An der Nase ist es kühl

Die Sucht zu denken bezieht sich bei mir auf Kreativität. Durch die Nase komme ich wieder zum Körper zurück. Es ist kühl an der Nase.

Seit 4 Tagen beobachte ich meine Sucht zu denken. Wie gerne ich doch denke! Das ist komisch, da es meist immer wieder die gleichen Gedanken sind, doch sie erfreuen mich immer wieder neu. Wie die 10.000. Fernsehserie der Lindenstraße – endlos interessant, das wahre Leben zu vermeiden! :)

Meine Endlos-Serie im Kopf dreht sich um Kreativität. Schauplatz ist FindYourNose, das ich in Gedanken rauf und runter gehe und nach Verbesserungen Ausschau halte. Das geschieht alles im Kopf – während ich im Bett liege. Die Online Kurse müssen noch gemacht werden, die Filme stehen aus und die Einleitungen zu den Navigationsseiten fehlen immer noch… Dann gibt es soo viele wunderbare Artikel zu übertragen, jeder ein Geschenk für sich! Diesen nehme ich als nächsten und dann den und dann vielleicht den…

gedanken-erschoepfenFrüher waren es Sorgen, die sich immer wieder im Kopf abspielten, jetzt sind es Gedanken über Verschönerungen und Nutzerfreundlichkeit der Webseite. Naja, das Gefühl beim Denken ist angenehmer und entspannter als früher, doch genau deshalb, weil es mich so anregt, ist es schwieriger, die Gedanken als Lindenstraße-Episode im Kopf zu erkennen.

In den Momenten, in denen ich wahrnehme, dass sich wieder eine Gedankenschleife abspielt, halte ich an. Beobachte, wie sich der Körper anfühlt. Meist sind die Augen angespannt, auch innen der Kopf und die Schultern. Der Rest des Körpers ist oft schlecht zu fühlen, das denkende ‚ICH‘ im Kopf nimmt alle Energie in Anspruch. Wenn ich mich zeichnen sollte, so würde ich eine großen Marsmännchenkopf malen und darunter ein dünnes Körperchen mit Strichärmchen und -Beinchen.

Da ich meinen Körper gerne wiederbekommen möchte, verlagere ich die Aufmerksamkeit auf einen der 5 Sinne. Im Moment ist Fühlen das einfachste. Meine Nase zu fühlen und sie als Anker fürs Hier und Jetzt zu nutzen. Innen an der Nase ist es kühl, wenn der Atem vorbei streicht. Das Herz entspannt sich ein wenig, auch der Bauch und die Augen und die Wahrnehmung öffnet sich wieder ein wenig. Langsam nehme ich meinen Körper wieder wahr, auch das, was weiter weg vom Kopf ist, die Beine und die Hände und schließlich auch die Umgebung, das Zimmer, die Farben, die Geräusche…

Welt, ich bin wieder da!

Wie geht es dir mit dem Experiment, die Sucht des Denkens wahrzunehmen?

 

2 Kommentare

  • Früher hat mir das Denken ebenfalls sehr viel Spaß gemacht. Egal wo ich war, immer habe ich mich gedanklich mit irgendetwas beschäftigt. Das hat sich so weit gesteigert, das ich stundenlang am Schreibtisch saß und einfach so vor mich hin gedacht habe. Naja, und irgendwann bin ich drauf gekommen das eigentlich durchgehend irgendwas im kopf rattert, egal ob ich das will oder nicht. Seitdem versuche ich eigentlich mehr im Moment zu leben, anstatt auf endlosen wegen zwischen der Zukunft und der Vergangenheit zu wandern. Was bringt es mir über die zukunft zu träumen, wenn ich dadurch nur das jetzt verpasse? ganz gleich wie das jetzt auch aussehen mag…

    • Das kenne ich sehr gut! Ich entdecke auch eine Art ‚Unterhaltungssucht‘, ständig den Kopf unterhalten zu wollen… Dann liebe Grüße von Kopf zu Kopf, bzw. vom Hier zum Jetzt :)

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