Zuhause meditieren: den Tag im Sein verbringen

Bei der heutigen Meditations-Challenge geht es um Sein - das, was du entdeckst, wenn das 'Ich' bedeutungslos geworden ist. Dazu musst du das Ich erst einmal suchen!

Zuhause meditieren – den Tag im Sein verbringen

Die heutige Meditations-Challenge:

Sein

Wo bin ich?
Suche und finde.

Das Sein über die Frage ‚Wo bin ich?‘ entdecken

„Die Tibeter raten, ganz still zu sein und in seinem Inneren nachzuschauen, wo man ist.

Begib dich in deinen Innenraum, gehe in alle Ecken und frage: „Wo bin ich?“

Du wirst das Ich nirgendwo finden. Je mehr du suchst, desto weniger wird es irgendwo zu finden sein.

Indem man fragt:
„Wer bin ich?“
oder
„Wo bin ich?“
kommt man an einen Punkt,
wo man zwar ist,
aber ohne Ich –
ein einfaches Existieren geschieht.“

Osho

Die Meditation:
Suchen und finden

Warum diese Meditation?

Es ist die Frage aller Fragen, an die jeder Meditierende irgendwann gelangt: ‚Wer bin ich?‘.  Wer ist das, der das alles erlebt, der durch Probleme und Glück geht, der manchmal weiß und manchmal in Zweifeln steckt? Wer ist das Wesen, das das alles wahrnimmt?

Je tiefer wir in uns hinein schauen, umso mehr kommen wir zur Essenz, das Wesentliche im Leben, das Sein.

Noch intensiver auf der Entdeckungsreise des Seins als die Frage ‚WER‘  wirkt die Frage ‚WO‘ bin ich?

Jeder Mensch denkt, er wüsste, wo er ist. Na, hier! Genau hingesehen ist das jedoch ein Trugschluss. Je mehr du dich suchst, umso mehr findest du dich nicht. Deshalb fragen die Tibeter erstmal nach: Wo bin ich überhaupt?

Was tun? Anleitung zur Meditation

Mit geschlossenen Augen sitze entspannt, lasse den Bauch los und atme aus. Sei ganz still.

Nun schaue in deinem Inneren nach:
Wo bist du?
Gehe innen in dir in alle Ecken und schaue nach, ob du dich findest. Findest du einen Ort, an dem dein ‚Ich‘ Zuhause ist? Falls ja, was meinst du mit Ich?

Das Ich ist ein Bündel von Gedanken, Gefühlen, Wahrnehmungen, die sich ständig verändern… Bist du das wirklich?

Versuche entspannt und anstrengungslos zu finden, wo genau das Ich ist – und entdecke, was sich nicht verändert.

Mehr und mehr wirst du das Sein entdecken, das, was mit und ohne Ich immer ist.

Wohin die Aufmerksamkeit richten?
Bemerke während des Tages, wenn das ‚Ich‘ aktiv ist. Typische Worte an denen du das Ich erkennst sind mein, mich, mir… Achte darauf, wie es sich innen im Körper anfühlt, wenn das ‚Ich‘ auftaucht. Wenn du es bemerkst, entspanne und sei still.

Die innere Stimmung des Tages:
Sei aufmerksam auf dich. Es ist manchmal unangenehm, das Ich so deutlich zu spüren. Nimm es nicht so ernst. So entdeckst du das Sein und das Ich-Gefühl verschwindet.

Worum geht’s?
Wir halten das Ich für normal. Über ‚mein‘ und ‚mich‘ bewegt es uns in alle möglichen Situationen hinein, es erschafft Probleme und Schwierigkeiten für uns selbst und alle anderen. Das Ich zu suchen und dann genau und deutlich  wahrzunehmen, verhilft zu einer großartigen Entdeckung: Es gibt das Ich gar nicht. Das Ich-Gefühl besteht lediglich aus einer Verdichtung von Gedanken und Glaubenssätzen, die sich bei genauem Hinsehen auflösen.

Was bleibt?
Sein.

Dauer:
Während des Alltags nimm dich innerlich wahr – in wenigen Momenten kannst du das Ich wahrnehmen. Das ist nur der 1. Schritt, der 2., die eigentliche Meditations-Technik ist nicht einfach. Es braucht Intensität und Ausdauer, in den Tiefen des Seins nach dem Ich zu suchen und dabei das Sein zu entdecken. Mönche verwenden ein Leben dazu.

Wann?
Wann immer du empfänglich bist und Zeit hast, dich auf die innere Reise einzulassen.

Um 19 Uhr treffen wir uns, jeder für sich und doch gemeinsam. Sitze völlig entspannt, schließe die Augen und suche das Ich in dir. Es ist eine sehr entspannte, anstrengungslose Suche. Du suchst und bist empfänglich für das, was du siehst. Wenn du ein Ich gefunden hast, schaue genau hin. Bist du das wirklich?

Dann sitze entspannt und still.

Farbe:
Tannengrün.

Diese Meditation im Alltag praktizieren

Achte auf tannengrün in deiner Umgebung.

Wann immer du im Alltag das Ich fühlst, entspanne und nimm es nicht so ernst… Nimm deinen Atem wahr, deinen Körper und deine Gefühle. Dein Sein existiert in diesem Moment – ganz unabhängig vom Ich, das sich so laut in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellt…

Vertiefende Anleitung zur Meditation

Über den Sinn von Selbsterforschung

Osho spricht aus einem Zustand von Sein


Das Bild ‚Sein‘ ist eines von 25 aus dem Meditations-Handbuch ‚Zuhause‘

Schreibe hier deine Einsichten auf.
Wir interessieren uns dafür.