Meditation mit der Zungenmitte

Anleitung für eine tantrische Meditation, bei der man sich der Mitte der Zunge bewusst wird und wahrnimmt, wie sie beim Denken vibriert.
Meditation mit der Zungenmitte von Osho

„Richte bei leicht geöffnetem Mund
deine Aufmerksamkeit
auf die Mitte der Zunge.
Oder spüre,
während der Atem ruhig einströmt,
den Ton „Hh“.“ 

Sutra aus dem tantrischen Buch der Geheimnisse

Die Mitte der Zunge kontrolliert das Denken

„Halte die Aufmerksamkeit auf die Mitte der Zunge gerichtet. Das wird sich sehr eigenartig anfühlen, denn die Zunge hat genau in der Mitte ein Zentrum, das die Gedanken kontrolliert.

Wenn du dir dessen plötzlich gewahr wirst und dich darauf konzentrierst, werden deine Gedanken zum Stillstand kommen.

Konzentriere dich, als müsstest du dein ganzes Bewusstsein in die Zunge bringen – genau in der Mitte. Lass den Mund leicht geöffnet, so als ob du etwas sagen wolltest, und dann konzentriere deinen Verstand, als wäre er nicht im Kopf. Fühle ihn, als wäre er in der Zunge, genau in der Mitte.

Sensibel die Vibrationen in der Zunge wahrnehmen

Die Zunge ist das Zentrum des Sprechens, und Denken ist Sprechen. Was tust du, wenn du denkst? Du redest innerlich. Kannst du irgendetwas denken, ohne innerlich dabei zu reden? Du bist allein; du redest mit niemandem, du denkst.

Was tust du, während du denkst? Du redest innerlich, du redest mit dir selbst. Deine Zunge ist daran beteiligt.

Das nächste Mal, wenn du denkst, werde dir dessen gewahr und fühle deine Zunge. Sie vibriert, als ob du zu jemandem reden würdest.

Dann spüre noch einmal hin, und du wirst merken, dass die Vibrationen sich in der Mitte konzentrieren. Sie entstehen in der Mitte und breiten sich von dort über die ganze Zunge aus.

Denken ist inneres Reden. Wenn du dein totales Bewusstsein, deine ganze Aufmerksamkeit in die Mitte der Zunge bringen kannst, hört das Denken auf.

Ein- und Ausatmen spüren

Oder, während der Atem ruhig einströmt, fühle den Ton „Hh“. Öffne leicht den Mund, als ob du etwas sagen wolltest. Dann atme ein und nimm den Ton wahr, der beim Einatmen entsteht. Es ist einfach ein „Hh“ – beim Einatmen wie beim Ausatmen.

Du sollst aber diesen Ton nicht etwa machen, sondern nur den einströmenden Atem auf der Zunge spüren. Er ist ganz leise. Du wirst das „Hh“ spüren. Es wird ganz leise sein, fast unhörbar.

Im Herzen hören

Fahre fort, einzuatmen und den Ton „Hh“ zu fühlen. Früher oder später wirst du wahrnehmen, dass dieser Ton nicht nur auf der Zunge, sondern auch in der Kehle gebildet wird. Aber dann ist er kaum noch wahrnehmbar.

Nur mit ganz intensiver Aufmerksamkeit kannst du ihn wahrnehmen.

Fange mit der Zunge an, und dann werde allmählich gewahr; fahre fort, es zu fühlen. Du wirst es in der Kehle hören, und schließlich wirst du es sogar im Herzen hören.

Und sobald es das Herz erreicht, bist du über den Verstand hinausgegangen.

Über die Zungenmitte vom Denken zum Nicht-Denken

Alle diese Techniken haben nur den einen Sinn:
dir eine Brücke zu bauen,
wie du vom Gedanken zum Nicht-Gedanken,
vom Denken zum Nicht-Denken,
von der Oberfläche zum Zentrum
gelangen kannst.“

 

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Osho, Zitat – Auszug aus
dem tantrischen Buch der Geheimnisse

 

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