Wenn der Ton verschwindet: Harmonie! Eine stille Meditation.

Stimme einen Ton laut an, bspw. den eines geliebten Namens. Lasse ihn immer leiser werden. Mit dieser stillen Meditation fällst du in eine tiefe Harmonie - dann, wenn der Ton verschwindet.
Wenn der Ton verschwindet: Harmonie. Eine stille Meditation.

Stimme hörbar einen Ton an,
lass ihn dann immer weniger hörbar werden,
während sich dein Gefühl immer mehr
in diese stille Harmonie hinein vertieft.

Sutra aus dem tantrischen Buch der Geheimnisse

 

„Jeder Ton ist dafür geeignet, aber wenn du einen bestimmten Ton liebst, ist er besser, denn wenn du einen bestimmten Ton liebst, dann ist dieser Ton nicht bloß ein Ton. Wenn du diesen Ton anstimmst, wirst du damit auch ein verborgenes Gefühl anstimmen und dann wird allmählich der Ton wegfallen und nur noch das Gefühl übrig bleiben.

Stimme einen Ton an. Fahre fort, ihn anzustimmen. Zuerst hörbar, damit du ihn vernehmen kannst und dann allmählich unhörbar. Niemand anders wird ihn nun hören können, aber innerlich hörst du ihn noch.

Lass ihn immer leiser werden, lass ihn immer weniger hörbar werden – und dann brich ganz plötzlich ab. Stille wird eintreten, eine Explosion von Stille – und es wird ein Gefühl zurückbleiben. Gedanken werden nicht mehr da sein, aber Fühlen wird da sein.

Wähle einen Ton, einen Namen, den du liebst

Darum ist es sinnvoll, einen Ton, einen Namen, ein Mantra zu verwenden, für das du ein Gefühl hegst. Wenn beispielsweise ein Hindu ‚Rama‘ verwendet, ist für ihn ein Gefühl damit verbunden. Für ihn ist es nicht bloß ein Wort, nicht bloß im Kopf. Diese Schwingung erreicht sein Herz.

Ein Christ kann ebenfalls ‚Rama‘ verwenden, aber dann bleibt es nur im Verstand; es wird nicht so tief gehen. Er verwendet besser ‚Jesus‘ oder ‚Maria‘ oder etwas ähnliches. Man ist leicht von einer neuen Idee begeistert, aber es ist schwieriger, sie hierfür einzusetzen, weil man kein Gefühl dafür hat. Selbst wenn du im Kopf überzeugt bist, dass es besser wäre, bleibt diese Überzeugung nur an der Oberfläche.

Als erstes musst du also irgendeinen Ton finden, der geeignet ist: Zum Beispiel den Namen deiner Liebsten, deines Geliebten. Wenn du Blumen liebst, dann geht auch ‚Rose‘ oder dergleichen – irgendein Wort, das sich gut anfühlt, wenn du es aussprichst, und das ein gewisses Wohlgefühl in dir auslöst, wenn du es sagst oder hörst.

Wenn du nichts findest, dann gibt es ein paar Vorschläge aus traditionellen Quellen: Man kann ‚AUM‚ nehmen, man kann ‚Amen‘ nehmen, man kann ‚Maria‘ nehmen, man kann ‚Rama‘ nehmen oder den Namen Buddhas oder Mahaviras – oder irgendeinen anderen Namen, den du liebst.

Aber du musst etwas dabei fühlen. Darum ist auch der Name des Meisters hilfreich, wenn du etwas dabei fühlst. Aber auf das Gefühl kommt es an!

Werde leiser und leiser und spüre die Veränderung

Fahre fort, den Ton immer mehr zu reduzieren. Stimme ihn langsamer an, noch unhörbarer, so dass sogar du selbst dich bemühen musst, ihn innerlich noch zu hören.

Werde immer leiser und leiser und du wirst eine Veränderung spüren. Je leiser der Ton wird, um so mehr wird das Gefühl dich erfüllen.

Wenn der Ton ganz verschwindet, bleibt nur noch das Gefühl übrig. Dieses Gefühl lässt sich nicht benennen. Es ist eine Art Liebe, eine Tiefe Liebe, aber mit dem Unterschied, dass sie an niemanden gerichtet ist.

Die Meditation an einem harmonischen Ort üben

Diese Techniken sind Tempeltechniken. Ein Tempel eignet sich gut dafür, oder eine Moschee, oder eine Kirche. Dein eigenes Haus ist für diese Techniken weniger gut geeignet, weil du durch viele Töne einen chaotischen Raum um dich herum erzeugt hast und du nicht stark genug  bist, um allein durch sein Singen das Schwingungsfeld zu verändern.

Es ist also besser, an einen Ort zu gehen, dem ein bestimmter Ton zugehörig ist, und ihn hierfür zu benutzen. Und außerdem ist es gut, jeden Tag an denselben Ort zu gehen.

Nach und nach wirst du sehr viel Kraft daraus gewinnen. Nach und nach wirst du aus dem Verstand ins Herz gleiten. Dann kannst du dieses Methode überall anwenden und dann wird der ganze Kosmos zu deinem Tempel, dann ist es kein Problem mehr.

Du kannst aber auch eine kleine Ecke in deiner Wohnung dafür bereitstellen. Dann solltest du diese Ecke aber für keinen anderen Zweck verwenden, denn jeder Zweck hat seine eigenen Schwingungen.“

 

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Osho, Zitat – Auszüge aus
dem tantrischen Buch der Geheimnisse

 

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