PutZEN – außen wie innen

PutZen ist eine spirituelle Angelegenheit, bei der der Boden und gleichzeitig das Bewusstsein des Putzenden sauber werden.
PutZen - innen, wie außen

Lieber Freund,
Dein Herz ist ein polierter Spiegel.
Du musst ihn von den staubigen Schleiern sauber wischen,
die sich auf ihm angesammelt haben,
denn sein Schicksal ist es,
das Licht göttlicher Geheimnisse widerzuspiegeln.

Al-Ghazzali

 

Meditation reinigt von Konditionierungen und Vorstellungen, die die Sichtweise verstauben. Der ständige Gedankenstrom ist wie Schmutz, der sich auf das legt, was wirklich ist. In vielen Traditionen wird Bewusstsein mit einem Spiegel verglichen, der durch Staub verunreinigt wurde und durch Meditation wieder sauber gemacht wird.

Meditierende Menschen könnten also auch als Putzfrauen und Putzmänner bezeichnet werden!

PutZen – eine spirituelle Angelegenheit

Vor einigen Jahren bot ich einen Kurs „PutZen“ an – den inneren und äußeren Spiegel reinigen. In dem Wochenendseminar wurden die Wunden vor allem von Frauen geheilt, die im Alltag ja meist immer noch die wenig wertgeschätzte Aufgabe des PutZens übernehmen.

Im Zen ist PutZen eine höchst spirituelle Angelegenheit: „Uns wurde gesagt, dass PutZen die Seele reinigt. Man wäscht so alle schlechten Gedanken und Taten mit ab“, erzählt eine Touristin über ihren Aufenthalt in einem Zen Kloster in Japan.
Aus einem Bericht des NDR über Aufenthalte in japanischen Klostern zur Stressbewältigung, der Link ist leider nicht mehr verfügbar.

Schweigen reinigt die Seele

Meditation an sich ist eine ständige Reinigung. Stille reinigt das Bewusstsein:
„Wir plappern den ganzen Tag so viel Unnötiges, Unbedachtes, auch Negatives vor uns hin, und wir belasten damit unsere Seele sehr, ohne es zu bemerken. Schweigen ist Reinigung für die Seele.
Nikolaus Klein (der Link steht leider nicht mehr zur Verfügung)

 

Zentriert PutZen – eine Audio Anleitung von Samarpan

 

Meditation ist inneres Saubermachen

Meditation bedeutet also, sauber zu machen, zu putZen, den inneren Spiegel klar zu wischen.

„Wenn man in Meditation fortschreitet, wird der Geist mehr und mehr gezähmt, und schließlich verlagert man den Fokus der Meditation auf sich selbst. Infolgedessen entsteht ein Gefühl von großer Freude, Klarheit, und ein weiter, durchdringender Sinn für Leerheit.“
Buddhismus heute

Beim PutZen außen und innen bewusst wahrnehmen

Im Folgenden ein Erfahrungsbericht von Meredith, einem Blogger, der sich „Graceful Presence“ nennt und der beim PutZen auch den inneren Spiegel säubert:

„Wenn ich sauber mache, dann schwirren viele Gedanken in mir herum und ich erkenne, dass während des PutZens auch ein wichtiges Ausmisten in mir selbst geschieht.

Die Gedanken bewegen sich in einem Fluss von Bewusstsein und ruhen sich einen Moment lang auf etwas aus, das gerade ein wenig Staubwischen benötigt. Ich nehme diese Gedanken genau wahr und versuche sie dann gehen zu lassen.

Während des PutZens denke ich über das Metapher des Spiegelpolierens nach. Wenn ich meinen inneren Spiegel ansehe, was sehe ich darin, ganz ehrlich?

Was ist dieser Schleier, der mein Herz bedeckt? Was ist dieser staubige Schleier von Ansammlungen aller Art, der das Hervorscheinen meiner reinen Gegenwart behindert?
Blog Graceful Presence

Helden, die den Boden wischen

Es gibt einen Film von Doris Dörrie „Erleuchtung garantiert“, bei dem die beiden Helden in einem Zen Kloster den Boden wischen müssen. Als der eine es endlich kann, begreift er, warum PutZen Teil der Kloster-Routine ist:
Er wische nicht nur den Boden, triumphiert er, er wische auch seine Sorgen weg, jeden Tag ein paar mehr!
Erleuchtung Garantiert!

„Als wir „Erleuchtung garantiert“ in einem Kloster in Japan gedreht haben, hat mich der Abt ausgelacht, weil er gesehen hat, dass ich wie eine Fliege gestrampelt habe gegen dieses starre Netz von Ritualen.

Du verstehst es halt nicht, hat er gesagt, du sollst nicht putzen, um zu putzen, sondern du putzt dich selbst.“
Doris Dörrie

Die Rose im Abfall

Und schließlich noch einen Hinweis von Thich Nhat Hanh für Putzfrauen und Putzmänner, die Schwierigkeiten mit dem Gestank des (eigenen) Mülls haben:

Im Abfall sehe ich eine Rose.
In der Rose sehe ich den Abfall.
Alles ist in Verwandlung.
Selbst die Beständigkeit ist unbeständig.

Abfall, der wertvoll wird

Abfall kann zuweilen furchtbar stinken, insbesondere organischer Abfall. Aber er kann auch in wertvollen Kompost umgewandelt werden, mit dem wir den Garten düngen. Die duftende Rose und der stinkende Abfall sind zwei Aspekte derselben Existenz.

Ohne das eine kann das andere nicht sein. Alles ist in Verwandlung. Die Rose, die nach einer Woche verdorrt ist, wird zu einem Teil des Abfalls. Aber nach sechs Monaten wird der Abfall wiederum verwandelt in eine Rose.“
Thich Nhat Hanh

 
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PutZEN - innen wie außen

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