Buddhas Geschichte über den Elefanten und die Blinden

Buddhas Geschichte vom Elefant und den Blinden

„In dem Hofstaat eines Königs begannen die Gelehrten über Göttlichkeit zu debattieren. Der König war kein normaler König, er war ein echter König – ein König der inneren Welt. Sein Königreich im Außen war ihm nur durch einen Zufall gegeben worden.

Damals lag ein großer König im Sterben. Er hatte keinen Sohn. Noch vor seinem Tod verfasste er seinen letzten Willen, dass, wer auch immer am nächsten Morgen als erstes die Stadt betrete, König werden sollte. Es war nur ein Zufall, dass dieser meditierende Mann der erste war, der durch das Tor ging. Er wurde also König. Schon vorher war er König seiner inneren Welt geworden.

In seinem Hofstaat diskutierten die Gelehrten über Göttlichkeit.
Der König lachte und sagte:
„Passt einmal auf, sammelt alle blinden Leute in der Stadt“.
Das geschah und der König fragte die Blinden:
„Wisst ihr, was ein Elefant ist?“
Und sie antworteten: „Ja“.

Dann gab es eine große Diskussion.
Der eine Blinde sagte „Ein Elefant sieht so aus,“
ein anderer sagte: „Ein Elefant sieht doch so aus…“
Ihre Aussagen widersprachen sich völlig.
Einer der Blinden hatte nur den Körper berührt,
der andere hatte das Ohr angefasst,
der dritte nur das Bein getastet… und so weiter.
Ihre Beschreibungen waren so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann.

Der König sagte zu seinen Gelehrten:
„Hört zu, diese blinden Leute können sich nicht darüber einigen, was ein Elefant ist. Sie haben alle etwas vom Elefant wahrgenommen – und ihr? Die Blinden haben zumindest etwas von einem Elefanten berührt… doch ihr habt noch nicht einmal einen Teil von Gott mitbekommen und streitet euch darüber. Ihr seid blinder als diese blinden Leute. Was ihr auch sagt, es ist alles Unsinn. Ihr könnt die Heiligen Schriften zitieren, doch das hilft nicht.

Du weißt überhaupt nichts, außer du hast Göttlichkeit wirklich gesehen.“

 

Osho, Zitat-Auszug aus The Perfect Master Vol.2 #1

 

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