Zuhause meditieren: den Tag in Wahrheit verbringen

Bei der heutigen Meditations-Challenge geht es um Wahrheit.
Was ist Wahrheit?
Wahrheit ist subjektiv und das hat zur Folge, es gibt viele Wahrheiten – und nicht etwa nur 'die eine',
die für alle gleich sein soll.

Wahrheit ist ein Zustand und kein feststehendes Ding. Du erfährst sie, wenn du in dir ruhst, authentisch, entspannt, gelassen.

Die heutige Meditations-Challenge:

Wahrheit

Über die Nasenspitze nach innen fallen.

Die Wahrheit bist du

„Setze dich still hin und schaue entspannt auf deine Nasenspitze. Tue überhaupt nichts dabei.

Die Leute lachen darüber, denn was soll da schon groß passieren? Doch sie verpassen die Bedeutung der Meditationstechnik.

Die Hindus sagen, die Wahrheit ist genau vor dir, so wie deine Nasenspitze. Sei einfach still, schaue auf deine Nasenspitze und verstricke dich nicht in irgendwelchen Gedanken.

Und plötzlich ist sie da!
Genau wie deine Nasenspitze ist ES immer genau vor dir.“

Osho

Die Meditation:
Über die Nasenspitze Wahrheit erkennen

Warum diese Meditation?

Wahrheit hat viele Dimensionen. Irgendwann – wahrscheinlich mit der Entstehung von Gott – haben wir gelernt, Wahrheit sei eine objektive, von Gott gemachte, absolute Größe. Etwas, das für alle gilt und für alle gleich ist.

Diese Überzeugung führt bis heute zu endlosen Konflikten, glaubt doch jeder, die von seinem Gott gegebene, unumstößliche Wahrheit dem anderen überstülpen zu müssen. So kämpfen wir entschlossen für etwas, was wir für ‚die Wahrheit‘ halten.

Dabei ist das, was wir als Wahrheit erkennen, ein Nebel von Glaubenssätzen, Träumen und Hoffnungen. Um die Wirklichkeit zu erkennen, müssen wir zurück zu unserem bewussten, subjektiven Wissen, zu unserer Essenz, zu unserer Einzigartigkeit. Und dabei hilft die folgende Meditation.

 

Was tun? Anleitung zur Meditation

Sitze entspannt, lasse den Bauch los und atme aus. Lasse den Atem natürlich fließen.

Richte deinen Blick entspannt auf die Nasenspitze. Du musst nicht schielen, schaue einfach mit offenem Blick in Richtung Nasenspitze. Jetzt!

Nimm dabei auch die Umgebung wahr.

Diese Übung ist keine Konzentrationsübung, es geht auch nicht um Fokussierung oder darum, den Atem an der Nase zu beobachten. Vielmehr schaust du einfach nur weich und offen in Richtung Nasenspitze.

Da die Nase genau in der Mitte zwischen den Augen liegt, fallen die Augen in ein harmonisches Gleichgewicht, wenn du die Nasenspitze wahrnimmst. Es entsteht ein Stillpunkt, der Blick fällt nach innen und du landest in deinem inneren Zentrum im Bauch, in deiner Essenz.

Die Welt sieht nun anders aus, sie wird klarer. Du entdeckst, was in diesem Moment wahr ist. Das ist deine subjektive, offene Wahrnehmung der Wirklichkeit – ohne Glaubenssätze, ohne Träume, ohne Konditionierung.

Wohin die Aufmerksamkeit richten?
Die Nasenspitzen Meditation funktioniert nur in entspanntem Zustand. Richte die Aufmerksamkeit zunächst auf den Bauch und lasse ihn los. Dann nimm mit offenem Blick die Nasenspitze wahr.

Lies mit entspanntem Bauch diesen Text und nimm dabei locker die Nasenspitze wahr, iss mit entspanntem Bauch und nimm dabei die Nasenspitze wahr, gehe mit entspanntem Bauch und nimm dabei die Nasenspitze wahr… Was immer du tust, achte auf Entspannung und die Nasenspitze.

Die innere Stimmung des Tages:
Heiter, mit lockerem Bauch und Körper, zentriert.

Worum geht’s?
Die Nasenspitze lässt sich mit offenen Augen nur wahrnehmen, wenn der Bauch, die Schultern, der Kiefer, der ganze Körper entspannt sind. In der Folge beruhigen sich dann auch die Gedanken.

Umgekehrt klappt es auch: Erinnere dich an deine Nasenspitze, nimm sie wahr und dein Körper und die Gedanken entspannen sich.

Dauer:
Es mögen nur kurze Momente sein, an denen du dich an deine Nasenspitze erinnerst. Schon wenige Sekunden oder Minuten im entspannten Schauen können dir einen Eindruck über die Wohltat dieser Meditationstechnik vermitteln.

Wenn du die Meditation tiefer erforschen möchtest, dann sitze regelmäßig und praktiziere sie eine Stunde oder länger.

Wann?
Wann immer du daran denkst. Jetzt!

Um 19 Uhr treffen wir uns, jeder für sich und doch gemeinsam.
Sitze bequem, fühle deinen Bauch von innen und lass los. Halte die Augen entspannt und richte sie auf deine Nasenspitze. Bleibe dort und öffne deine Wahrnehmung für den Raum um dich herum.

Farbe:

Zitronengelb.

Diese Meditation im Alltag praktizieren

Achte auf zitronengelb in deiner Umgebung.

Wann immer du dich im Alltag erinnerst, nimm deine Nasenspitze wahr. Das kann in einem Gespräch sein, beim Autofahren, beim Hören und Essen… Bemerke den Zustand in dem du bist, wenn du deine Nasenspitze wahrnimmst.

Vertiefende Anleitung zur Meditation

Seine eigene Wahrheit finden

Wahrheit musst du selbst entdecken

„Meiner Meinung nach ist die grundlegende
Eigenschaft eines Wahrheits-Suchenden,
alle Glaubenssysteme zu verlassen und
von allem geborgten Wissen Abstand zu nehmen.

Mit anderen Worten den Mut zu besitzen,
nichts zu wissen,
anstatt dem Wissen von anderen zu vertrauen.

Nicht zu wissen hat eine Schönheit,
zumindest gehört es dir,
authentisch, ehrlich.
Nicht zu wissen ist mit dir gekommen.
Es ist dein Blut,
deine Knochen,
dein Knochenmark.

Von anderen übernommenes Wissen ist hässlich,
es ist völliger Blödsinn.
Es wurde von anderen in dich hinein gegossen
und du trägst nun die ganze Last in dir.

Das ganze Ausmaß an Wissen hat den Effekt,
dass für dich keine Möglichkeit mehr besteht,
dich selbst zu fragen, was Wahrheit ist.
Deine Wissens-Sammlung wird dir
alle Fragen sofort beantworten und sagen,
dass das Wahrheit ist.

Wenn du mit dem Wissen der Bibel angefüllt bist,
dann wird die Frage nach Wahrheit
von der Bibel beantwortet werden.
Wenn du mit dem Wissen der Veden (hinduistische Bibel)
angefüllt bist,
dann wird die Antwort aus den Veden kommen.

Die Antwort wird also von irgendwelchen Quellen
außerhalb deiner selbst kommen.
Du wirst sie nicht selbst entdecken.

Und was du nicht selbst entdeckst,
das gehört dir nicht.“

Osho

Der Wahrheit auf der Spur

Das Bild ‚Wahrheit‘ ist eines von 25 aus dem Meditations-Handbuch ‚Zuhause‘

2 Kommentare

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