Die Grundlagen der Meditation: entspannen, beobachten, nicht bewerten, feiern

Die Grundlagen von Meditation sind entspannen, beobachten, nicht bewerten und feiern. Hier noch ein paar kritische Bemerkungen dazu.
Die Grundlagen der Meditation: entspannen, beobachten, nicht bewerten

Die 4 Grundlagen der Meditation:
entspannen — beobachten — nicht bewerten – feiern

… sind im Innersten das Gleiche. Es sind vier, miteinander verbundene Fingerzeige, die in die gleiche Richtung weisen – nach innen. In der Tiefe sind sie Ausdruck des selben Zustands, der Meditation. Sie unterstützen sich gegenseitig:

  • Entspannung macht es einfach, nicht zu bewerten…
  • Mit einer inneren, feierlichen Haltung, einem inneren Ja fällt wahrnehmen und entspannen leicht und wer feiert, den kümmert es nicht, die Dinge in gut und schlecht einzuteilen.

Entspannen, beobachten, nicht bewerten und das innere Ja können nicht wirklich voneinander getrennt werden. Sie hängen voneinander ab, sie sind interdependent. Diese vier Eigenschaften führen zu der selben Erfahrung, sie nennt sich manchmal Meditation, manchmal Tao, manchmal Nirvana, manchmal Dhamma, manchmal Bewusstsein oder Urgrund des Seins…

Kritische Hinweise für Meditierende

Entspannung hat viele Dimensionen

Entspannt und aufmerksam eine Tasse Tee zu trinken, das ist noch keine Meditation.

Die Medien berichten über Meditationen, die bei Stress helfen würden. Atem- und Yogaübungen oder eine geführte Fantasiereise tragen ohne Zweifel zu Entspannung bei, doch von dem tiefen Zustand von Meditation sind diese Entspannungsformen weit entfernt.

Meditation ist der Zustand einer solch tiefen Entspannung, wie wir uns sie noch nicht einmal vorstellen können. Diese Entspannung findet sich in jeder Zelle des Körpers, des Gehirns und des emotionalen Körpers. Tiefes Loslassen und Vertrauen, völlige Hingabe an das Leben – das ist die tiefere Ebene von Entspannung.

Wahrnehmen hat viele Dimensionen

Wir denken meist, dass wir wissen, was beobachten und wahrnehmen ist. Viele Menschen auf dem Weg meinen, sie würden sich selbst meditativ beobachten, doch in Wahrheit beobachtet der Verstand: ‚Ich‘ beobachte ‚mich‘. Das Ego beobachtet sich selbst und das hat nichts mit Meditation zu tun. Im meditativen Beobachten gibt es kein ‚Ich‘, da ist lediglich Beobachten.

Nicht bewerten hat viele Dimensionen

Sich zu bemühen, niemanden und nichts zu bewerten, das ist ein guter Anfang, doch auch das hat nicht viel mit dem Zustand der Meditation zu tun. Nicht zu werten, das ist der Zustand tiefster Entspannung, universeller Offenheit und Stille, ein Zustand, der alles umfasst, sogar das Bewerten. Zum Beispiel ist es möglich, einen Fehler als solchen zu bewerten und trotzdem in dem Zustand von Nicht-Werten zu sein….

Feiern hat viele Dimensionen

Sich zu betrinken kann zwar Teil von Feiern sein, ist hier jedoch nur mit Einschränkung gemeint. Feiern, das ist eine innere Haltung von Leichtigkeit und Freude zum Leben. Wenn kein Feiergefühl gerade zu finden ist, dann ist es hilfreich, so zu tun, als ob du einen Grund zu feiern hättest. Etwas vorzuspielen hilft manchmal, sich zu erinnern an das, was im Grunde für jeden natürlich ist: sich seines Lebens zu freuen.

Paradox? Ja. Meditation ist paradox.
Und dann auch wieder nicht — für den, der Erfahrungen macht.

Wie vorgehen?

Entspannung – beobachten – nicht bewerten – feiern, diese Zustände sind nicht herbei zu organisieren. Schließlich geht es bei allen vieren darum, Kontrolle loszulassen, das ‚Ich-Gefühl‘ (Ego) auf die Seite zu stellen und sich dem Moment hinzugeben. Organisiert – wer anders als das ‚Ich‘ würde versuchen, sich zu entspannen, zu beobachten, nicht zu werten und zu feiern?

Aufgrund dieses Dilemmas für den Meditierenden wurden von den Meistern der Meditation verschiedene Meditationstechniken zur Unterstützung entwickelt. Sie zielen darauf ab, über das ‚Ich‘ hinauszugehen und eine direkte Erfahrung von Meditation zu machen.

Aktive Meditationen umgehen den wertenden Verstand auf einzigartige Weise, es gibt nichts für ihn zu tun, der Körper schüttelt sich oder tanzt, und die Kontrolle wird nach und nach von selbst aufgegeben… Passive, stille Meditationen, wie die Vipassana Meditation, benötigen Erfahrung mit Meditation, denn es besteht die Gefahr, dass sich der innere Kontrolleur auf subtilere Ebenen zurückzieht.

Im Alltag: Kontrolle aufgeben und spontan sein

Die kontrollierenden Mechanismen des Verstandes verlieren bei einem spontan handelnden Menschen ihre Kraft. Spontaneität, Handeln ohne Nachzudenken, Handeln aus bewusster Präsenz, das ist die beste Möglichkeit, den kontrollierenden Gedanken ein Schnippchen zu schlagen.

Spontan sein? Ohne Kontrolle handeln? Oh je.
Ausprobieren! Zuerst in den Meditationen die innere Kontrolle lassen und dann im Alltag, beim Zähneputzen, duschen, abspülen, autofahren… Statt dessen entspannen, wahrnehmen, nicht werten und feiern!

Meditation ist nichts für Feiglinge. Meditation ist etwas für Menschen, die die Tiefen ihres Wesens erforschen und erleben möchten. Es ist ein intensiver Weg, der weit über Entspannungstechniken hinausgeht.

 
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2 Kommentare

  • Hallo,
    ich finde es schön auch mal einen kritischen Artikel zur Meditation zu lesen, das findet man ja nicht so häufig 😉
    Was ich immer wieder feststelle ist, dass viele eine falsche Erwartungshaltung mit der Meditation verbinden, sie sich dann verkrampfen und unter Druck setzen und dann die erwartete Wirkung auch nicht eintritt.

    Liebe Grüße,
    Markus

    • Hallo Markus,
      das ist meiner Meinung nach genau das Problem eines jeden Meditierenden, dass er oder sie erst einmal heraus finden müssen, wer sich da unter Druck setzt – gleichgültig ob beim Meditieren oder im Alltag. Und das ist alles andere als leicht…
      Du hast eine schöne, informative Webseite, Markus!
      Viel Erfolg damit.
      Herzlichst
      Samarpan