In den stillen Raum eintreten – jetzt, einfach so.

Diese Meditation ist für Fortgeschrittene. Du lässt alles gehen, hältst dich an nichts mehr fest und gehst jetzt, einfach so, ohne Unterstützung in den stillen, unendlichen Raum in dir.
Nichts tun und in die Wolken schauen

Trete in den Raum ein,
ohne Unterstützung,
unendlich,

still.

Weisheit aus dem Buch der Geheimnisse
 

Eigenschaften von Raum

In dieser Meditationstechnik werden drei Eigenschaften von Raum beschrieben.

Ohne Unterstützung – im Raum kann es keine Unterstützung geben.
Unendlich – er kann nie enden.
Still – er wird lautlos sein, er wird still sein.

Trete in diesen Raum ein,
er ist in dir.

Doch der Verstand fragt immer nach Unterstützung. Die Leute kommen zu mir und wenn ich ihnen sage:
Sitze einfach still,
mit geschlossenen Augen
und tue überhaupt nichts‘.

Dann sagen sie:
‚Gib mir irgendeine Unterstützung.
Gib mir irgendein Mantra zur Unterstützung,
denn ich kann nicht einfach nur sitzen.‘

Einfach nur zu sitzen ist schwierig. Wenn ich ihnen ein Mantra gebe, dann ist das in Ordnung. Sie können das Mantra immer wieder wiederholen. Dann ist es einfach. Mit Unterstützung bist du nie leer, deshalb ist das einfach. Irgendetwas muss weiter gehen, du musst irgendetwas tun.

Und während du etwas tust, bleibt der Macher bestehen: Du tust etwas und bist ausgefüllt. Du magst mit Om, Aum, Ram, Jesus, Ave Maria… irgendetwas gefüllt sein, doch du bist gefüllt. Dann fühlst du dich in Ordnung.

Dem Verstand widerstrebt Leere. Er möchte immer mit etwas aufgefüllt werden, denn wenn er voll ist, dann kann er sein. Wenn er nicht gefüllt ist wird er verschwinden. In Leere wirst du den ‚Nicht-Verstand‘ (no-mind) erreichen. Deshalb fragt der Verstand nach Unterstützung.

Die Angst vor dem leeren Raum

Wenn du in den inneren Raum eintreten möchtest, dann suche nicht nach Unterstützung. Lasse alle Stützen, Mantras, Götter, heilige Bücher, was immer dich unterstützt, fallen. Wenn du bemerkst, dass du dich gestützt fühlst, lass es fallen und gehe einfach nach innen – ohne Unterstützung.

Es wird dir Angst machen, du wirst dich fürchten. Du bewegst dich zu einem Ort, wo du völlig verloren sein kannst. Du wirst es vielleicht nie schaffen wieder zurückkommen können, weil alle Unterstützung verloren sein werden.

Dein Kontakt zum Ufer ist verloren gegangen, und wohin dich dieser Fluss tragen wird, das weiß keiner. Dein Halt ist weg! Vielleicht wirst du in einen unendlichen Abgrund stürzen…

Also übermannt dich die Angst und du bittest um irgendeine Unterstützung. Selbst wenn es eine falsche Unterstützung ist – du bist froh darüber. Selbst eine unechte Stütze ist hilfreich. Denn für den Verstand macht es keinen Unterschied, ob ein Halt echt oder uencht ist – Hauptsache, es ist eine Unterstützung, darauf kommt es an. Dann bist du nicht allein, etwas ist da und unterstützt dich. …

Bleibe ohne Stütze

Erinnere dich daran: Versuche nicht, irgendeinen Halt zu finden. Sei ohne Unterstützung. Wenn du diese Meditation versuchen möchtest, dann verzichte auf Unterstützung aller Art. Genau dasselbe lehrt Krishnamurti:
‚Sei ohne Unterstützung. Klammere dich an keinen Meister. Halte dich an überhaupt nichts fest.‘

Das ist das, was jeder andere Meister auch getan hat. Die ganze Anstrengung eines Meisters besteht darin, dich zuerst für ihn zu interessieren, damit du dich an ihn zu klammern beginnst. Wenn du dann zu klammern beginnst, wenn du ihm nahe gekommen und mit ihm vertraut bist, dann weiß er, dass das Klammern durchtrennt werden muss..

Und du kannst dich nun an niemanden sonst klammern, das ist vorbei. Du kannst zu keinem anderen mehr rennen, das ist unmöglich. Dann zerschlägt er dein Anklammern – und plötzlich stehst du ohne jeden Halt da!

Anfangs wird dir elend zumute sein. Du wirst weinen und jammern und schreien und mit jeder Faser deines Wesens das Gefühl haben, völlig aufgeschmissen zu sein. Du wirst in tiefsten Abgründe von Unglück stürzen.

Aber von dort steigst du dann allein wieder auf, ohne Unterstützung.

Trete in Raum ein,
ohne Unterstützung,

unendlich, still.

Dieser Raum ist ohne Anfang, ohne Ende. Und dieser Raum ist vollkommen lautlos. Da ist nichts – nicht einmal ein Klang, der vibriert, nicht einmal ein Welleneffekt. Alles ist still.

Dieser Punkt ist einfach mitten in dir.
Du kannst jederzeit in ihn eintreten.

Wenn du den Mut besitzt, ohne Unterstützung zu sein, dann kannst du jetzt sofort eintreten. Die Tür steht offen. Die Einladung ist an alle ergangen – an alle und jeden.

Aber es gehört Mut dazu – der Mut, allein zu sein, der Mut, leer zu sein, der Mut, sich aufzulösen und zu schmelzen, der Mut zu sterben. Und wenn du innerhalb deines inneren Raums sterben kannst, wirst du das Leben erlangen, das niemals stirbt, wirst du amrit erlangen, die Unsterblichkeit.“

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Osho, Zitat – Auszug aus
dem tantrischen Buch der Geheimnisse

Meditationen für den Alltag

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