Es passiert nichts, wie lange soll ich noch meditieren?

Wie lange muss man meditieren?
Schon die Frage zeigt, dass du auf außergewöhnliche Erfahrungen wartest. Lies hier, warum Meditation keine Frage von Zeit und Häufigkeit ist...
Es passiert nichts, wie lange soll ich noch meditieren?

Worauf wartest du beim Meditieren?
Auf was wartest du?

Auf eine spirituelle Erfahrung?
Darauf, dass du dich in Stille auflöst?
Dass du glücklich und zufrieden bis ans Ende der Welt lebst?

Jeder Meditierende hat so seine Vorstellungen im Kopf, was in der Meditation geschehen sollte. „Erfolg“ in der Meditation wird nach den Erfahrungen gemessen, die die Erwartungen erfüllen.

Dabei ist der Zustand der Meditation ein zielloser Zustand. Du meditierst absichtslos, ohne nach ‚Erfolg‘ zu streben, ohne Erwartungen zu nähren und nimmst einfach den Moment in all seiner Größe und Facettenreichtum wahr.

Meditation ist das, was wir schon sind.
Jetzt.
Klar wahrzunehmen ist zentral.

Eine Zen-Geschichte

Ein Schüler kommt zu einem Zen-Meister und bittet ihn darum, ihm zur Wahrheit zu verhelfen.
Dieser sagt: „Kannst du warten?
Der Schüler fragt: „Wie lange?
Darauf der Meister: „Verschwinde von hier.

Spirituelle Erfahrungen sind nebensächlich

„Es ist überhaupt nicht notwendig, irgendwelche außergewöhnlichen Erfahrungen in der Meditation zu haben. Die können passieren, doch wenn sie es nicht tun, dann ist das kein Zeichen dafür, dass die Zeit der Meditation nutzlos war.

Nicht nur am Anfang, sondern immer wieder wird es Zeiten geben, in denen wir eine große spirituelle Trockenheit und Abgestumpftsein spüren, oder eine Abneigung gegen das Meditieren haben, ja sogar nicht mehr dazu fähig sind, zu meditieren.

Geduldig weiter meditieren

Wir dürfen uns von diesen Erfahrungen nicht abhalten lassen. Vor allem dürfen wir uns nicht daran hindern, weiterhin unsere Meditations-Praxis mit großer Geduld und Treue beizubehalten. Es ist nicht gut für uns, die vielen Erfahrungen, die wir mit uns in der Meditation haben, zu ernst zu nehmen.“

Dietrich Bonhöffer, Zitat von gaia.com

 

Womöglich meditierst du mit der falschen Meditationstechnik?

Es kann sein, dass du eine falsche Technik anwendest. Fühle nach, ob dir die Meditationstechnik gut tut, ob du sie gerne machst, ob sie dein Herz öffnet und dich entspannt. Falls nicht, wechsle zu einer anderen Meditationsmethode.

Experimentiere und probiere aus, was dich anzündet und Spaß macht. Meditation an sich ist das Vergnügen, der ‚Erfolg‘ spielt keine Rolle.

Meditation geschieht ohne unser Zutun

Warten auf Nichts, ohne Hoffnung, ohne Vorstellung, ohne der Suche nach Erfolg oder Misserfolg… nur hier zu sein, das ist Meditation. Die Tiefe dieses Zustands ist nicht zu machen, auch nicht durch ‚fleißiges Meditieren‘. Der Zustand der Meditation geschieht.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass jede Minute praktizierter Meditationstechnik etwas bewirkt, auch wenn das nicht sogleich zu be-greifen ist. Habe also Geduld, finde die richtige Meditationstechnik und mache einfach weiter, gleichgültig, was geschieht oder nicht.

Geschichte vom ‚unbewussten Zen-Meister‘

Eines Tages erschütterte ein Erdbeben den ganzen Zen-Tempel. Einige Teile fielen in sich zusammen. Viele der Mönche waren geschockt.

Als das Erdbeben stoppte, sagte der Lehrer:
„Jetzt hattet ihr also mal die Gelegenheit zu sehen, wie ein Mann des Zen mit einer Krisensituation umgeht. Ihr werdet bemerkt haben, dass ich nicht in Panik war.

Ich war total bewusst darüber, was geschah und was zu tun ist. Ich habe euch alle in die Küche geführt, die der stärkste Bereich des Tempels ist. Das war eine gute und richtige Entscheidung, denn wir haben alle ohne Verletzungen überlebt.

Trotz meiner Selbstkontrolle und Zentrierung fühlte ich mich ein wenig angespannt, was ihr wahrscheinlich daran gemerkt habt, dass ich ein großes Glas Wasser trank – etwas, was ich ja sonst nicht tue.“

Einer der Mönche lachte, aber sagte nichts dazu.
Worüber lachst du?‘, fragte der Lehrer.
Das war kein Wasser,‘ antwortete der Mönch, ‚das war ein großes Glas Soja Sauce.‘

Gelangweilt? Schaue tiefer…

Und schließlich mag die enttäuschte Erwartungs-Haltung zu Meditation auf Langeweile basieren. Langweilt es dich womöglich, ständig zu sitzen und deinen Atem zu beobachten? Normalerweise geschieht nicht viel in Meditation…

„Langeweile ist nicht das Problem, denn Langweile ist nur ein Nebenprodukt. Tief drinnen steckt das wirkliche Problem: Bist du bereit, das Neue zu erforschen?

Bist du bereit, dich auf ein neues Abenteuer einzulassen?

Abenteuer bedeutet Risiko. Man weiß nie, wie es ausgeht. Vielleicht wird dein Leben besser werden, vielleicht wird es schlechter als zuvor. Darüber gibt es keine Sicherheit.

Die einzige Sicherheit im Leben ist die Unsicherheit. Man kann sich nur über die Unsicherheit sicher sein, sonst über nichts. Das Neue macht die Menschen ängstlich. Sie halten sich an dem Alten fest.

Deshalb sind die konventionellen Leute in der Welt wie eine tote Last. Wegen ihnen passiert keine Veränderung, denn sie bestehen darauf, die alten Mustern beizubehalten.“

Osho

Ein letzter Hinweis

Geduld!
Es braucht ein wenig Übung, bis du HIER wahrnehmen kannst.
So zehn oder zwanzig Leben lang.

Das nur als Ansporn :)

 

Häufige Fragen zu Meditation

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Es passiert nichts, wie lange soll ich noch meditieren?

1 Kommentar

  • “ Es passiert nichts, wie lange muss ich noch meditieren?“ Das habe ich früher auch einmal gedacht…und irgendwann passierte dann doch etwas und immer mehr und mehr. Heute bin ich zwar noch nicht erleuchtet, aber man könnte wohl eine Glühbirne an mir anschließen und der würde sicher ein Lich aufgehen.

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