Meditation ist nicht einfach

Ein Kommentar zur Ankündigung von 'Meditation meets Marketing' regt mich an, über Meditation im Alltag nachzusinnen. Ich komme zu dem Schluss, dass es nicht einfach ist, im Alltag meditativ zu sein.
Meditation ist nicht einfach

Traurig‚, kommentiert ein Facebook Freund die Ankündigung für Meditation meets Marketing (ein Workshop von FindYourNose). Später schreibt er erklärend: ‚Was ich traurig finde ist, dass einfache Dinge, wie Meditation zu Geschäftsideen werden und aus allen Geld gemacht werden muss…‘ Ok. Ich antworte gerne, Schritt für Schritt.

Über die Einfachheit von Meditation.

Ja, letztendlich ist Meditation einfach. Der Zustand von Meditation – auch Göttlichkeit, Wahrheit, Liebe, Bewusstsein, Nichtsein u.a…. genannt – wird dennoch traditionell als etwas Besonderes angesehen. Etwas, das nicht für jeden ist und das nur auserwählte, besondere Menschen erfahren können. Etwas, das religiöse Gebote braucht, um ES ins Leben zu bringen. Etwas, das eine unterstützende Umgebung oder eine bestimmte Form von Arbeit benötigt, um erkannt und gelebt zu werden.

Der Alltag und das Wesentliche finden in der gewohnten Welt für die meisten Menschen keinen gemeinsamen Nenner. Weil sie es nicht anders kennen, entsagen Menschen mit Sehnsucht nach Wahrheit daher der Welt und gehen in die Klöster oder zu heiligen Tempeln — sie kommen nicht auf die Idee, gleiches in einem Workshop über Marketingtechniken zu suchen. Die Erfahrung eines jeden unerleuchteten Menschen ist: Es ist so gut wie unmöglich, das wirklich Wertvolle im Alltag zu leben – auch wenn auserwählte Leute eine andere Erfahrung haben mögen.

Meditation meets Marketing ist in diesem Sinne ein recht rebellischer Ansatz für ein neues Verständnis, wie wir in der Welt leben und arbeiten und dabei das Wesentliche im Blick behalten können – auch im Marketing. Es gibt größere berufliche Herausforderungen: Überlieferte Geschichten erzählen von Zen-Meistern, die Metzger sind und Tiere mit Ehrerbietung töten. Sie haben den Zusammenhang von Leben und Sterben so tief verinnerlicht, dass sie gewaltlos und mit Liebe fürs Leben töten können. Beispiele sind auch die Erzählungen von Sufi-Meistern, die Tag für Tag Schuhe reparieren oder Stoffe weben. Sie leben ihre Essenz ohne in irgendeiner Weise aufzufallen. Es ist die Art, wie sie mit den Dingen umgehen, die ihre Wesens-Schönheit ausmacht und nicht, welche Arbeit sie tun.

Es ist meiner Meinung nach an der Zeit, bekannt zu machen, dass Meditation und das Wesentliche im Leben mit demjenigen zusammenhängen, der jetzt diesen Beitrag liest -> du. Dass sich die Trennung des Lebens in weltlich und spirituell in dem vereint, der jetzt hier ist. Es ist die Absicht dieses Workshops, Techniken zu lehren, wie eine meditative Qualität ins Handeln einfließen kann, auch ins Marketing, oder in jeden anderen Beruf, der vom Teilnehmer ausgeübt wird.

Ein Beispiel: Die Meditationstechnik ‚Ich bin‚ ist eine der vorgestellten Meditationen dieses Workshops, die auf die Einheit von Essenz und der Welt hinweist.

 

Ich existiere.

Gehe tief in dieses Gefühl hinein.
Setze dich einfach hin und
gehe tief in dieses Gefühl hinein.

Ich existiere.
Ich bin.

Fühle es,
denke es nicht.

Die ganze Anleitung zur Meditation lesen

Zahlen für das, was wirklich wertvoll ist.

Als zweites möchte ich auf den Geldaspekt eingehen:
‚Was ich traurig finde ist, dass einfache Dinge, wie Meditation zu Geschäftsideen werden und aus allen Geld gemacht werden muss…‘ 

Thema Geschäftsidee Meditation.

Zunächst einmal wie oben beschrieben: Es ist nicht einfach, Meditation im Alltag zu leben. Doch das Bedürfnis danach besteht, es ist ein tiefes Bedürfnis ganz zu sein und die Trennung zwischen den Werten und dem alltäglichen Handeln gehen zu lassen. Meditation meets Marketing ist somit keine auf Profit gerichtete Geschäftsidee, sondern eine echte Unterstützung zur Erfüllung eines wahren Bedürfnisses.

Ok, die Welt – und ich in deren Vertretung – haben die Tendenz, aus Dingen, nach denen Bedarf besteht, Geld zu machen. Wenn ich den Einwand des Freundes recht verstehe, dann meint er, dass es die wahren Dinge umsonst geben sollte. Der Workshop ist also so wesentlich, dass er umsonst sein sollte. Da sind wir uns einig, was die Wertigkeit des Seminars anbelangt, danke!

Warum ich trotzdem Geld verlange.

Soweit funktioniert unser gemeinschaftliches Leben so: Was jemandem wertvoll ist, bekommt er gegen Bezahlung. Das nennt sich Marktwirtschaft. Ich finde das im Grunde einen guten Ansatz, wenn er nur auch für nicht-materielle Dinge eingehalten würde. Wenn wir Entspannung, Natur, Kreativität, Fröhlichkeit, Leichtigkeit, Liebe… in irgendeiner Weise bezahlen müssten, dann würden wir sie vielleicht mehr schützen und schätzen… Das nur mal als Anregung für die Wirtschaftswissenschaftler unter uns.

Zugegebenermaßen ist gesellschaftliche Rebellion nicht meine Stärke. Da ich es nicht besser weiß, tue ich das, was alle anderen auch tun: einen guten Workshop zu einem Preis anbieten, der weit unter seinem Wert liegt, da dort wirklich wahre Dinge erfahren werden können.

Traurig macht mich das nicht, eher froh.
Ist doch klasse, dass es sowas überhaupt gibt, nicht?

Dank dem Kommentator für die Anregung.

 

Zum Workshop ‚Meditation meets Marketing‘

 

2 Kommentare

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