Innerer Widerstand in der Meditation

Jedem Meditierenden begegnet er in vielen Gesichtern: der Widerstand gegen Meditation.
Widerstand in der Meditation

Wenn wir keinen Widerstand gegen Schönheit, Wahrheit und Seligkeit hätten, dann bräuchten wir keine Meditationsmethoden. Es ist ganz normal – für jeden Menschen – sich gegen das zu wehren, was ihm gut tut und was für ihn natürlich ist.

Meditationen helfen, Widerstände als solche zu erkennen. Die dynamischen Methoden verstärken die Widerstände sogar noch absichtlich, damit sie noch besser wahrgenommen werden können.

Selig lächelnde Abbilder von meditierenden Menschen verbergen die nüchterne Realität, der jeder von ihnen unweigerlich vorher begegnen musste: Der liebevollen, wachsamen Sicht dessen, was sich als besonders wichtig und unglaublich dringend verkauft – dem Widerstand.

Versteckte Widerstände

Widerstände gibt es in allen Schattierungen und Formen. Das können körperliche Schmerzen und Unwohlsein sein, die vordergründig Anlass geben, nicht mehr zu meditieren.

Oder psychische, wie zum Beispiel das Ansammeln von Erkenntnissen mit dem einhergehenden Gefühl, dass alles klar ist und Meditation nicht mehr gebraucht wird. Oder zu glauben, keine Zeit für Meditation zu haben …

Widerstände verstecken sich auch hinter „spirituellen Erfahrungen“, plötzlich begegnet man Buddha oder Jesus oder Lichtwesen, Engeln, Meistern und Göttern. Die Kundalini erhebt sich, Farben zeigen sich und das siebte Chakra öffnet sich.

„WOW. Unglaublich, was da alles Tolles passiert.“ Oder, ein weiterer, beliebter Widerstand gegen Meditation ist die Begegnung mit dem ‚Soulmate‘, dem Seelengefährten, der wahren Liebe im Leben. Das Unterhaltungsprogramm ist unbegrenzt, alles wird dankbar angenommen, was von sich wegführt.

Meditation ist die Begegnung mit dem Subjekt, demjenigen, der wahrnimmt, der jetzt hier sitzt und jetzt das liest.

Erkenntnisse als Widerstand?!

Meditation bewirkt nach und nach eine Transformation deiner Persönlichkeit. Dein bisheriges Selbstbild wird erweitert, und da wir uns durch unser Selbstbild definieren, können dabei Ängste in Form von Widerständen gegen die Meditation auftreten.

Dies kann in den unterschiedlichsten Weisen geschehen, von offensichtlich bis sehr subtil. Aber alle von ihnen haben das gemeinsame Ziel, dich von dem Zustand der Meditation abzuhalten.

Wie könnten solche Widerstände aussehen?

Auf der geistigen Ebene beispielsweise durch „Erkenntnisse“, die Meditation überflüssig machen, auf der seelischen Ebene durch unangenehme Gefühle oder auf der körperlichen Ebene als auftauchende Schmerzen.

Es kann auch sein, dass du deine Erledigungen plötzlich immer so anordnest, dass gerade für die Meditation keine Zeit mehr bleibt, oder du dein Vorhaben zu meditieren immer wieder aufschiebst, plötzlich ganz andere Interessen entwickelst oder ähnliches.

Wie mit Widerständen umgehen?

Ein Widerstand kann dich auf zwei Arten blockieren: Entweder du gibst ihm nach und die Meditation auf – dann hat er sein Ziel erreicht. Oder du kämpfst ständig gegen ihn an – dann beschäftigt er dich und bewirkt dadurch, dass du deine Energie in den Kampf gegen ihn bindest, anstatt sie deiner Meditation zugute kommen zu lassen …“

Die Persönlichkeitstheorie der Freud’schen Psychoanalyse spricht von „Abwehrmechanismen des Ich“ wenn innere oder äußere Realität in die Gesamtpersönlichkeit nicht integriert werden kann, wenn Erleben abgewehrt werden muss, wenn Konflikte zwischen Es – Ich – über Ich und äußerer Realität nicht gelöst werden können.

Diese Abwehrmechanismen (Verdrängung, Verleugnung, Phantasie, Projektion etc.) sind in der Meditationspraxis als Widerstand wirksam und erfahrbar, es sind unsere selbst errichteten Mauern, die uns hindern, zu unserer wahren Natur durchzudringen. Mauern, die erst dann verschwinden werden – wenn wir sie nicht mehr als Schutz brauchen.

Meditation ist nüchtern

Die folgenden Beispiele sind Zeugen für die nüchterne Realität der Meditation. Die Realität der Meditation liegt nicht in wunderbaren Welten, sondern ist die Bereitschaft, sich mit der augenblicklichen Situation auseinander zu setzen.

Diese Bereitschaft führt uns dann zu einer „Institution“ in uns, die „der Beobachter“ genannt wird. Mit ihm gilt es, sich mehr und mehr zu identifizieren. Dann bekommt das Leben seine eigentliche Realität: die Nüchternheit – Es ist wie es ist.

Oder wie es ein Zenmeister formulierte: „Wenn ich esse, esse ich.

Teilnehmer an einem Meditationsseminar berichten von wahrgenommenen Widerständen

(und damit erfolgreicher, realer Meditation):

  • Gedanken, Gedanken
  • Konsum jeder Art: Substitute
  • Ein Brustwirbel tut weh
  • Zweifel, ist dies das Richtige was ich mache?
  • Ich bin ein einziger Widerstand
  • Verwirrung
  • Innere Unruhe
  • Überempfindlichkeit
  • Da spielt sich ein Kampf in mir ab
  • Totale Erschöpfung – Folge oder Flucht?
  • Hindernisse sind bei mir oft alte Gewohnheiten
  • Oberarme, Schultern, Brust schmerzen

Widerstände in der Meditation auf www.wieobensounten.de ausführlich nachlesen

Ein Positivbeispiel: Widerstandslos im Baulärm meditieren

„Je weiter du fortschreitest in deiner Meditation, desto weniger wirst du dich durch äußere Störungen aus der Ruhe bringen lassen. Am Anfang können Straßengeräusche oder ähnliches schon nervig sein.

Der Trick liegt darin, sich nicht von ihnen aus der Ruhe bringen zu lassen, sondern sie als Teil der Außenwelt hinzunehmen und zu akzeptieren, wie alle anderen Sinneseindrücke.

Joachim-Ernst Behrend hat mir dazu mal eine schöne Geschichte erzählt: In den sechziger Jahren war er einer der Ersten, die in einem japanischen Zen-Kloster meditieren wollten.

Zu diesem Zweck begann er einen Briefwechsel mit einem Zen-Kloster in Kyoto. Er wurde eingeladen und flog freudig hin.

Dort angekommen, erlebte er allerdings einen Kulturschock, denn ihm war nicht das Ausmaß der Tatsache bewusst gewesen, dass Kyoto trotz aller Tempel auch eine weltliche Großstadt ist.

Direkt gegenüber des Klosters wurde gerade ein Hochhaus gebaut, und so war im Zen-Kloster den ganzen Tag der Lärm der Baustelle zu hören.

Er war sehr enttäuscht und wollte sofort wieder abreisen, denn er konnte sich nicht vorstellen, wie in aller Welt man bei dem Lärm der Presslufthammer meditieren können sollte! Aber da er schon mal da war, wollte er sich zumindest mal mit dem dortigen Zen-Meister unterhalten haben.

In dem Gespräch riet ihm der Meister, die Meditation dennoch auszuprobieren, da er doch nun schon mal da sei. Das leuchtete ihm ein, und so probierte er es.

Die Auseinandersetzung mit seinem Widerstand gegen den Lärm war nicht einfach, aber lohnenswert, denn mit der Zeit schaffte er es, die Geräusche als ständige Begleiter anzunehmen, und so hatte er schließlich sehr tiefe Meditationserfahrungen, die er ohne die Auseinandersetzung mit seinen Widerständen vielleicht nicht gehabt hätte.

Der Krach war zwar immer noch da, aber er störte ihn nicht mehr, genau wie er ja auch ständiges Brandungsrauschen vor der Tür nicht unbedingt als Störung hätte empfinden müssen.“

Das Zitat stammt von ‚cosmic love‘,
einer Webseite, die nicht mehr online ist

Von Zen Dichter Kanzan

Über Essen zu reden, füllt dir nicht den Magen,

über Kleidung zu schwafeln, hält dich nicht warm.

Es ist eine Schale Reis, die deinen Bauch füllt.

Um dich warm zu halten, braucht es ein paar Kleidungsstücke.

Obwohl du das weißt,

beklagst du dich im gleichen Atemzug,

dass der Buddha schwer zu finden ist.

Richte deinen Wahrnehmung nach innen!

Dort ist der Buddha!

Warum solltest du ihn also überall sonst suchen?

 

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