Beziehungsprobleme: Du siehst, was du sehen willst

Bei Beziehungsproblemen lohnt es sich die Ursache anzusehen. Du bist es selbst. Schaue tief in dein Denken und dein Wünschen und entdecke, was du auf deinen Partner projizierst und überträgst.
Beziehungsprobleme: du siehst, was du sehen willst

Du verliebst dich in jemanden und wenn dich jemand fragt, „Warum?“, dann antwortest du: „Weil die Person so schön ist. Sie hat ein feines Gesicht …“ In Wirklichkeit ist es genau anders herum. Nicht etwa wegen einer schönen Person hast du dich verliebt. Die gleiche Person kann am nächsten Tag hässlich aussehen. Sie bleibt die selbe, mit dem selben Gesicht, aber alles hat sich verändert.

Das passiert so oft und doch ist dir der wahre Mechanismus nicht bewusst. Du suchst jemanden, auf den du deine Sehnsüchte übertragen kannst und dann glaubst du daran. Du sagst zum Beispiel: „Ich kann ohne dich nicht leben!“ Und bald kommt der Moment, in dem du MIT ihr oder ihm nicht leben kannst. Warum ist das so? Weil du die Dinge in der falschen Reihenfolge siehst.

Der geliebte Mensch ist Projektionsfläche

Du verliebst dich. Das bedeutet in Wirklichkeit, du beginnst deine Wünsche auf jemanden anders zu übertragen. Du projizierst. Liebe ist hypnotisch. Liebe ist ein sehr feiner Zustand, in dem alles auf den anderen übertragen werden kann – alles! Der oder die Geliebte ist also nicht wirklich im Außen, er oder sie sitzt innen.

Die geliebte Person ist lediglich eine Projektionsfläche, eine Leinwand. Du hast viel auf sie übertragen, viel in sie hineingesteckt. In dem Moment, wo du nichts mehr auf sie legst, wird die Person ganz gewöhnlich. Dann gibt es keinen Schein mehr um sie herum. Alles ist weg. Die Person ist einfach nur noch gewöhnlich, sogar weniger als gewöhnlich, denn jetzt ist sie ohne Glanz.

Bei Beziehungsproblemen Wunschgedanken wahrnehmen

Es ist dein eigenes Denken, das dich glücklich oder leidend macht — es hängt von dir ab. Wenn du dieses Geheimnis einmal kennst, dann kannst du alles in Gold verwandeln. Wenn du einmal beginnst, Leiden in Glück zu verwandeln, dann gibt es keinen Zustand mehr, der besser als der andere ist. Du kannst alles verwandeln und dann weißt du aus Erfahrung, dass so, wie du den anderen siehst, nur eine Übertragung von dir selbst ist. Dein Denken verursacht den ganzen Trick.

Aber man muss viel tun, um sich dieser Tatsache bewusst zu werden. Man muss den Mechanismus in der Tiefe verstehen und tief eintauchen in das Phänomen des Wünschens und Verlangens, des Vermeidens, des sich Sehnens und des Flüchtens … Man muss tief in seine Sehnsüchte hinein sehen. Und damit ist keine intellektuelle Auseinandersetzung gemeint, sondern die fast wissenschaftliche Erforschung des Denkens.

Du bist ein Magier
und erschaffst dir die Welt,
wie du sie möchtest

Zuerst projizierst du und dann fühlst du dich schlecht oder glücklich und bist dir dabei nie bewusst, dass du selbst der Schöpfer deiner Stimmungen bist. Jeder ist ein Magier. Und jeder trickst sich selbst aus. Dann werden diese Tricks zur Gewohnheit, sie werden mechanisch. Du kannst sie bis in die Unendlichkeit wiederholen.“

 

Osho, Zitat – Auszug aus That Art Thou, #8

 

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