Erkenntnisse aus einer Seifenoper

'Rote Rosen' erklären mir das Rad des Lebens

Während ich gefühlte 5.000 verwandte Artikel auf die Bücher im Shop von FindYourNose einstelle – eine ziemlich eintönige Arbeit – schaue ich nebenbei die Seifenoper „Rote Rosen“ in der ARD an. Es ist die 1.686zigste Folge und es fasziniert mich zu sehen, wie sich die Geschichten entwickeln. Das ist wie im richtigen Leben: Jemand verliebt sich, jemand wird krank, jemand verhält sich komisch, jemand ist in seinen Mustern gefangen… Und mittendrin sitze ich mit der Frage, wie sich die Knoten wohl am besten lösen lassen.

Die ‚Rosen-Geschichten‘ könnten auch aus meinem eigenen Leben sein und wie man an der Anzahl der Folgen sieht, werden sie endlos weiter erzählt. So auch in meinem Leben, das meiner Kinder und meiner Enkelkinder. Mir wird das sich ewig wiederholende Rad des Lebens bewusst. Meines Lebens. Mein Leben – eine Soap Oper!

Die Erkenntnis trifft sich gut mit einer anderen, die durch den Mini-Retreat der letzten Wochen angeregt wurde: Innen in mir sitzt ein verstockter Genosse, der nicht feiern will, der negativ sein möchte und der der Welt mit alten, verletzten Augen begegnen möchte. Von dem habe ich die Nase voll, doch weiß nicht so recht, wie ich ihn loskriege. Jeder Versuch etwas loszuwerden ist zwecklos, das kenne ich schon, das ist nur Beschäftigungstherapie für denjenigen, der gehen soll.

Im Video von heute erklärt ein Meister der Meditation, dass nicht die Gedanken uns festhalten, sondern wir die Gedanken. ‚Baum lass mich los!‘, das hatten wir früher gespielt. Ich umarme fest einen Baum und beklage mich darüber, dass er mich nicht los lässt. Ein lustiges Spiel, bei dem die ganze Absurdität klar wird, wer hier wen festhält.

Es gibt also in mir etwas, das an dem Rad des Lebens festhält, das noch weitere 10.497 Folgen von ‚Rote Rosen‘ erleben möchte. Jemand, der sich die Geschichten im Leben bewahren möchte – was wäre sonst von mir da?

Nichts?!

 

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