Spielerisch sein – beim Meditieren, in der Arbeit, im Leben

Damit Meditation nicht nur eine einstündige Sache bleibt, lerne im Alltag zu spielen. Spielerisch sein - in der Meditation, der Arbeit, im ganzen Leben!
Spielerisch sein - beim Meditieren, im Leben, in der Arbeit

Anmutige(r), spiele.
Das All ist eine leere Hülle
worin dein Geist grenzenlos herumtollt.

Weisheit aus dem tantrischen Buch der Geheimnisse

 

„Wenn du nichts tust, ist es gut, dich in tiefe Leere, in den inneren Abgrund hineinfallen zu lassen. Aber du kannst nicht den ganzen Tag lang nichts tun. Du wirst irgend etwas tun müssen. Du musst unweigerlich aktiv werden, sonst kannst du nicht leben. Leben heißt, aktiv zu sein.

Du kannst also ein paar Stunden lang nichts tun, doch während der restlichen Zeit wirst du dich aktivieren müssen. Und Meditation ist etwas, das zu deinem Lebensstil werden sollte, sie darf nichts Abgetrenntes bleiben.

Sonst wirst du Meditation gewinnen und wieder verlieren; dann werden auf 1 Stunde Inaktivität 23 Stunden Aktivität kommen. Die Aktivkräfte werden überwiegen und sie werden allen Gewinn zerstören, der sich während deiner Inaktivität eingestellt hatte. Die aktiven Kräfte werden ihn zerstören.

Und am nächsten Tag wirst du das Gleiche wiederholen: 23 Stunden lang baust du deinen ‚Macher‘ auf und 1 Stunde lang wirst du damit aufhören. Das wird schwer werden.

Arbeit als Spiel ansehen

Du musst also deine ganze Einstellung zur Arbeit und zum Nichts-Tun ändern. Deine Arbeit sollte als Spiel betrachtet werden, nicht als Arbeit. Du darfst sie nicht ernst nehmen, sei einfach wie spielende Kinder. Sie ist bedeutungslos, da gibt es nichts zu erreichen. Man hat einfach seinen Spaß an dem, was man tut.

Achte einmal auf den Unterschied, wenn du ab und zu spielst. Wenn du arbeitest, ist alles anders: Da bist du ernsthaft, bedrückt, verantwortlich, besorgt, eifrig. Denn dein Motiv ist das Ergebnis, das Endergebnis. Die Arbeit an sich ist es nicht wert, genossen zu werden. Was zählt, liegt erst in der Zukunft, im Endergebnis.

Spielen ist ohne Ziel

Beim Spielen gibt es in Wirklichkeit kein Ergebnis. Der bloße Verlauf macht glücklich. Und dabei machst du dir auch keine Sorgen: Es ist ja nicht ernst. Selbst wenn du ein ernstes Gesicht machst, tust du nur so.

Beim Spielen genießt du einfach nur den Ablauf. Diese Dimension des Spielens musst du in dein ganzes Leben einbringen: Gleichgültig, was du tust, lasse dich so rückhaltlos auf diese Tätigkeit ein, dass das Ziel unbedeutend ist. Mag es kommen – es muss ja kommen; aber es beschäftigt dich innerlich nicht. Was dich betrifft – du spielst, du hast deinen Spaß.

Auch beim Meditieren spielerisch sein

Spielerisch sein ist eine der tiefsten Voraussetzungen für alle meditativen Prozesse. Sogar also wenn wir meditieren schielen wir aufs Endergebnis, auf das, was unterm Strich dabei herauskommt.

Und egal, was passiert – du wirst damit nicht zufrieden sein. Wenn du spielerisch mit dem Leben umgehst, kannst du auch in deinem Innern spielerisch mit deinen Gedanken umgehen. Dann verhalte dich so, als würdest du dir einfach nur ein Fernsehprogramm anschauen: Du bist nicht betroffen, du bist nur ein Zuschauer, ein Zaungast. Schau zu und genieße.

Sag nicht ‚gut!‘, sag nicht ’schlecht!‘, urteile nicht, klatsche nicht Beifall, so, als ginge es da um ernste Dinge. Wenn sich auf deinem Bildschirm eine nackte Frau zeigt, sag nicht, dass das schlimm sei, dass dir da irgendein Teufel Fallen stelle. Sieh hin, als wäre es nur eine Leinwand, eine Filmleinwand. Und gehe spielerisch damit um.

Wenn du mit einem Gedanken spielerisch umgehen kannst, wird er sehr bald wegfallen, weil sich der Verstand nur so lange halten kann, wie du ernsthaft bist. Ernsthaftigkeit ist der Kitt, ist die Brücke.“

 

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Osho, Zitat – Auszüge aus
dem tantrischen Buch der Geheimnisse

 

Meditationen für den Alltag

 

 

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