Über Traurigkeit zum innersten, kosmischen Kern gelangen

Zuerst sich 7 Tage ganz der Traurigkeit hingeben, 7 Tage den Zustand beobachten und dann 7 Tage in Glückseligkeit verbringen. Sich ganz vom Kosmischen durchdringen zu lassen. Eine Meditation für Fortgeschrittene.
Über Traurigkeit zum innersten Kern gelangen

Empfinde, wie deine Substanz –
Knochen, Fleisch, Blut –
von der kosmischen Essenz gesättigt ist

Weisheit aus dem tantrischen Buch der Geheimnisse

 

Der 1. Schritt: 7 Tage zutiefst traurig sein

„Gehe es mit ein paar einfachen Experimenten an. Mache zum Beispiel 7 Tage lang folgendes einfaches Experiment:

Empfinde dich bis ins Blut, in die Knochen, ins Fleisch, im ganzen Körper von Traurigkeit durchdrungen – jede Körperzelle ist traurig, ringsum herrscht dunkle Nacht; sehr belastend, bedrückend; kein einziger Lichtstrahl, keine Hoffnung – düster, so, als müsstest du sterben.

Da pulsiert kein Leben in dir. Es ist, als hätte der Tod sich bereits eingenistet oder wäre gerade dabei.

Versetze dich 7 Tage lang in das Gefühl, dass sich der Tod nun im ganzen Körper breitmacht. Stell dir das fortwährend so vor, rühre nicht an diese Stimmung.

Der 2. Schritt: Sich wahrnehmen

Und dann, nach 7 Tagen, sieh zu, wie du dich fühlst. Du wirst nur noch eine tote Last sein. Nirgends mehr ein Gefühl, der Körper wird sich nicht mehr lebendig anfühlen.

Und was hast du getan?

Du hast weiter gegessen, du hast alles genau so weiter gemacht wie bisher; die einzige Veränderung hat in der Vorstellung stattgefunden. Eine neue Vorstellungswelt hüllt dich jetzt ein.

Der 3. Schritt: 7 Tage in Glückseligkeit leben

Versuche danach dann 7 Tage lang in einem Strom der Seligkeit zu leben – darin zu treiben; jeder Atemzug schenkt dir Ekstase. Empfinde es einfach.

Beginne mit 7 Tagen Traurigkeit und gehe dann 7 Tage lang zum Gegenteil über. Und wenn du ins genaue Gegenteil übergehst, wirst du es umso besser spüren können, des Kontrasts wegen.

Erst danach kannst du dich auf das Experiment dieser Technik hier einlassen.

Denn sie geht tiefer als Glück. Traurigkeit ist die Oberfläche, Glück ist in der Mitte, aber hier geht es um den letzten Kern, den innersten Kern, um die kosmische Essenz.

Habe das Gefühl, als würde dich das Göttliche durchströmen: Du existierst nicht, aber das Kosmische existiert in dir, das Göttliche existiert in dir.

Wenn du dich hungrig fühlst, fühlt es sich hungrig. Dann wird die Nährung des Körpers zu Andacht. Wenn du Durst empfindest, empfindet es Durst – das Kosmische in dir.

Wenn du dich müde fühlst, fühlt es sich müde, braucht es Ruhe, Entspannung. Wenn du jung bist, ist es jung in dir. Wenn du dich verliebst, verliebt es sich.

Die Verantwortung ans Kosmische abgeben

Sei durchdrungen vom Kosmischen und zwar restlos durchdrungen von ihm. Mache keinerlei Unterschied. Ob gut, ob schlecht – was immer geschieht, das geschieht ihm.

Halte du dich ganz heraus, du bist nicht mehr da – nur es ist da. Was immer also geschieht, es mag Gutes sein oder Schlimmes, Himmel oder Hölle, es widerfährt ihm.

Gib alle Verantwortung an das Göttliche ab, und du bist nicht mehr da. Dieses ‚Nichtmehrdasein‚, das dir diese Technik bescheren kann, ist das Höchste an Religion. Aber du musst davon durchdrungen, davon gesättigt sein.

Vom frühesten Morgen an, wenn du das Leben erwachen spürst, wenn du bemerkst, dass der Schlaf jetzt vorbei ist, muss dein erster Gedanke dieses Durchdrungen-Sein sein: Jetzt tut sich das Göttliche auf, erwacht aus dem Schlaf – nicht du.

Daher machten die Hindus, die zu den tiefschürfendsten Völkern der Erde gehörten, ihren ersten morgendlichen Atemzug immer mit dem Namen Gottes.

Und wenn du dann morgens aufstehst und merkst, dass der Schlaf aufgehört hat, dann denke daran, dass jetzt das Göttliche aufsteht. Der ganze Tag wird anders dadurch. Und du bist durchdrungen davon – was immer du tust oder nicht tust, lass es vom Göttlichen besorgen, lass es ganz einfach geschehen.

Überlasse alles dem Göttlichen

Iss, schlafe, arbeite – aber überlasse das alles dem Göttlichen. Nur so kannst du von ihm durchdrungen sein, kannst du eins mit ihm werden.

Und wenn du erst einmal fühlst, und sei es nur für einen einzigen Augenblick – auch nur einen einzigen Augenblick lang, sage ich! – dass jetzt der Höhepunkt da ist, dass du nicht mehr da bist, dass du jetzt vollkommen vom Göttlichen durchdrungen bist, dann bist du erleuchtet.

In diesem winzigen Augenblick, diesem zeitlosen Augenblick, wird sich dir das gesamte Mysterium des Lebens offenbaren.“

„Jetzt gibt es keine Angst
und jetzt gibt es keinen Tod.
Jetzt bist du das Leben selbst geworden;
es geht weiter und immer weiter.
Es endet nie,
es beginnt nie.

Dann ist das Leben Ekstase.“

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Osho, Zitat – Auszüge aus
dem tantrischen Buch der Geheimnisse

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