Für dein verletztes Herz: Leiden ist eine wertvolle Energie

Wenn das Herz verletzt ist und weh tut, dann ist der normale Impuls, den Schmerz zu betäuben, davon zu rennen oder ihn abzureagieren. Hier ein Grund, warum es sich lohnt, den Schmerz anzuschauen...
Für verletzte Herzen: Leiden ist eine wertvolle Energie

„Zuerst musst du mit dir beginnen. Wenn du dich unglücklich fühlst und leidest, dann lass das zu deiner Meditation werden. Schließe deine Türe und setze dich still hin. Fühle zuerst die Verletzung so tief wie möglich. Fühle deinen Schmerz. Jemand hat dich beleidigt.

Der normale Weg, den Schmerz zu vermeiden, ist zu der Person zu gehen und sie ebenfalls zu beleidigen, dann beschäftigst du dich mit ihr und nicht mit deinem eigenen Leid. Das ist keine Meditation.

Jemand hat dich beleidigt –
warum du dankbar sein kannst

Wenn dich jemand beleidigt, sei ihm dankbar dafür, denn er gibt dir die Gelegenheit, eine tiefe Wunde zu fühlen. Mache also die Türe hinter dir zu, sitze still, ohne Ärger auf die Person, aber mit totaler Aufmerksamkeit für das Gefühl, das in dir aufsteigt. Das Gefühl eines Schmerzes, den du bisher abgewehrt hast.

Du wirst überrascht sein, dass dann nicht nur die Person da sein wird, die dich gerade verletzt hat, sondern du wirst dich an alle Männer und Frauen erinnern, die dich jemals beleidigt haben.

Du wirst dich nicht nur an alle erinnern, du wirst alle Verletzungen noch einmal erleben. Du wirst in eine Art Kindlichkeit zurückfallen. Fühle die Verletzung, fühle den Schmerz und vermeide ihn nicht.

Wenn das Herz verletzt ist sei still und allein

Das erste ist also, die Türe zu schließen und jede Art von Beschäftigung sein zu lassen. Kein Fernsehen, kein Computer, kein Buch. Höre mit jeder Beschäftigung auf, denn Beschäftigung ist eine subtile Droge. Sei einfach still und total alleine. Bete noch nicht einmal, denn auch das ist eine subtile Droge, du bist mit Gott beschäftigt und kannst vor dir selbst entfliehen.

Leiden, eine wertvolle Energie

Totale Intensität zulassen

Sei einfach wie du bist. Wie groß auch immer das Leiden ist und was immer dein Leid ist, lass es einfach sein. Die erste Erfahrung ist von totaler Intensität. Es wird schwierig sein und Herz zerreißend. Vielleicht beginnst du wie ein Kind zu weinen oder du rollst dich vor Schmerz auf dem Boden, dein Körper beginnt vielleicht zu zucken.

Vielleicht wird dir bewusst, dass der Schmerz nicht nur im Herzen, sondern im ganzen Körper sitzt. Dass dein ganzer Körper nichts als Schmerz ist.

Wenn du das erfahren kannst, das ist das sehr bedeutsam. Dann beginne den Schmerz in dich aufzunehmen. Werfe ihn nicht von dir. Leiden ist so eine wertvolle Energie, wirf sie nicht weg. Absorbiere den Schmerz, trinke ihn, akzeptiere ihn, heiße ihn willkommen, fühle dich dankbar.

Und sage dir: „Dieses Mal werden ich ihn nicht vermeiden, dieses Mal werde ich ihn nicht von mir weisen, dieses Mal werde ich ihn trinken, zu mir nehmen und ihn wie einen Gast willkommen heißen. Dieses Mal werde ich ihn verdauen.“

Leiden kann in Ekstase verwandelt werden

Es mag ein paar Tage dauern, bis du alles verdauen kannst, doch an dem Tag, an dem der Schmerz verdaut ist, bist du auf eine Tür gestoßen, die dich weit bringen wird. Eine neue Reise hat dann für dich begonnen, du bewegst dich in einer völlig neuen Art und Weise.

Denn in dem Moment, in dem du Schmerz annimmst, ohne ihn irgendwie von dir zu weisen, verwandelt sich seine Energie und Beschaffenheit. Er ist dann kein Schmerz mehr.

Du wirst total überrascht sein, du wirst es nicht glauben können, denn es ist einfach unglaublich. Man kann es nicht glauben, dass Leiden in Ekstase verwandelt werden kann, dass Schmerz zu Freude werden kann.“

 

Osho, Zitat – Auszug aus The Book of Wisdom #5

 

Sich selbst lieben lernen

 

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