Dunkelheit Meditation (Darkness Meditation)

Dunkelheit ist die Mutter, die Mutter von allem. Anleitung für die stille Hingabe an die Dunkelheit.
Anleitung zur Dunkelheit-Meditation

„Genau wie das Leben eines Samens in der Dunkelheit des Erdbodens beginnt – oder auch das Leben eines Kindes in der Dunkelheit der Gebärmutter – so geschehen alle Anfänge im Dunkeln, denn die Dunkelheit ist der grundsätzliche Boden für alles, was beginnt.

Der Anfang ist mysteriös, deshalb wird die Dunkelheit benötigt. Der Anfang ist sehr zart und empfindlich und intim, das sind ebenfalls Gründe, warum Dunkelheit benötigt wird. Dunkelheit hat Tiefe und eine ungeheure Kraft zu nähren. Der Tag ermüdet, die Nacht regeneriert.

Der innere Tod in der Dunkelheit

Der Morgen wird kommen, der Tag folgt immer der Nacht. Doch du fürchtest dich vor Dunkelheit und möchtest sie vermeiden. Dann kann der Tag auch nicht geschehen. Wenn du die Dunkelheit überspringen möchtest, dann wird der Tag mit übersprungen.

Man muss durch die dunkle Nacht der Seele gehen, um zur Morgendämmerung zu gelangen. Der innere Tod kommt zuerst und dann beginnt das Leben.

Im normalen Verlauf kommt die Geburt zuerst und dann das Leben, doch in der inneren Welt geschieht genau das Umgekehrte: Zuerst geschieht ein innerer Tod und dann wirst du neu ins Leben geboren.“

 

Osho, Zitat – Auszug aus Meditation: The First and Last Freedom

Anmerkung:
Da in dieser Meditationstechnik langfristig die Türen zum Unbewussten geöffnet werden, ist die Darkness Meditation nur für psychisch stabile Menschen geeignet. Im Zweifel sollte sie über längere Zeit nur unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers praktiziert werden.

 

10 Gründe, die Dunkelheit zu lieben

 

Anleitung zur Darkness Meditation

  1. Entspannt in Dunkelheit starren (eine Stunde täglich)
  2. Sich neben Mutter Dunkelheit legen (einige Minuten)
  3. Im Alltag die Dunkelheit mit sich tragen (3 Monate lang)

 

Vertiefendes zur 1. Phase

Über das Starren in Dunkelheit

„Es ist schwierig, in die Schwärze zu starren. Es ist leicht auf eine Flamme zu starren oder auf irgendeine andere Lichtquelle, denn da gibt es ein Objekt. Du kannst deine Aufmerksamkeit darauf lenken.

Dunkelheit ist kein Objekt. Sie ist überall. Starre also in das Vakuum. Sei dabei entspannt und schaue in die Dunkelheit. Sie wird beginnen, in deine Augen einzudringen. Wenn die Dunkelheit in deine Augen kommt, dann trittst du auch in sie ein.“

Die negative Dunkelheit im Kopf

„Während dieser Meditationstechnik halte deine Augen offen. Wenn du die Augen schließt, dann siehst du eine andere Art Dunkelheit, eine mentale Dunkelheit im Kopf, die zu dir gehört. Diese Dunkelheit ist nicht echt. Sie ist ein negativer Teil von Dunkelheit, sie ist nicht positiv.“

„Gerade jetzt, in diesem Moment, siehst du Licht. Wenn du die Augen schließt, dann hast du Dunkelheit vor deinen Augen, doch diese Dunkelheit ist nur das Negativ des Lichts. Das ist auch so, wenn du auf ein Fenster siehst und dann deine Augen schließt, dann hast du eine negative Form des Fensters vor Augen.

Alle unsere Erfahrungen sind mit Licht verbunden. Wenn wir die Augen schließen, dann haben wir eine negative Erfahrung von Licht, die wir Dunkelheit nennen. Diese ist jedoch nicht echt, sondern nur in unserem Kopf.“

Positive Dunkelheit erfahren

„Öffne deine Augen und bleibe mit offenen Augen in der Dunkelheit. Du wirst eine positive Dunkelheit um dich herum erfahren. Starre in sie. Starre immer weiter in sie hinein. Es werden dir Tränen über die Wangen rollen, deine Augen werden schmerzen.

Kümmere dich nicht darum, starre einfach weiter. In dem Moment, in dem die echte Dunkelheit in deine Augen kommt, wird sie dir ein sehr tiefes, wohltuendes Gefühl geben. Wenn die echte Dunkelheit in dich eindringt, wirst du völlig von ihr erfüllt sein. Diese Dunkelheit wird dich von aller negativen Dunkelheit befreien.“

„Dunkelheit ist ein sehr tiefgehendes Phänomen. Die Dunkelheit, die du in dir hast, ist negativ, sie ist gegen das Licht gerichtet. Das ist keine wahre Dunkelheit, sie ist von dieser Dunkelheit, die Shiva als die „Form aller Formen“ beschreibt, verschieden.“

Angst vor Dunkelheit

„Wir haben so große Angst vor der Dunkelheit, dass wir viele Lichtquellen zu unserem Schutz erschaffen haben. Wir leben in eine hellen Welt. Wir haben völlig den Kontakt mit der echten Dunkelheit verloren. Wir stehen mit dem Rücken zu ihr.“

„Wenn die Dunkelheit in dich eindringt, dann dringst auch du in sie ein. Das ist immer gegenseitig, beidseitig. Du kannst in das kosmische Phänomen nicht eintreten, ohne dass das kosmische Phänomen in dich eintritt. Du kannst den Eintritt nicht erzwingen.

Nur wenn du zur Verfügung stehst, offen bist, verletzlich und du den Weg für jeden kosmischen Bereich ebnen willst, dann wird er in dich kommen. Du kannst es nicht erzwingen, du kannst es nur erlauben.“

Begegnungen mit Ungeheuern

„Vollkommene Dunkelheit bringt alle primitiven Ängste ins Bewusstsein. Du wirst Monstern ins Auge schauen und deinem eigenen Unbewusstsein begegnen. Es ist so, als ob du durch die ganze vergangene Zeit gehen wirst.

Tief aus deinem Unbewussten werden viele Dinge auftauchen. Sie werden alle wie echt aussehen. Es kann sein, dass du dich fürchten wirst, denn sie erscheinen so wahr zu sein… und, sie sind nur Kreationen deines Kopfes.“

„Du musst dich mit deinem Unbewussten arrangieren. Diese Meditation in Dunkelheit wird deine ganze Verrücktheit vollkommen absorbieren.

Versuche es einmal. Jede Nacht bleibe eine Stunde in der Nacht mit der Dunkelheit. Tue gar nichts, starre einfach in die Dunkelheit. Du wirst fühlen, wie du zu schmelzen beginnst und etwas in dich eindringt und du in etwas eindringst.“

3 Monate lang 1 Stunde täglich

„Wenn du mit der Dunkelheit drei Monate lang eine Stunde am Tag lebst, dann wirst du dein ganzes Gefühl von Individualität und Abtrennung verlieren. Dann bist du keine Insel mehr, du wirst zum Ozean. Du wirst mit Dunkelheit zu einem Ganzen.

Dunkelheit ist dem Meer so ähnlich – nichts ist so weit, nichts ist so unendlich. Nichts ist dir so nahe und vor nichts fürchtest du dich so sehr. Dunkelheit ist gleich ums Eck und wartet auf dich.“

 

Osho, Zitat – Auszüge aus Meditation: The First and Last Freedom

 

Vertiefendes zur 2. Phase

Über das Liegen in Dunkelheit

„Lege dich hin und fühle, dass du deiner Mutter ganz nahe bist. Die Dunkelheit ist die Mutter, die Mutter von allem.

Überlege einmal: Wenn es überhaupt nichts mehr gäbe, was bliebe dann übrig? Du kannst dir höchstens Dunkelheit vorstellen. Wenn alles verschwindet, die Dunkelheit wird doch da sein.“

„Dunkelheit ist die Mutter, der ursprüngliche Schoß. Lege dich also hin und fühle, dass du in dem Bauch deiner Mutter liegst. Das Gefühl wird echt werden, es wird warm werden und bald wirst du fühlen, dass dich die mütterliche Dunkelheit von überall umgibt… und du bist mitten drin.“

 

Osho, Zitat – Auszüge aus Meditation: The First and Last Freedom

 

Vertiefendes zur 3. Phase

Über die Dunkelheit im Alltag

„Während du dich bewegst, zur Arbeit gehst, sprichst, isst, was auch immer tust, trage einen Flecken Dunkelheit in dir. Die Dunkelheit ist in dich eingedrungen, trage sie mit dir.

Du wirst so entspannt und ruhig werden, so kühl, dass das auch von anderen wahrgenommen werden kann. Einige Menschen werden vor dir davonrennen, sie werden sich vor dir fürchten.

Sie werden ein derart stilles Wesen nicht ertragen können. Wenn du Dunkelheit den ganzen Tag in dir trägst, dann wird dir das helfen, abends in der Meditation der äußeren Dunkelheit zu begegnen.“

Tiefe Entspannung

„Du brauchst dich einfach nur daran zu erinnern, dass du in dir Dunkelheit hast, dass du in jeder Pore und Zelle mit Dunkelheit erfüllt bist – das wird dich völlig entspannen.

Versuche es. Du wirst dich ganz entspannt fühlen. Alles in dir wird sich verlangsamen.

Du wirst nicht mehr rennen können, du wirst stattdessen gehen und auch das Gehen wird sich verlangsamen. Du wirst dich so langsam wie eine schwangere Frau bewegen. Du wirst vorsichtig gehen, denn du trägst etwas in dir.

Du wirst dich nicht mehr übereifern, überaktiv sein oder verspannen. Dein Schlaf wird so tief sein, dass die Träume verschwinden werden. Du wirst dich wie im Glücksrausch bewegen.“

 

Osho, Zitat – Auszüge aus Meditation: The First and Last Freedom

 

Wo findet man völlige Dunkelheit?

Vielleicht gibt es ein Badezimmer ohne Fenster in deinem Appartement? Oder eine Besenkammer? Die meisten Osho Zentren haben Räume für die Darkness Meditation und veranstalten regelmäßig Abende mit der Darkness Meditation.

 

4 Kommentare

  • ich habe letztes Jahr eine Woche in der Dunkelheit verbracht. es war für mich die wichtigste Woche meines Lebens – aber viel zu kurz. Deshalb werde ich heuer eine 2wöchige Dunkelreise starten. Meine größte Sorge war, dass es mir extrem langweilig wird – so ganz mit mir alleine; aber diese Angst war unbegründet – langweilig wurde mir keine Minute! Durch das Starren in die Dunkelheit veränderte sie sich und zeigte sich mir in den schönsten Regenbogenfarben. Nach dem 3. Tag war ich immer von einem fahlen Licht eingehüllt und ich lag mal in einem Felsendom, mal in einer herrlich frisch verschneiten Schneelandschaft – dabei immer wissend, dass ich mich in einem Zimmer befand. Das alles war sehr spannend, aber das wirklich spannende war die aufregende Reise in mein Inneres.

    • Liebe Cornelia,
      ja, die Dunkelheitmeditation ist wundervoll. Wenn du sie so lange machst, dann lass dich aber von jemandem begleiten, der sich mit Meditation auskennt. Es ist eine intensive Meditation, die den Verstand ganz schön aushebeln kann. Ich würde nicht empfehlen, das alleine zu machen. Vielleicht an einem Platz, wo mehrere Leute meditieren?
      Herzliche Grüße
      Samarpan

    • hi Julia, google das mal, es gibt viele Leute, die das anbieten. Ansonsten, falls du in der Nähe von Köln bist, kannst du mal beim Osho Uta Institut anfragen, dort wird diese Meditation regelmäßig gemacht… Liebe Grüße, Samarpan

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