Schmerzen beim Meditieren verstehen

Beim Meditieren tauchen Schmerzen im Körper auf, das ist ganz natürlich. Warum?
Schmerzen beim Meditieren verstehen

Dies ist Oshos Antwort auf eine Frage über Schmerzen
nach der OSHO Dynamischen Meditation.
Auch wenn sich diese Antwort auf eine aktive Meditation bezieht,
ist die Antwort generell für jede Art von Meditation relevant.

 

„Mache weiter – es wird vorbeigehen. Die Gründe für die Schmerzen sind offensichtlich. Es gibt zwei Gründe. Erstens ist es eine kraftvolle Übung und dein Körper muss sich daran gewöhnen. Daher wirst du drei oder vier Tage lang spüren, wie dein ganzer Körper weh tut. Das ist bei jeder neuen Übung der Fall, aber nach vier Tagen wird es vorbeigehen, und dein Körper wird stärker sein als je zuvor.

Im Körper stecken viele unterdrückte Emotionen

Doch das ist nicht das Wesentliche. Das Wesentliche geht tiefer, die modernen Psychologen haben es herausgefunden. Dein Körper hat nicht nur die körperliche Ebene. In deine Muskulatur, in die Struktur deines Körpers haben sich durch Unterdrückung viele Dinge eingenistet. Wenn du Wut unterdrückst, geht das Gift in deinen Körper. Es geht in die Muskeln, es geht ins Blut.

Wenn du irgendetwas unterdrückst, ist es nicht nur eine mentale Angelegenheit, es ist auch körperlich, denn du bist nicht wirklich geteilt. Du bist nicht Körper und Denken; du bist ein Körper-Denk-System – psychosomatisch. Du bist beides zusammen. Alles was du also mit deinem Körper machst, kommt in deinem Denken an und was du denkst, erreicht den Körper, weil Körper und Denken zwei Pole derselben Einheit sind.

Wut, die niemals ausgedrückt werden darf

Wenn ein Tier wütend wird, wird es wütend. Es hat keine Moral, keine Lehre bezüglich der Wut. Es wird einfach wütend und damit ist die Wut freigesetzt. Wenn du wütend wirst, wirst du ähnlich wütend wie das Tier. Aber dann ist da die Gesellschaft, die Moral, die Etikette und tausenderlei Dinge. Du musst den Ärger herunter drücken. Du musst zeigen, dass du nicht wütend bist, du musst lächeln, ein aufgesetztes Lächeln! Was geschieht dabei im Körper? Der Körper war bereit zu kämpfen – entweder zu kämpfen oder zu fliehen, vor der Gefahr wegzulaufen. Der Körper wollte etwas tun, er wäre aggressiv, gewalttätig geworden.

Hätte er aggressiv und gewalttätig werden können, dann hätte sich die Energie entladen. Aber du kannst es nicht sein – es ist nicht angebracht, also unterdrückst du sie. Aber was geschieht mit all den Muskeln, die bereit waren anzugreifen? Sie werden verkrüppelt. Die Energie hat sie zu Aggressivität gedrängt und du drängst sie zurück. Es wird einen Konflikt geben. In deinen Muskeln in deinem Blut, in deinem Körpergewebe wird es einen Konflikt geben. Sie wollen sich ausdrücken, aber du unterdrückst sie. Dadurch wird dein Körper verkrüppelt.

Meditation setzt Giftstoffe im Körper frei

So ist es mit jeder Emotion und das geschieht jahrelang, Tag für Tag. Dadurch wird dein Körper überall verkrüppelt. Alle Nerven verkrüppeln. Sie fließen nicht, sie sind nicht flüssig, sie sind nicht lebendig. Sie sind abgestorben, sie sind vergiftet, sie sind verknotet. Sie sind nicht natürlich. Wenn du nun beginnst zu meditieren, werden all diese Giftstoffe freigesetzt und überall, wo der Körper stagniert, muss es schmelzen, wird es wieder flüssig werden. Das ist eine große Anstrengung. Wenn du vierzig Jahre lang ein falsches Leben gelebt hast und dann plötzlich meditierst…

Beim Meditieren gerät der Körper in Aufruhr

Der ganze Körper ist in einem Aufruhr. Du wirst überall im Körper Schmerzen haben. Aber diese Schmerzen sind gut und du musst sie willkommen heißen. Erlaube dem Körper, wieder zu fließen. Er wird wieder anmutig und kindlich werden. Du wirst deine Lebendigkeit wiedergewinnen. Aber ehe diese Lebendigkeit da ist, müssen die toten Teile gerade gebogen werden, und das tut ein bisschen weh.

Dein Körper muss viele Gifte freisetzen. Du bist vergiftet und du wirst Schmerzen haben, weil diese Gifte sich im Körper festgesetzt haben. Nun entsteht wieder ein Chaos. Diese Meditation soll ein Chaos in dir bewirken, damit du neu geordnet werden kannst, damit eine neue Ordnung möglich wird. So wie du bist, musst du zerstört werden; nur dann kann etwas Neues geschaffen werden. Es wird schmerzhaft sein, aber diese Schmerzen lohnen sich.

Jetzt ist der Körper nur eine Hülse

Mache also weiter mit der Meditation und erlaube dem Körper Schmerzen zu haben, erlaube dem Körper keinen Widerstand zu leisten, lasse ihn in seine Agonie gehen. Diese Agonie kommt aus der Vergangenheit, aber sie wird verschwinden. Wenn du bereit bist, wird sie verschwinden. Und wenn sie verschwindet, dann hast du zum ersten Mal einen Körper. Was du jetzt hast, ist nur ein Gefängnis, eine Hülse…tot. Du bist eingeschlossen; du hast keinen beweglichen, lebendigen Körper. Selbst die Tiere haben einen schöneren, einen lebendigeren Körper als du.

Mache einfach mit der Meditation weiter. Ich habe hunderte von Menschen durch denselben Prozess gehen sehen. In ein paar Tagen sind die Schmerzen verschwunden, und wenn sie weg sind, wird dein Körper von einer subtilen Freude umgeben sein.

Jetzt kannst du keine Freude empfinden, weil der Schmerz da ist. Ob du es weißt oder nicht, aber dieser Schmerz sitzt überall in deinem Körper. Es ist dir nur nicht mehr bewusst, weil du ihn immer hattest. Alles was immer da ist, verschwindet aus deinem Bewusstsein. Durch Meditation wirst du bewusst und dann sagt der Verstand: „Mache das nicht; der ganze Körper tut weh.“ Höre nicht auf den Verstand. Mache einfach weiter.

Die subtile Freude im Körper entdecken

Innerhalb einer gewissen Zeit wird der Schmerz heraus geworfen sein und wenn dann der Körper wieder aufnahmebereit ist und keine Verhärtungen mehr da sind, keine Gifte mehr, dann wirst du ständig in ein subtiles Gefühl der Freude eingehüllt sein. Was immer du tust oder nicht tust, du wirst immer eine subtile Schwingung der Freude in deinem Körper empfinden.“

 

Osho, Zitat – Auszug aus  The Supreme Doctrine

 

Ein Hinweis:

„Wenn du um deine körperliche Gesundheit besorgt bist, wenn du zum Beispiel einen schwachen Rücken oder ein schwaches Herz hast, dann sprich mit deinem Arzt, bevor du die aktiven Methoden ausprobierst. Wenn du drei Tage nach Beginn der Übung noch Schmerzen hast, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Auch bei stillen Meditationen können Schmerzen empfunden werden.

Lies auch: Sind Schmerzen in der Meditation normal?

 

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