Was ist Bewusstsein?

Bewusstsein kann man nicht üben. Kann man etwas tun?
Was ist Bewusstsein?

„Du kannst waches Wahrnehmen oder Bewusstsein nicht üben. Wenn du übst, aufmerksam wahrzunehmen, dann wirst du nur zu einem Beobachter. Beobachten ist nicht das gleiche wie bewusst zu sein.

Was kannst du dann tun? Verschmelzen und sich total hingeben. Wenn du eine Rose ansiehst, dann vergiss völlig, dass du auf ein Objekt siehst und du das Subjekt bist, das sieht.

Lasse die Schönheit dieses Moments, den Segen dieses Moments euch beide überwältigen, so dass du und die Rose nicht mehr getrennt voneinander seid. Ihr werdet zu einem gemeinsamen Rhythmus, zu einem Lied, zu einer einzigen Entzückung.

Verschmelzen so oft wie möglich erleben

Lieben, Musik zuhören, einem Sonnenuntergang zusehen…. lasse solche Situationen immer häufiger geschehen. Je öfter Verschmelzung passiert, desto besser. Bewusstsein ist keine Kunst, die man lernen kann, sondern mehr ein Kniff, den du herausfinden musst.

Wenn du ihn einmal gefunden hast, dann kann alles Bewusstheit anregen, jeder Moment – gleichgültig, wo du gerade bist.

Wenn bewusstes Wahrnehmen geschieht, dann gibt es da niemanden, der wahrnimmt und nichts, was wahrzunehmen ist. Die Bewusstheit ist ein klarer Spiegel, der nichts widerspiegelt. Sogar Bewusstsein ‚Spiegel‘ zu nennen, stimmt nicht. Es wäre besser, ’spiegeln‘ zu sagen.

Bewusstsein ist eher ein dynamischer Prozess von verschmelzen und sich vereinigen. Es ist kein statisches Phänomen, sondern ein Fluss. Die Rose erreicht dich und du erreichst die Rose. Bewusstsein ist, sein Wesen zu teilen.

Der Beobachter verstärkt dein Ichgefühl

Vergiss die Vorstellung, dass Bewusstsein der Beobachter ist. Der Beobachter kann geübt werden, Bewusstsein geschieht. Der Beobachter ist eine Art Konzentration und der Beobachter hält dich abgetrennt.

Der Beobachter wird dein Ichgefühl, dein Ego, stärken und vergrößern. Je mehr du zum Beobachter wirst, umso mehr wirst du dich wie eine Insel fühlen – abgetrennt, unnahbar, auf Distanz bedacht.

Über Jahrhunderte hinweg haben die Mönche in der ganzen Welt den Beobachter geübt. Sie mögen es Bewusstheit genannt haben, doch es ist keine Bewusstheit. Bewusstheit ist von ganz anderer Qualität.“

 

Osho, Zitat – Auszug aus The Book of Wisdom #23

 

Über Hingabe

 

Was ist Bewusstsein? Ein Osho Zitat

 

6 Kommentare

  • Hi Samarpan,
    was Du beschreibst ist meines erachtens Wahrnehmung. Bewusstsein ist noch eine Stufe weiter. Bewusstsein hat mit mir zu tun und bedeutet, wenn man es auseinandernimmt „bewusstes sein“. Das fängt mit Selbstreflexion an und geht weiter mit dem erkennen und annehmen von neuen Erkenntnissen, die in einer bestimmten Gesamtheit mein Bewusstsein erweitern…

    • Hi Jan,
      das finde ich super, dass du das so genau ausdrücken kannst, was Bewusstsein für dich ist. Wenn ich überhaupt irgendetwas mit all den Beiträgen auf FindYourNose erreichen will, dann dies: Dass sich der Leser klar darüber wird, wie das für ihn ist und was er oder sie fühlen und erfahren haben.
      Vielen Dank also für dein Feedback.
      In der Sache kann ich nicht viel sagen. Außer, dass auch ich einen Zustand von hingegebenen Sein, also eigentlich Nicht-Sein als Bewusstsein erfahren habe. Das setzt für mich den Weg durch das Sein voraus.
      To be or not to be – ist das die Frage? Ich würde antworten: Beides.
      Herzliche Grüße
      Samarpan

  • Hallo Samarpan,

    mal wieder Dank für Deine wertvollen Beiträge.

    Ich denke, wir müssen zuerst beobachten … das ist unser Schicksal … unser Sündenfall sozusagen … :-).
    (Liese sich in vielerlei Hinsicht erklären; lasse ich hier mal weg, damit es nicht zu langatmig wird…. :-) )

    Sobald wir aber unsere „Rolle“ kennen und den Unterschied zwischen „Beobachter und Wahrnehmer“ für uns „verifizieren“ können, haben wir die Möglichkeit vom „Beobachter zum Wahrnehmer“ zu werden. Dies geschieht allein durch „Lassen“. Einfach zulassen. Aber! – Zuerst müssen wir beobachten …. anders geht das nicht. Sonst hätte unser „Menschsein“ eine andere Entwicklung genommen. Wir hätten niemals ein „ICH- BEWUSSTSEIN“ entwickelt; was ja Apriori nicht falsch sein kann, weil es nun mal so ist … :-)

    Zuerst: „ICH-BIN“ …. dann: „ICH-LASSE“ …. vom Beobachten zum Wahrnehmen… vom Ich zum lassen vom Ich.

    Wünsche Dir einen schönen Tag,
    sam

    • Super, dass du so tolle Erkenntnisse dazu hast, Sam. Das ist genau, warum ich diese Arbeit mache, um Leute anzuregen, ihre Wahrheit und ihren eigenen Weg zu finden. Danke fürs Teilen.
      Liebe Grüße
      Samarpan

    • Hallo Sam,
      ich sehe es nicht so, dass wir zuerst beobachten MÜSSEN. Wir können beobachten. Aber es ist niemals unser Schicksal und schon garnicht unser Sündenfall. Sünde ist eine Erfindung der Kirche um Macht auszuüben.
      Erklärung: Was ist Sünde in wessen Augen bzw. nach wessen Bewertungsmerkmalen?

      Wer immer „nur“ beobachtet kann möglicherweise zum visuellen Wahrnehmer werden aber wahrhaftige Wahrnehmung bedeutet, mit ALLEN SINNEN. Ich brauchen einen Beobachter nicht fragen wie diese oder jene Blume duftet, ich brauche ihn nicht fragen wie dieses oder jenes Kraut schmeckt etc. Er weiß es einfach nicht weil er „lediglich“ in der Beobachter Rolle geblieben ist. Das hat leider garnichts mit Bewusstsein zu tun.
      Um bewusst sein zu können muss ich die Entscheidung treffen und den Mut haben auch selber aktiv zu werden. Sprich an der Blume zu riechen, die Kräuter zu probieren etc. Stelle Dir vor wo die Menschheit heute stehen würde wenn wir dieses Bewusstsein nicht entwickelt hätten! Wir hätten keine Entwicklung durchlebt bzw. erfahren. D.h. Entwickliung und Erfahrungen kommen ausschließlich aus der Aktion nicht aus der Beobachtung.
      Und deshalb habe ich auch im Kommentar oben geschrieben, dass Bewusstsein einen anderen Stellenwert hat, als der im Beitrag beschriebene.

      Liebe Grüße
      Jan

      • Genau!
        Hallo Jan, es gibt keinen Sündenbock. Die Kirche erfand ihn um ihre Macht auszudehnen, stimmt. Es geben auch keine Fehler, weil wir aus ihnen lernen. Alle Menschen auf diesen Planeten Erde tragen einen Beobachter in sich, denn ohne ihn – sind wir tot. Er speichert unsere Erfahrungen, lässt uns fühlen, handeln, sehen und sprechen, weshalb nach unseren Tod die leblose schwere Körper-Masse zurückbleibt. Wir achten nur nicht auf seine feinen Signale und Zeichen, weil wir so sehr mit der äußeren lauten Welt und Materialismus beschäftigt sind. Wenn wir Kontakt zu ihm aufnehmen, zeigt er uns, was – jetzt – für uns wichtig ist, und dann – bewusst – entscheide.
        Einen lieben Gruß Aymone

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