Es dauert lange, bis ein Gott erschaffen ist

Im Glücksgefühl erkenne ich den Ursprung meiner Kraft und Kreativität. Es ist die Einsicht einer 5Jährigen, die weiß, dass sie eines Tages Gott sein wird.
Wie man einen Gott aus sich macht, bzw. göttlich wird.

Die Glückseligkeit erwischt mich unvorbereitet. Es ist nachts, ich liege entspannt, bereit zum Einschlafen und wusch — hier ist es, das göttliche Gefühl. Ich bin glücklich. Die Anspannung der letzten Tage, ja Wochen ist verflogen. Es ist jetzt klar: FUND.YourNose ist nicht mehr aufzuhalten, es wird fertig werden. Der anstrengende, steile Aufstieg auf den Gipfel hat sich gelohnt. Die Aussicht ist umwerfend. Ich liege im Bett und fühle mich in der Weite des Nichts, ein Panorama von stiller Vollendung, nährender, wohlschmeckender Luft und einer klaren Sicht bis zum Ozean hin. Ich habe es geschafft! (Noch nicht ganz, doch was jetzt noch offen ist – PayPal – wird sich wohl auch noch lösen).

Wenn ich schreibe, ‚ich‘ habe es geschafft, so stimmt das gar nicht. Ich habe nicht das Gefühl, irgendetwas geschafft oder etwas Besonderes getan zu haben. In gewisser Weise kann ich nicht anders, ich mache einfach, was in meinem Fluss ist. So wie ein Schreiner schreinert, so ruft eine Samarpan Dinge ins Leben, die sie gut findet. Das ist nix Besonderes und es ist ein gutes Gefühl, im Grunde nicht verantwortlich zu sein, sondern mich einfach natürlich verhalten zu haben.

Wer ist für Gott verantwortlich?

Um herauszufinden, wer für das göttliche Glücksgefühl verantwortlich ist, muss ich in meinem Leben weit zurückgehen. Es regnet, ich bin etwa 5 Jahre alt und sitze hinten im Auto, einem silbergrauen Opel Admiral, mit der kalten Stirn am kondensierenden Autofenster. Es riecht nach Zigarre und Zigarette meiner Eltern und wir fahren durch einen Stadtteil von Nürnberg, Ziegelstein. Ich erinnere mich noch genau daran, wie die Kreuzung aussieht, an der mir klar ist, dass ich Gott werden will. Damals kenne ich das Wort ‚göttlich‘ noch nicht, Gott ist alles, was möglich ist, mir vorzustellen. Er ist der, der das feuchte Grau des Lebens verwandeln kann. Genau dieser Moment selbst ist göttlich, doch das weiß ich damals noch nicht.

Es kommt noch zu weiteren, ähnlichen Momenten von kindlicher, unschuldiger Intimität mit mir selbst. Sie geschehen in der Kirche, im Gottesdienst, als ich begierig mehr über Gott erfahren möchte. Dort lerne ich, dass Gott auf Regeln steht: brav sein, den Armen geben, nicht lügen, gut und liebevoll sein. Nach der Pubertät verlassen mich die Regeln und mit ihnen Gott. Bravsein wird nämlich nicht belohnt, sondern verspottet. Die Armen, denen ich gebe, hassen mich dafür. Die ganze Welt lügt und gut und liebevoll zu sein erfährt keine Resonanz, sondern im Gegenteil, die Menschen nehmen mich gar nicht wahr. Ich bin unsichtbar geworden. Bleib mir bloß weg mit Gott und seinen Regeln!

Der vergängliche und schmerzbringende Gott der Liebe

Der gute Mann mit dem langem weißen Bart wird dann von der Liebe ersetzt. Männer, so wird mir gesagt, können mich in die göttliche Welt der Liebe führen. Im Speziellen der eine Mann, der göttliche Mann, der mir die Türe zu Liebe öffnet, ich muss ihn nur finden. Es gibt sie dann auch tatsächlich, die kurzen göttlichen Momente mit einem Mann, in denen mich das göttliche Gefühl von am Gipfel und Nicht-zu-sein überwältigt. Die Ekstase wird jedoch von den Schmerzen genommen, die Erwartungen an ewige Liebe mit sich bringen. Der Gott der Liebe ist vergänglich und bringt Weh und Pein mit sich und damit ist er für mich gestorben!

Inzwischen sind Osho und seine Meditationstechniken in mein Leben getreten. Ich bin ohne Hoffnung auf Gott oder Göttlichkeit und fühle mich leer. Das einzige, was in dieser Zeit als göttlich in meinem Leben wahrgenommen wird, sind die Momente während einer aktiven Meditation. Dann, wenn ich mir ganz nahe bin. Da ist er wieder der Geschmack, den ich als Kind im Auto schmeckte. Göttlichkeit ist mir nah gekommen. Der Weg ist gefunden. Und das Leben verändert sich.

Göttlich oder nicht, wen kümmert’s?

Es dauert Jahre, die, mit vielen Abenteuern erfüllt, schnell vorbeigehen (schnelle 25 Jahre) bis der sanfte Wind von Göttlichkeit ständig wahrgenommen werden kann. Ich lebe ein einfaches, harmonisches Leben, göttlich oder nicht, das ist kein Thema mehr für mich, ich lebe einfach. Mache meine Arbeit am Computer, genieße es, Weisheiten zu lesen, sie aufzubereiten und damit zu experimentieren. Ich genieße auch meine Freunde und die kleinen Unternehmungen, die wir machen. Das Leben ist in Ordnung, doch ist es göttlich? Keine Ahnung, es fühlt sich nur gut an.

Als ich nun im Bett liege, von Glückseligkeit erwischt, erkenne ich den goldenen Zusammenhang in meinem Leben. Nicht ich habe FUND.YourNose erschaffen, auch nicht FindYourNose und all die anderen Dinge, die durch meine Hände geflossen sind. Es war die 5 Jährige im Auto, die es sich wünschte und es wusste, dass sie eines Tages göttlich sein würde. Göttlich im Sinne von hingegeben an etwas Größeres. Bewegt von etwas Größerem. Auf einem Berg stehend, das Panorama des großen Nichts zu sehen und zu fühlen und es zu sein. Voller Freude darüber, was durch dieses göttliche Nichts entsteht.

 

Danke an dich, liebs Peterle
(mein Kosename als Kind),
das hast du echt gut gemacht.

 

Ohne dich gäbe es kein FindYourNose und kein FUND.YourNose und viele weiteren Dinge, die noch entstehen werden. Wegen deines inneren Wissens und dem Vertrauen darauf, erkennen nun womöglich auch noch andere Menschen ihre Göttlichkeit. Was eine 5 Jährige doch alles bewirken kann. Und das ist erst der Anfang…

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