Vom Leben getragen – Scheitern inklusive

Die Chancen stehen gut, dass ich scheitern werde. Doch es kümmert mich nicht, ich gehe trotzdem weiter... Erfolg oder Misserfolg - wen kümmert's? Leben ist jetzt und das ist gut.

Ich werde mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern.

Früher hätte mich dieser Satz zumindest beunruhigt und dazu geführt, das Projekt auf Eis zu legen. Heute ist es ganz anders. Heute habe ich keine Angst davor, zu scheitern. So oft in meinem Leben habe ich nicht bekommen, was ich wollte, was ich mir sehnlichst wünschte, worauf ich mit ganzer Kraft hingearbeitet hatte…

Ja, es war enttäuschend, wenn das Ende anders kam, als ich es mir erhofft hatte, der Moment des Scheiterns ist schwer auszuhalten. Doch mit einigem Abstand, rückblickend gesehen, sind genau aus diesen Situationen wunderbare Dinge entstanden.

Ich habe nicht bekommen, was ich wollte, doch das Leben gab mir viel mehr, Dinge, die ich gar nicht erwarten konnte. Das Leben hat mich immer getragen, ganz besonders dann, wenn ich meiner Wahrheit folgte.

So wird es wohl auch diesesmal geschehen. Mit ganzer Aufmerksamkeit und Sorgfalt arbeite ich am Aufbau von FUND∙YourNose, einem Projekt, das ganz meiner Wahrheit entspricht. Von außen gesehen bewegt es sich zäh, der Rücklauf ist gering.

Die Recherche im Internet hat mir klar gemacht, dass es zu einer funktionierenden Plattform für Crowdfunding ein wirklich großes Netzwerk braucht, viel mehr als das, was ich bisher aufgebaut habe. Ob ich das hinkriegen werde, so viele Leute zu erreichen?

Nicht, wenn ich bleibe, wie ich bin. Seit Kindheit bin ich am liebsten alleine, arbeite still vor mich hin und mache, was mir gerade einfällt und was ich gut finde. Es besteht eine Scheu vor Leuten, ich habe Angst, ihnen auf den Geist zu gehen, zu laut, zu fordernd zu sein, unsichtbare Grenzen zu überschreiten.

Mit diesem Muster in den Knochen wird FUND∙YourNose scheitern. Sowieso sind die Aussichten nicht vielversprechend, doch mit dieser inneren Scheu behindere ich zusätzlich die Ausdehnung des Netzwerks.

Scheitern oder erfolgreich sein — wen kümmert’s?

Ok. Sehen und ändern. Es ist an der Zeit, wirklich für das einzustehen, was ich gut und richtig empfinde.

Das Leben trägt mich. Nachts, im Anblick des Vollmondes der durchs Fenster scheint, bin ich voller Dankbarkeit. Was für ein Segen ist es, nicht zu wissen, wie das Abenteuer ausgehen wird.

Ja, das Projekt könnte scheitern oder es könnte erfolgreich werden – ist es für mich wichtig, den Ausgang zu kennen? Sicher zu sein, dass alles gut wird? Nicht für mich. Es wird rauf und runter gehen und wieder rauf und irgendwann zu Ende sein. Was sonst?

Mein Leben ist schon jetzt dadurch bereichert, dass ich gefordert bin, wach und aufmerksam zu sein, Verhaltensmuster loszulassen, auf Herausforderungen und Schwierigkeiten kreativ zu antworten und heiter, entspannt und in kleinen Schritten FUND∙YourNose ins Leben zu bringen. Es ist ein reiches Leben.

Das Leben trägt mich. Auch in schwierigen Situationen. Das, was Leben in mir ist, stirbt nicht, auch nicht durch Scheitern, sondern ist jetzt da, in diesem Moment. Ahh.

PS: Das Projekt ‚FundYourNose‘ ist tatsächlich gescheitert. Ich habe viel daraus gelernt. Und bereue nichts… Mehr darüber auf der Jubiläumsseite von FindYourNose

If you don’t fight with life…

Wenn du nicht mit dem Leben kämpfst,
hilft dir das Leben einfach,
es nimmt dich auf seine Schulter.
Osho


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