Meditation ‚Ich bin‘: die große Verwandlung

Wie du lebendiger wirst und Wurzeln entwickelst: durch eine nicht ganz einfache Meditation 'Ich bin'.
Meditation 'Ich bin' - die große Verwandlung

Ich existiere. Gehe tief in dieses Gefühl hinein, setze dich einfach hin und gehe tief in dieses Gefühl hinein. Ich existiere, ich bin. Fühle es, denke es nicht. Denn du kannst es vom Verstand her sagen – ICH BIN – aber das bringt nichts. Dein Kopf ist das Hindernis. Rede dir nicht vom Kopf her ein: ‚Ich bin, ich existiere.‘ Das bringt nichts, ist sinnlos. Dann missverstehst du.

Spüre es bis in die Knochen. Fühle es am ganzen Körper. Erlebe es als ein großes Ganzes, nicht im Kopf. Spüre einfach hin – ich bin. Formuliere nicht die Worte ‚ich bin‘.

Mache kein Mantra daraus, setze dich nicht hin und murmele: ‚Ich existiere.‘ Das ist unnötig. Jeder weiß, und auch du weißt, dass du existierst. Das bringt also nichts, das ist sinnlos. Fühle es – ich existiere. Es zu fühlen ist etwas ganz anderes, ganz und gar anderes.

Experimente in der Welt des Alltags

Versuche es. Und das kannst du überall tun. Ob du nun gerade in einem Bus sitzt oder mit dem Zug unterwegs bist oder einfach nur da sitzt oder auf deinem Bett ausgestreckt liegst. Versuche, die Existenz so zu fühlen, wie sie ist. Denke nicht darüber nach.

Wenn du beginnst, die Existenz zu spüren, wird die gesamte Welt für dich lebendig werden – neu, in ungeahnter Weise, wie du sie noch nie erlebt hast. Dann gehst du durch dieselbe Straße, aber die Straße ist nicht mehr dieselbe, weil du jetzt fest auf dem Boden der Existenz stehst. Du begegnest denselben Freunden, aber sie sind nicht dieselben, weil du anders bist.

In ‚Ich bin‘ verwurzelt sein

Wenn du Wurzeln hast, dann bist du eins mit dem Ganzen und dann existiert die Existenz für dich, Du bist kein Bettler. Plötzlich bist du ein Kaiser geworden.

Und während du dies empfindest, versuche nicht es einzugrenzen. Fühle seine Unbegrenztheit. Ziehe ihm keine Grenzlinie. Es gibt keine; es hört nirgendwo auf. Die Welt fängt nirgendwo an, die Welt hört nirgendwo auf. Die Existenz hat weder einen Anfang noch ein Ende. Und auch du hast keinen Anfang und kein Ende.“

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Osho, Zitat – Auszug aus
dem tantrischen Buch der Geheimnisse

 

Erinnere dich: Du bist

„Wo immer du auch bist, erinnere dich daran, dass du bist. Diese Bewusstheit, dass du bist, sollte eine bleibende Qualität sein. Nicht dein Name, nicht deine soziale Schicht, nicht deine Nationalität – das sind sinnlose Dinge, völlig nutzlos. Erinnere dich nur an eins: Ich bin. Dies darf nicht vergessen werden. Während du gehst, sitzt, isst oder sprichst, erinnere dich daran: Ich bin.

Es wird schwierig und sehr anstrengend sein. Zu Beginn wirst du es immer wieder vergessen: Es wird nur einzelne Momente geben, in denen du dich hellwach fühlst, dann ist es wieder weg. Aber sei nicht unglücklich darüber; auch einzelne Momente sind schon viel. Mach weiter, wann immer du dich daran erinnern kannst, nimm den roten Faden wieder auf. Wenn du es vergisst, mach dir nichts draus; erinnere dich wieder, und nach und nach werden die Zwischenräume kürzer, die Abstände werden langsam wegfallen, und eine fortwährende Bewusstheit wird entstehen.

Sich erinnern und wahre Moral entsteht

Wenn deine Bewusstheit andauert, brauchst du dein Denken nicht zu benutzen. Dann gibt es kein Planen, dann handelst du aus deiner Bewusstheit, nicht aus deinem Denken. Dann bedarf es keiner Entschuldigung und es bedarf keiner Erklärung. Dann bist du, was immer du bist; es gibt nichts zu verstecken. Was auch immer du bist, das bist du. Du kannst nichts anderes tun. Du kannst nur in einem Zustand des konstantem Erinnerns sein. Mit diesem Erinnern, mit dieser Achtsamkeit kommt die wahre Religion, kommt die wahre Moral.

Das ist es, was die Hindus Selbst-Erinnerung nennen, was Buddha rechte Achtsamkeit nannte, was Gurdjieff Selbst-Erinnern nannte und was Krishnamurti Bewusstheit nennt. Das ist der Hauptbestandteil von Meditation, sich daran zu erinnern: Ich bin.

Du brauchst nicht im Geist vor dich hinsagen, ‚ich gehe‚. Wenn du es vor dich hinsagst, ist das nicht Erinnern. Du musst dir nonverbal bewusst sein: ‚Ich gehe, ich esse, ich rede, ich höre‚. Was immer du auch tust, das ‚Ich‚ im Innern sollte nicht vergessen werden; es sollte gegenwärtig bleiben.

Der Unterschied von Ego und dem Bewusstsein ‚Ich bin‘

Sich an ‚Ich bin‚ zu erinnern, das hat nichts mit Selbstbewusstsein zu tun. Es ist das Bewusstsein deines Selbst. Selbstbewusstsein, das ist Ego. Bewusstsein deiner Selbst ist ‚Asmita’…Reinheit – einfaches Bewusstsein darüber, dass ‚ich bin‘.

Normalerweise ist deine gesamte Bewusstheit auf ein Objekt ausgerichtet. Du schaust mich an: Deine gesamte Bewusstheit bewegt sich auf mich wie ein Pfeil zu. Du bist auf mich ausgerichtet. Selbst-Erinnern bedeutet, dass du einen doppelten Pfeil haben musst: Die eine Seite des Pfeils zeigt auf mich, eine andere Seite zeigt auf dich. Ein doppelter Pfeil, das ist Selbst-Erinnerung.“

 

Osho, Zitat – Auszug aus The Empty Boat / Yoga: The Alpha & Omega

 

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