Im Zug zur Hölle

Wahrscheinlich wurde die Hölle von einem Mönch entdeckt, während er eine Kirche baute

Der Zug in die Hölle ist losgefahren. Auf dem Weg eine Kirche zu bauen, sitze ich im Eisenabteil auf unaufhaltsam geraden Schienen direkt ins Fegefeuer. Schon der Weg zur Hölle ist heiß, der Körper brennt vor Erregung, das Herz klopft, der Atem geht schnell, die Gedanken rasen. Gefühle sind kaum noch da. Noch sitze ich im Zugabteil und könnte am nächsten Bahnhof aussteigen, bzw. Zug, Hölle und Fegefeuer als von mir gemachte Chimären erkennen. Ich muss es nur wollen.

Gestern habe ich bis 2 Uhr nachts Layout-Veränderungen an der neuen FindYourNose vorgenommen, Ich konnte nur schwer aufhören. Danach war es unmöglich, einzuschlafen und das hatte zumindest den guten Effekt zu sehen, dass ich mich im Zug zur Hölle befinde.

Die Lok wird von Gedanken befeuert

  • ‚Nur noch das… und dann…‘
  • ‚Das muss ich jetzt aber noch fertig machen, das ist wichtig!‘
  • ‚Das finde ich jetzt noch heraus‘
  • ‚Morgen weiß ich nicht mehr, wie es geht‘
  • ‚Jetzt ist es sowieso egal, es ist schon so spät‘
  • … und noch viele andere Höllengedanken

Bewusstheit und Disziplin – und Hölle und Zug verschwinden

Der Zug zur Hölle auf Erden ist mir von früheren Projekten bekannt. Und ich kenne sogar die Hölle selbst. In ihr kommt es zu ‚TILT‘, nichts geht mehr. Die Hölle ist dann nicht mehr heiß, sie wird zu einer kalt erstarrten Betonwand, in der Gedanken, Gefühle und der Körper einzementiert sind. Glücklicherweise kenne ich diesen Zustand und weiß heute, dass der Weg dorthin sehr kurz ist. All der Spaß am Erschaffen und der Abenteuergeist, sich im Unbekannten zurecht zu finden, wird durch den Ehrgeiz und fieberhaften Schaffensdrang verloren gehen.

Ok, es braucht eine Balance und die lässt sich mit Disziplin herstellen. Eine Disziplin, die aus Verständnis und Liebe kommt, nicht aus Plflicht und Zwang. Es stehen mir etwa 14 Stunden am Tag zur Verfügung, um zu arbeiten und zu leben und die werde ich auf die folgenden Bereiche verteilen.

Was mir wichtig ist

  • Mindestens 1 Stunde lang Meditation ermöglichen (oft gleich morgens, nach dem Aufwachen)
  • Den Körper mindestens 30 Minuten lang bewegen (vielleicht vor dem Mittagessen?)
  • Einmal täglich etwas Feines essen, am besten selbst gekocht (regelmäßig und gut essen)
  • Mindestens eine halbe Stunde lang PutZen (eine saubere Wohnung fördert die Klarheit)
  • Feiern – am besten den ganzen Tag über (die innere Haltung beibehalten von ‚alle Zeit der Welt zu haben‘)
  • Für Freunde offen sein (Freunde gehen immer vor)
  • Prioritäten für den Neuaufbau von FindYourNose setzen (damit auch die Arbeit intelligent weiter wächst)

 

Es sind nur noch wenige Stationen bis in die Hölle. Ich sitze im Zug und bin mir darüber bewusst, dass ich den offenen Himmel verpasse. Ein Leben ohne den Ehrgeiz, eine Kirche zu bauen, ohne den guten Absichten des Verstandes etwas Großartiges so schnell wie möglich zu zaubern, solch ein Leben könnte Spaß machen und womöglich würde die Kirche trotzdem gebaut. Ich bin bereit, es auszuprobieren.

 

 
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