Löwen und Drachen als Vorgesetzte
Samarpan und Pakhi
sind Schüler des Meisters Osho.
Sie schreiben sich fast jeden Tag.
In Liebe
Und Verständnis.
Ein Dialog entsteht.
Brief 7 – Über den Umgang
mit schwierigen Vorgesetzten
Liebe Samarpan,
... breathing in, breathing out, ... ahhhh
Ach liebe Samarpan, was hast du mir da Tolles von dir geschrieben! Dem nervösen und genervten Aggressor von Max äh Vater äh Z. zu widerstehen ... ohh, das ist etwas ! Hihi, ich kämpfe hier mit Lotte äh Mutter äh A., wobei der Kampf nun auch vorbei ist, ich kann A. auch, wie du Z., völlig frei und freundlich begegnen, es ist für mich nur klar, dass sie nicht mehr meine Freundin ist und ich damit kein Interesse an ihr habe. Doch einfach nur freundlich zu sein und sie auch mögen, wie sie ist - ne? Das ist Freiheit!
Freiheit. Freiheit ist wunderbar. Echt, bei mir ist es nicht wie bei dir die Stärke, die sie bringt, sondern nur das Beobachten vom Atem. Wir haben auch einen feuerspeienden Drachen als Direktorin und Lehrerin und Prüferin und wenn eine Stunde von ihr dran ist, hab ich früher immer Angst gehabt, nun eben wieder die Mutter-Variante. Und nun? Breathing in, stillpoint , breathing out, stillpoint ... und der irre Derwisch mit seinem angstvollen Herumgehampel ist im Hintergrund und ich spüre ihn kaum, ist mir auch egal, denn ich schaue nicht hin auf das, was da so alles in mir rumrumpelt. Das ist so ein Wunder ... was für eine Befreiung!
So sind wir also doch wieder ein wenig synchron. Deine arme indische Freundin ... sie bekommt bestimmt auch energetisch viel Zoff. Das indische conditioning ist da noch viel schlimmer als das deutsche, ne? Nun, das Allheilmittel hab ich gefunden, mal sehen wie lange, bis sich wieder was ändert, doch nun: breathing in, breathing out ....
Führungsstil Löwe versus Führungsstil Drache -
Welcher ist besser?
Du fragst mich nach dem Unterschied zwischen Löwen und Drachen? Das ist ganz einfach. Ein Löwe hat sich mit vielen Kämpfen und Mühen an die Spitze eines Clans gebracht und herrscht dort unangefochten, es sei denn, jemand anderes will die Herrschaft übernehmen, dann gibt´s Kämpfe. Wenn er etwas will, dann zeigt er nur seine übermäßige Aggressionsbereitschaft und jeder kuscht sofort. Und wenn jemand das nicht kapiert, dann brüllt er, denn es muss alles so sein, wie er es will. Er repräsentiert und ist ein Pascha, der es sich auch gut gehen lässt. Er wacht über seinen Clan, und das scheinbar unbeteiligt. Doch eines kann er absolut nicht leiden: Respektlosigkeit. Was in seinem Fall bedeutet, dass jeder Unterwerfungsgesten machen muss, wenn er mit ihm zu tun hat, zumindest anfangs, als Einleitung.
Außerdem ist es ganz klar, dass er die Stimmung bestimmt, die in seinem Reich herrscht. Und verführen und fucken ist seine große Stärke. Übertragen heißt das für mich, dass ein Löwe diejenigen, die sich ihm unterwerfen, mit Spielchen beglückt, die allen Beteiligten gefallen, doch jedoch immer die Position und Stärke des Löwen herausstellen. Was immer geschieht, der Löwe geht als Sieger hervor. Und natürlich hat er die beste Wohnung, das beste Essen, den besten Komfort und dann tut er so, als wäre das alles nicht so wichtig.
Unter einem Löwen zu leben und zu arbeiten ist einfach. Man muss dem Pascha schmeicheln und lobhudeln und Kehle zeigen und hat dann nie Probleme. Man kann sogar ein teilweise angenehmes Leben führen, denn er übernimmt die Verantwortung und solange die Hierarchie gewährleistet ist, hat man sogar einen kleinen Spielraum, man selbst zu sein. Die ganze Sache ist manchmal albern und das Gebrülle gilt hauptsächlich denen, die nicht kapiert haben, dass sie kuschen müssen. Ein Löwe hat nur ein aufmerksames Auge für diejenigen, die ihm die Macht streitig machen wollen. Da fliegen dann die Fetzen. Was sonst so passiert, ist ihm nicht so wichtig, das sollen seine Untergebenen entscheiden, denn er kann auch gut delegieren, er will ja schließlich sich nicht abschuften wie ein Untergebener.
Kennst du einen Löwen? Max (Vater) ist für mich ein typischer Löwe. Die Sache ist albern, ja, doch wenn man unter so einem Brüllmonster leben muss, dann hat man vielleicht keine Probleme, wenn man selbst ein Löwe ist, doch wenn man empfindlicher und unerfahren ist, dann kann einen das Herumgeprotze doch in Angst und Schrecken versetzen, ne?
Und der Drachen? Der Drachen ist ein Himmelsgeschöpf, nicht von dieser Welt, dem Himmel nahe. Er kann Feuer speien und ist ein Glückssymbol. Und er ist ein Fabelwesen, das heißt, keiner weiß, wie er tickt. Drachen sind wirklich gefährlich für jedermann, denn sie können von einer Sekunde auf die andere Feuer speien und einen verbrennen, mit Haut und Haaren. Ob man sich von diesem Tod wieder erholt, das weiß keiner so genau, beides ist möglich: Dass man sich wie Phönix aus der Asche erhebt und völlig neu wird oder man kann´s nicht mehr ertragen und verlässt gebrochen den Platz.
Diese stärksten Wesen können fliegen und können daher völlig unerwartet auftauchen und jemanden verbrennen. Sie sind nicht durch Emotionen gebunden, was nicht heißt, dass sie keine haben. Sie sind kurz so, dann wieder anders und dann legen sie dich in Schutt und Asche und dann sind sie wieder so. Ihre angstmachende Energie hat jedoch etwas Glückbringendes. Sie können wirklich was zum Besseren verändern und wenn sie mal gut drauf sind, meine Güte, dann ist´s wirklich lustig. Dann wärmen sie einen mit ihrem Feuer und man fliegt kurz mit. Doch uh uh, Vorsicht, Vorsicht, wie gesagt, man weiß nie, wie ein Drache so tickt und plötzlich hat sich was geändert und man macht sich besser aus dem Staub oder unsichtbar.
Ein Drache als Vorgesetzter ist schwierig, denn er fordert viel zu viel. Er fordert das Unmögliche und das ist das Minimum. Und lachend droht er dann mit seinem Feuerstrahl. Man weiß nie, wie man es schaffen soll, das Geforderte zu erfüllen. Doch das Gute daran ist, dass man dazu gebracht wird, sein Potential leben zu müssen. Der Drache will zwar mehr, aber für einen selber ist es das eigene Potential, das geweckt wird. Aber, aber, aber die Angst! Die ist immer da! (Hm, außer mit der Vipassana Meditation, jipeeh!) Und einem Drachen die Meinung zu sagen ist sehr schwierig. Es ist ein bisschen so, als ob man dem Teufel ein Barthaar entreißen will ... uhh, Vorsicht Vorsicht. Oder es erinnert mich an die männlichen Spinnen, wie sie vorsichtig trillernd sich am Außenrand des Netzes der Weibchen bewegen, immer auf der Hut und sehr sehr aufmerksam.
Drachen haben genauso ihre Fehler, doch das tut nichts zur Sache. Sie hassen Schmeichelei und Unterwürfigkeit, doch vorsichtiges Verhalten erkennen sie an. Sie bringen Glück. Integrität und Wachheit. Intensität und Herausforderungen. ... Kennst du Drachen? Meine Lehrerin, Frau H. ist ein Drache ... uh uh uh, Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht. Ich wurde noch nicht von ihr verbrannt, doch habe ich dank ihr sehr viel gelernt, zum Beispiel endlose Berichte und Ausarbeitungen zu schreiben, die ich mir nie zugetraut hätte.
Wie lustig, dass Hans-Wolfgang gleich beides ist: er ist vom westlichen Horoskop ein Löwe und vom östlichen Horoskop ein Drache, ein Löwe-Drache. Und ich finde, dass alles, was ich geschrieben habe, ansatzweise auch in ihm zu finden ist. Er ist ein Glücksdrache.
Leider habe ich mich noch nicht richtig in einer Führungsposition befunden, so dass ich nicht weiß, ob ich wie ein Löwe oder wie ein Drache bin. Wahrscheinlich gibt´s auch noch andere wilde Tiere, vielleicht bin ich eine Ameisenkönigin? Ha, ich weiß das nicht, kannst du dir das vorstellen? Was bist du? Ich glaube, verbrennen tust du nicht, also kein Drache. Bist du ein Pascha, ein König? Na, das wohl schon eher, hihi.
Jetzt muss ich noch lernen, morgen schreiben wir eine Klausur. Dann rufe ich noch Hans-Wolfgang an. Und dann darf ich wieder ein bisschen sitzen ... Bis ich dann glücklich in mein Bett versinken darf.
Wie wunderbar ist das Neue in dir
Pakhi
RE: Brief 7 – Über den Umgang mit schwierigen Vorgesetzten
liebste pakhi,
was fuer ein wunderschoener brief ... danke danke ... ich lese ihn mit einem laecheln und bin happy ueber deine kreativitaet ...
so, ich bin also ein loewe ... okay, ich glaube, das stimmt .... finde ich lustig ... ich werde deine ausfuehrung ueber die loewen noch mal unter diesem gesichtspunkt lesen ...
und deine tiefe erklaerung ermutigt mich zu neuen fragen, fragen, die einfach da sind, egal wie komisch sie klingen, auch von ganz anderen gebieten ... wie sehr geniesse ich deine antworten ...
hier meine naechste frage:
was haben ein idiot, ein sklave und ein hitler gemeinsam?
was ist ihre transformation?
na denn,
viel spass mit der vipassana meditation und dem stillpoint ... aaaahhhhhh
... breathing in ... aaaahhhh ... breathing out ....
aaaaahhhh aaaaahhhhh
samarpan
Der nächste Brief
Gesellschaftliche Rollen und frühere Leben
Voriger Brief
Ein Augenblick mit dem Meister und das Leben ist erfüllt
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Inspiriert durch diese Briefe
erscheint wenige Jahre danach
Pakhis erstes Buch:
"Ästhetisches Sterben"
Mit Lachen und Meditation
aesthetisches-sterben.de
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