Entdecke dein wahres Wesen – Meditationsanleitung

In dieser Meditation aus der Tradition des Tantra wird der Körper und der Verstand von innen erforscht und mit Bewusstheit durchdrungen. Während der bewussten, inneren Ansicht von Körper und Verstand enthüllt sich das wahre Wesen – das, was nicht durchdrungen werden kann.
Entdecke dein wahres Wesen

Die tantrische Weisheit:

Schaue dir bei geschlossenen Augen
dein inneres Wesen bis ins einzelne an.
Entdecke so dein wahres Wesen.

 

Schaue so oft wie möglich nach innen

„Schließe die Augen. Jedesmal, wenn du das Gefühl hast, dass es leicht ist und du die Zeit dazu hast, schließe die Augen und halte dann innerlich alle Bewegungen der Augen an. Lass keine Bewegung zu.

Fühle!

Erlaube keine Bewegung. Unterbinde alle Augenbewegungen. Habe das Gefühl, als ob sie zu Steinen geworden wären und dann verharre in diesem versteinerten Augenzustand. Tue überhaupt nichts, verharre einfach so. Plötzlich, eines Tages, wird dir bewusst werden, dass du in dich selber hineinschaust.

Erkennen: ‚Ich bin nicht der Körper‘

Diese Meditation ist sehr hilfreich, wenn du dich einmal von innen her umsehen willst. Und das verwandelt deine ganze Bewusstheit, deine ganze Existenz. Denn wenn du dich innen umsehen kannst, wirst du augenblicklich anders in der Welt sein. Diese falsche Identität, derzufolge ‚ich der Körper bin‘, kommt allein daher, dass wir unseren Körper immer nur von außen ansehen.

Dadurch, dass du dir deinen Körper von innen ansehen kannst, wird der Schauende verändert.

Du kannst deine Bewusstheit in deinem Körper vom Kopf bis zu den Zehen dringen lassen und nun im Inneren des Körpers ‚eine Runde drehen‘. Und wenn du erst einmal in der Lage bist, dir alles von innen her anzusehen und dort herum zu wandern, dann ist es überhaupt nicht schwer, über den Körper hinaus zu gehen.

Der 1. Schritt:
Schaue dich innen im Körper um

Schließe die Augen,  sehe dein inneres Wesen im einzelnen und wandere innerlich von Körperteil zu Körperteil. Gehe nur zu deinem Zeh – vergiss den ganzen Körper – gehe zum großen Zeh. Bleibe dort und schaue dich um. Dann gehe durch die Beine, komme immer weiter nach oben, gehe zu jedem Körperteil.

Wenn du deinen Körper ganz von innen sehen kannst, dann kannst du nie wieder der Illusion verfallen, selbst der Körper zu sein. Dann wirst du von ihm verschieden bleiben – ganz und gar verschieden. Du bist zwar in ihm, aber du bist nicht der Körper. Das ist der erste Schritt.

Dann kannst du gehen wohin du willst, dann hast du Bewegungsfreiheit. Bist du erst einmal vom Körper befreit, von der Identifikation von ihm befreit, dann kannst du innen hingehen, wohin du willst.

Der 2. Schritt:
Die Höhle des Denkens ansehen

Jetzt kannst du in deinen Denk-Stoff einsteigen, tief in den Körper gehen. Jene 9 Schichten, die innen und unbewusst sind lassen sich nunmehr wahrnehmen.

Diese Schichten sind die innere Höhle des Geistes. Wenn du diese Höhle betrittst, wirst du dich auch davon trennen können. Dann wirst du sehen, dass auch der Verstand ein Gegenstand ist, den du dir ansehen kannst. Und dass das, was das Denken betritt und durchdringt, wiederum getrennt und anders ist.

Dieses Betreten des Verstandes ist es, was mit ‚innerem Wesen im einzelnen‘ gemeint ist. Körper und Denken sollten beide betreten und von innen her angesehen werden.

Dein wahres Wesen ist das,
was nicht durchdrungen werden kann

Dann bist du einfach nur ein Zeuge und in diesen Zeugen kann man nicht eindringen. Darum ist er dein innerster Kern: Das bist du.

Alles, was durchdrungen werden kann, was gesehen werden kann, das bist du nicht. Erst wenn du zu dem gekommen bist, was nicht durchdrungen werden kann, was nicht beobachtet werden kann, bist du zum wahren Selbst gelangt. Du kannst deinen Ursprung nicht wahrnehmen, er ist der Wahrnehmende selbst, vergiss das nicht. Das wäre absurd.

Die geschlossenen Augen unbeweglich halten

Wie also diese Meditationstechnik machen?

Wenn du sie versuchst, schließe die Augen und unterbinde dann die Augenbewegungen. Lasse deine Augen einfach wie Steine werden. Keine Bewegungen sind erlaubt.

Plötzlich … eines schönen Tages, während du diese Übung machst, wird es geschehen, dass du fähig wirst, nach innen zu schauen. Die Augen, die sonst immer nach außen schauten, werden sich nach innen kehren und du wirst einen Blick ins Innere werfen.

Danach gibt es keine Schwierigkeit mehr. Wenn du erst einmal den Blick nach innen hast, wirst du wissen, was zu tun ist und wie man weitergeht. Nur der erste Blick ist schwierig. Danach hast du den Bogen raus. Danach wird es einfach sein.

Jederzeit kannst du nun die Augen schließen, deine Augen statisch machen und so das innere Reich betreten.“

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Osho, Zitat – Auszüge aus
dem tantrischen Buch der Geheimnisse

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