das kann ich nicht einschaetzen. mag sein, dass es dich in den mind bringt, doch in dem sind wir doch sowieso ... warum also nicht den mind fuer etwas schoenes benutzen?

vielleicht waere es ganz gut, wenn du die tabletten noch ein wenig nimmst, auch waehrend du auf fragen antwortest, wenn du lust dazu hast, denn dann kannst du vielleicht einen unterschied wahrnehmen ... sehen, wo es in die psychose geht und wo es einfach ein ausdruck von kreativitaet und freude ist ...

liebe pakhi, das ist die kunst des kuenstlers, weiter zu machen, auch wenn die freunde die kunst nicht wertschaetzen ... die anregungen aufnehmen und die kunst zu verfeinern. bitte antworte weiter. vielleicht entwickelt sich ein neuer stil oder etwas kristallisiert sich ... integriere diese erfahrung, die du jetzt machst, das feedback von hans-wolfgang, in deine antworten. lerne.

diese ganzen verurteilungen, was gewalttaetig ist und was nicht, was jemanden verletzt (und was schon lange verletzt ist und nur wieder angeruehrt wird), all das ist teil von uns und auch teil des spiels. hans-wolfgang macht das gleiche mit dir, was er denkt, dass du mit ihm gemacht hast, so verstehe ich es zumindest ... er fuehlt sich nicht akzeptiert in seinem weg und das macht ihn gegen deinen gehen. so geht das spiel. enttaeuschung hier, enttaeuschung da. enttaeuschung. und die hat den gleichen stellenwert wie kreativitaet, wie freude und wie lust am sich ausdruecken. keine grosse bedeutung, doch ist alles teil, das leben intensiv und in allen facetten zu geniessen.

meine liebe Pakhi, ich sage es noch einmal, ich habe deinen brief genossen ... ich habe einem freund davon erzählt und er hat mir eine frage für dich gestellt: es gibt ein sprichwort (ich glaube er hat gesagt, bei den juden)(er ist (noch) jude)(n. sein name), er sagte, es gibt ein sprichwort, das sagt:

anger is kindness coming out in a harsh way ...

was sagst du da dazu? stoesst das etwas an?


lass uns doch einfach ein wenig spielen ... einfach so zum spass, und es is nicht wichtig was dabei raus kommt. das einzige, worauf ich gucken wuerde ist, ob es dir gut tut oder nicht. wenn es tatsaechlich so ist, dass es dich in psychotische zustaende bringt, dann lassen wir es lieber. alles andere ist fuer mich teil des wegs ...

liebe pakhi, ich wuensche dir eine gute zeit mit y. ...

und ich warte mit freude auf das naechste brief-abenteuer ...

alles liebe und gute
samarpan


Der nächste Brief

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Zu seiner Wahrheit stehen


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  Pakhis Buch: Ästhetisches Sterben

Inspiriert durch diese Briefe
erscheint wenige Jahre danach
Pakhis erstes Buch:
"Ästhetisches Sterben"
Mit Lachen und Meditation
aesthetisches-sterben.de




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