Muss ich mich beim Meditieren konzentrieren?

Traditionelle Meditationstechniken beruhen darauf, sich auf etwas zu konzentrieren - den Atem bspw., um die Bewusstheit zu stärken. Moderne, aktive Meditationen kümmern sich nicht um Konzentration. Bewusstheit wird über Bewegung auf natürliche Weise erreicht.
Muss ich mich beim Meditieren konzentrieren?

Konzentration ist eine Technik, um den Zustand von Meditation zu erreichen

Im Yoga wird Konzentration als Vorstufe zur Meditation praktiziert. Der Yoga-Weg ist ein langer Weg mit schwierigen Übungen um sich bewusst zu konzentrieren. Der Verstand erschöpft sich dabei so, dass Loslassen am Ende des Wegs leicht fällt.

Der Zustand von Meditation beinhaltet keine Konzentration, sondern ist das einfache Sein – ohne Ziel, ohne Absicht, ohne etwas Erreichen zu wollen. Loslassen, das macht den Zustand von Meditation aus.

Meditation ist entspannt, wach, offen und hingegeben. Man könnte es mit dem offenen, weiten Himmel vergleichen.

Sich zu konzentrieren, das ist das Gegenteil von Meditation als Seins-Zustand. In der Konzentration verengt sich die Bewusstheit auf ein Objekt. In Meditation als Seins-Zustand fallen Objekt und Subjekt ineinander, es gibt nichts, auf was man sich konzentrieren könnte. Auch das Ich verschwindet.

Sich auf etwas zu konzentrieren, das kann für den Anfang hilfreich sein, denn es ist normal, dass der Kopf rattert und eine Art Anker benötigt, zu dem die Bewusstheit immer wieder zurück kommen kann.

Konzentrationstechniken bewirken unglaubliche Dinge

Durch Konzentrationstechniken lässt sich einiges bewirken. Von den Yogis, die auf Nägeln schlafen hast du vielleicht als Kind gehört. Dann gibt es Yogis, die 30 Jahre lang üben, Wasser durch ihren Penis „zu trinken“, beziehungsweise in den Körper aufzunehmen.

Oder andere Yogis, die Konzentrationstechniken nutzen, um über Stunden klinisch tot zu sein und dann wieder ins Leben zurückzukehren.

Es gibt viele schier unglaubliche Phänomene, die unter der Bezeichnung „Meditation“ laufen, doch eigentlich Konzentrations-Übungen und Visualisierungstechniken sind.

Auch im tibetischen Buddhismus gibt es unglaubliche Phänomene, die durch konzentrierte Visualisierung möglich werden: ‚Tummo‚ ist so eine Methode, die die Erhöhung der Körpertemperatur bis zu 8,3 Grad bewirkt.

Die Technik wird von tibetischen Mönchen praktiziert, die im Schnee oder in eisigen Höhlen meditieren. Der Holländer Wim Hof hat 10 Jahre Tummo praktiziert und sich 72 Minuten lang in Eis gepackt. Damit ist er ins Guiness Buch der Weltrekorde eingegangen.

Die Gefahr: Konzentrieren stärkt das Ego

Es beeindruckt, wozu der menschliche Geist fähig ist, wenn er konzentriert wird. Mönche aus den unterschiedlichsten Kulturen haben sich weißer Magie verschrieben und werden als Heiler, als Yogis, als Heilige verehrt.

Ohne Meister zahlt der Magier, der seine Bewusstheit auf ein Objekt ausrichten und es manipulieren kann, meist einen hohen Preis – denn Konzentration neigt dazu, das Ego zu stärken.

Bewusstseinstechniken, die sich auf Zentrierung beziehen, sind deshalb meist in spirituellen Schulen unter Obhut eines Meisters praktiziert worden. Mit seiner Hilfe erkennt der Schüler die Fallen des Egos und früher oder später werden Konzentrationstechniken nicht mehr für die spirituelle Entwicklung eingesetzt.

Traditionelle Meditationstechniken arbeiten mit Konzentration um Bewusstheit zu stärken

Die meisten traditionellen Meditationspraktiken enthalten Konzentration auf ein Objekt als Übungspraxis.

Konzentrationsübungen werden in allen Traditionen für hilfreich angesehen, um dem Schüler eine Ahnung darüber zu geben, was Bewusstheit überhaupt ist. Auch wird ihm so gezeigt, wie er Bewusstheit lenken kann und womöglich durch diese Techniken zu Bewusstsein, dem ultimativen Zustand von Meditation gelangen wird.

Konzentrationstechniken mögen die Aufmerksamkeit bspw. auf den Atem ausrichten – wahrzunehmen, wie er ein und ausströmt – oder die Zentrierung auf irgend ein Körperteil anregen, wie im Taoismus, wo die Bewusstheit beispielsweise auf den Zeh gelenkt wird.

Töne mögen zu Hilfe genommen werden, wie im tibetischen Buddhismus mit Gongs und Gesängen, oder ein Geruch, wie in der Sufi Tradition, wo das Parfum des Meisters den Schüler wachhält und ihn an seine Bewusstheit erinnert.

Die entspannte Ausrichtung auf ein Objekt ist eine Hilfe, sich nicht in Träumen zu verlieren, doch ist es noch keine Meditation.

Moderne Meditationstechniken wirken ohne Konzentration

Moderne, aktive Meditationsmethoden kümmern sich nicht um Konzentration als Unterstützung für Bewusstheit. Der Körper wird stark bewegt, es wird sich geschüttelt und getanzt, wodurch das ganze Energiesystem aufgeweckt wird.

Nach intensiver Bewegung ist der Meditierende bereit, wach und entspannt in Stille einzutauchen, mit ungerichteter Bewusstheit alle Objekte wahrzunehmen, einschließlich des Subjekts – dem der wahrnimmt.

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