Zuhause meditieren: den Tag in Vereinigung von Unterschieden verbringen

Bei der heutigen Meditations-Challenge geht es um Vereinigung,
der Vereinigung von Eigenschaften,
die als unvereinbar angesehen werden.

Wir werden Unterschiedliches stärken –
und nicht etwa schwächen oder vermischen, integrieren oder miteinander Kompromisse schließen.
Wir nehmen stellvertretend für Gegensätze das männliche und das weibliche Prinzip.

Und wir erkennen,
welche Kraft in der Vereinigung von Verschiedenem liegt -
vorausgesetzt, jeder gibt sich dem Leben
in seiner natürlichen Eigenart hin.
Zuhause meditieren: den Tag in Vereinigung verbringen

Die heutige Meditations-Challenge:

Vereinigung

Die Vereinigung von Andersartigem bringt eine neue Dimension mit sich.

„Ein Mensch, der voller Glückseligkeit ist,
ist auch ein Mensch mit Stille.
Ein ekstatischer Mensch ist gleichzeitig
auch ein zentrierter Mensch.
Beides gehört zusammen.

Aus diesem Miteinander von Gegensätzen
entsteht in dir ein ausgewogenes Wesen –
das ist die ganze Absicht von Meditation.“
Osho

Die Meditation:
Vereinigung von Licht und Dunkelheit

Warum diese Meditation?

Normalerweise halten wir Gegensätze und Unterschiedliches für unvereinbar. Die eine Seite kämpft gegen die andere und versucht sie soviel wie möglich zu schwächen. Bestenfalls lässt sich eine Brücke schlagen, doch mehr scheint nicht möglich. Es entspricht unserer Erfahrung, dass sich nur Ähnliches näher kommt und Unterschiedliches unvereinbar ist.

Dabei lehrt uns die Natur etwas ganz anderes. Dort wird Unterschiedliches gefördert, das Leben fließt in einer großen Vereinigung dahin. Die Vereinigung von Gegensätzen erschafft ein gemeinsames, neues Ganze, das weit über die Kraft des einzelnen hinausgeht.

In der Liebe bspw. vereinigen sich das männliche und das weibliche Prinzip, es kommt zur gemeinsamen Ekstase – ein Zustand, den jeder für sich alleine nicht erleben kann – außer sie oder er sind tief in Meditation gegangen und vereinigen das Männliche und das Weibliche in sich.

Was tun? Anleitung zur Meditation

Sitze oder liege bequem und atme ein paar Mal lange aus. Wenn es dich entspannt, höre sanfte Musik.

Dann beginne deinen Atem wahrzunehmen, wie er ein und ausfließt. Verlangsame das Atmen.

Nun stelle dir einen goldenen Ball über deinem Kopf vor – das ist die aktive, kreative, männliche Energie. Wenn du einatmest, dann fließt das goldene Licht mit dem Atem durch den Kopf in den Körper bis zu den Füßen und strahlt durch die Zehen hinaus.

Beim Ausatmen stelle dir vor, dass tiefe Dunkelheit durch die Zehen mit dem Ausatmen durch den Körper hindurch bis zum Kopf fließt und dort wieder austritt. Das ist die weibliche, passive, empfangende Energie, sie wird dich beruhigen und besänftigen.

Atme eine Zeitlang langsam ein und aus und visualisiere dabei die leuchtende, männliche Energie und die sanfte, weibliche Energie.

Wohin die Aufmerksamkeit richten?
Auf den Atem, auf Licht und Dunkelheit, auf Kreativität und Empfänglichkeit, auf Aktivität und Entspannung. Auf lebensbejahende Gegensätze und wie sie sich stärken können.

Die innere Stimmung des Tages:
Aufmerksam, neugierig am Andersartigen, erfreut über Einzigartigkeit.

Worum geht’s?
Im Alltag nehmen wir die Vereinigung von Verschiedenartigkeit wahr. Bspw. beim Essen (süß und salzig, bittersüß, süßsauer…), beim Singen (Sopran und Alt, verschiedene Melodien…), beim Sehen (durch das eine Auge schauen oder das andere)…

Meist fällt die eine oder andere Seite leichter oder wird bevorzugt. Vielleicht lebst du eher die männliche, aktive Seite im Leben und die weibliche fällt dir schwer. Oder, du lebst vorrangig die weibliche, passive, sanfte, empfängliche Seite und die Visualisierung männlicher Stärke bereitet dir in der Meditation Schwierigkeiten.

Die Kunst in dieser Meditation ist, die absolute Balance zu finden.

Was geschieht in diesem Gleichgewicht der Gegensätze?
Das Geheimnis der goldenen Blüte enthüllt sich.

(‚Das Geheimnis der goldenen Blüte‘ gibt im Taoismus einen Hinweis auf die neue Dimension, die durch die Vereinigung des männlichem und weiblichen Prinzips entsteht.)

Dauer:
20 Minuten oder kürzer. Es braucht ein wenig Zeit und Übung, bis das Prinzip verstanden ist.

Und: So oft wie möglich. Ein Leben lang.

Wann?
Gleich morgens nach dem Aufwachen fällt diese Meditation am leichtesten. Und abends, vor dem Einschlafen ebenfalls. Sie kann jedoch zu jeder Zeit gemacht werden.

Um 19.00 Uhr treffen wir uns, jeder für sich und doch gemeinsam.
10 Minuten lang atme langsam ein und aus und stelle dir ein goldenes Licht vor, das mit dem Einatmen durch den Körper fließt. Beim Ausatmen fließt ein dunkler Strom von den Zehen hinauf bis zum Kopf.

Farbe:
Weinrot (maroon).

Diese Meditation im Alltag praktizieren

Achte auf weinrot in deiner Umgebung.

Im Arbeitsalltag und in der Familie experimentiere damit, deine Einzigartigkeit zu stärken und auch die deiner Kollegen und Freunde. Experimentiere damit, was geschieht, wenn die Einzigartigen miteinander in einen harmonischen Rhythmus gelangen.

Vereinigung bedeutet nicht, sich zugunsten eines anderen aufzugeben, sondern in seiner ganzen Stärke und Einzigartigkeit mit anderen einzigartigen Wesen in einen Kreislauf zu kommen. So lässt sich das Geheimnis der goldenen Blüte erfahren.

Vertiefende Anleitung zur Meditation

Musik, die zur Golden Light Meditation genutzt werden kann

Das Bild ‚Vereinigung‘ ist eines von 25 aus dem Meditations-Handbuch ‚Zuhause‘

Zuhause meditieren: den Tag in Vereinigung verbringen

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