Du bist der Gastgeber, nicht der Gast

Das Leben ist eine große Party, Gäste kommen und gehen,
Schmerz, Freude, Glück, Leid...
Wir vergessen den, der immer da ist:
den Gastgeber.
Der Gastgeber ist Bewusstheit.
Der Gastgeber ist immer da,
gleichgültig, welche Gäste ankommen.
Du bist der Gastgeber, nicht der Gast

Du bist Bewusstheit

„Es gibt zwei Wege, dich von falschen Identitäten zu lösen. Du bist nicht das, was du gedacht und gefühlt hast, was du dir vorgestellt hast.

Was du bist, ist einfach der Zustand von Bewusstheit.

Was immer geschieht, du bleibst Bewusstheit. Du bist Bewusstheit –– diese Identität kann nicht zerstört werden. Diese Identität kann nicht negiert werden. Alles andere kann negiert und verworfen werden.

Bewusstheit bleibt das höchste Substrat, die höchste Basis. Du kannst sie nicht verneinen, du kannst sie nicht negieren, du kannst dich nicht von ihr distanzieren.

Das also ist der Prozess: Was nicht losgelassen werden kann, was du nicht von dir trennen kannst, bist du. Das, was du verwerfen kannst, bist du nicht.

Freude und Schmerz kommen und gehen,
der Gastgeber ist immer da

Schmerz ist da:
Einen Moment später ist er vielleicht nicht mehr da, doch du wirst noch da sein.

Freude ist gekommen und wird wieder verschwinden:
Sie war da und sie wird nicht mehr da sein – aber du wirst noch da sein.

Der Körper ist jung, dann wird der Körper alt…alles kommt und geht – die Gäste kommen und gehen,– aber der Gastgeber bleibt der gleiche.

Der Gastgeber ist achtsames Bewusstsein

Zen-Mystiker sagen: Gehe nicht in der Menge der Gäste verloren.

Erinnere dich daran, dass du der Gastgeber bist. Dieser Gastgeber ist die Bewusstheit. Dieser Gastgeber ist das achtsame Bewusstsein.

Was ist dieses grundlegende Element, das in dir immer gleich bleibt?
Sei nur dies und identifiziere dich mit nichts, was kommt und geht.

Aber wir identifizieren uns mit dem Gast. In der Tat ist der Gastgeber derart mit dem Gast beschäftigt, dass er alles vergisst.

Mulla, der gelangweilte Gastgeber

Mulla Nasrudin gab einmal eine Party für einige Freunde und Fremde. Die Party war sehr langweilig; die halbe Nacht war vergeudet und es war kein Ende abzusehen.

Da sagte ein Fremder zu Mulla:
‚Ich habe noch nie eine solche Party erlebt, so eine unsinnige Veranstaltung. Sie scheint kein Ende zu nehmen; ich langweile mich sehr und möchte am liebsten gehen.”‘

Mulla sagte:
‚Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe auch noch keine so langweilige und sinnlose Party erlebt, aber ich war nie so mutig wie Sie. Ich habe auch daran gedacht zu gehen, einfach weg zu laufen.‘

Also verließen sie beide die Party.

Als sie auf der Straße waren, fiel Mulla etwas ein, er sagte:
‚Da ist etwas falsch gelaufen – jetzt erinnere ich mich:
Ich bin ja der Gastgeber!

Entschuldigen Sie mich bitte, ich muss zurückgehen.”‘

Der Gastgeber ist in Vergessenheit geraten

So ergeht es jedem von uns:
Der Gastgeber ist verloren gegangen. Ständig gerät der Gastgeber in Vergessenheit.

Der Gastgeber ist dein beobachtendes Selbst. Erst kommt Schmerz, dann folgt Vergnügen. Es gibt Glück und Unglück. Und jeden Augenblick – was immer da kommt – identifizierst du dich damit, du wirst zum Gast.

Wenn ein Gast da ist, erinnere dich an den Gastgeber.

Es gibt so viele verschiedene Gäste: angenehme, schmerzhafte…; Gäste, die du magst, und Gäste, die du nicht magst; Gäste mit denen du leben möchtest, und Gäste, denen du aus dem Wege gehen willst – aber alle sind Gäste.“

 

Osho, Zitat – Auszug aus That Art Thou

 

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