Test: Kannst du mit deinen Gehirnhälften spielen?

Teste hier, ob du deine Gehirnhälften flexibel einsetzen kannst. Und erfahre, was über das Gehirn hinausgeht: Meditation.
Test: Kannst du mit deinen Gehirnhälften spielen?

In diesem Newsletter geht es um die zwei Welten unserer Gehirnhälften. In wissenschaftlichen Studien hatten tibetische Mönche den folgenden Test gemacht und bewiesen, wie sie durch Meditation ihre Gehirnhälften unabhängig voneinander benutzen können. Mache selbst den Test und erfahre, ob du mit deinen Gehirnhälften spielen kannst.

Lies die Farben laut vor – nicht die Worte

Versuche, die Worte im Bild zu lesen.

1. Kannst du die Worte fließend lesen?
2. Kannst du dann die Farben vorlesen und nicht die Worte?
3. Kannst du, während du liest, deine Nasenspitze wahrnehmen?

 

Test: Kannst du mit deinen Gehirnhälften spielen?

Konflikt der Gehirnhälften

Was passiert in dem Test mit dem Gehirn? Beim Lesen entsteht ein Konflikt zwischen den beiden Gehirnhälften. Die eine Gehirnhälfte versucht, die Farbe zu bestimmen, während die andere darauf besteht, das Wort zu sagen.

Dieser Test wurde mit tibetischen Mönchen durchgeführt, die ihn ohne Schwierigkeiten bewältigten. Sie konnten die Worte genauso schnell vorlesen, wie die Farben. Woher kommt das? Menschen, die meditieren, haben die Fähigkeit, die Funktionen ihrer Gehirnhälften unbeteiligt zuzulassen.

Im Deutschlandfunk gab es Ende Dezember 2008 einen empfehlenswerten Hörfunkbeitrag, der darauf eingeht. Der Beitrag ist leider aus dem Netz genommen worden, das Manuskript ist noch zu lesen: Neuronen und Nirwana Teil 1, Wie das Gehirn die Welt bewältigt

Wechsle die Gehirnhälfte

Normalerweise befinden wir uns in der ‚Wort-Welt‘, was bei diesem Test, Probleme verursacht. Es ist jedoch relativ einfach, in die ‚Farb-Welt‘ zu wechseln. Probiere es aus:

Entspanne den Bauch und schaue mit weichem, offenen Blick auf alle Farben, ohne auf die Schrift zu achten. Entspanne! Es gibt nichts zu erreichen. Entspanne die Gesichtszüge. Dann gehe langsam von einer Farbe zur anderen, während du in der Entspannung bleibst. Der Zustand ist der eines Kindes, das sich einfach nur Farben ansieht und noch keine Worte lesen kann. Bleibe in dieser Welt und lese eine Farbe nach der anderen vor.

‚Wort-Welt‘ und ‚Farb-Welt‘ – Bilder für die Gehirnhälften

Das ist, was in Meditation passiert. Die Welt wird mit unschuldigem Blick gesehen, sie wird zur weiten und lebendigen ‚Farb-Welt‘. Was nicht bedeutet, dass nicht jederzeit wieder zur ‚Wort-Welt‘ gewechselt werden kann. Die ‚Wort-Welt‘ ist die Welt der Gedanken, Sorgen, Ängste. Ganz ähnlich wie beim Lesen in dem Test ist der Meditierende fähig, diese Welt lediglich wie eine Form anzusehen. Worte, Emotionen (Gefühls-Dramen) oder Gedanken sind vorhanden, doch wie die Worte im Test können sie unbeachtet beiseite gestellt werden.

Die ‚Farb-Welt‘ ist die ungefilterte, sinnliche Welt. Da gibt es Gerüche, Geschmack, Farben, Gefühle und Klänge, die direkt erfahren werden können. Die sinnliche ‚Farb-Welt‘ existiert genau jetzt und genau hier. Deshalb benutzen viele Meditationstechniken die Sinne, um aus dem unwirklichen Gedankenstrom der ‚Wort-Welt‘ in die Gegenwart und dessen Realität zu wechseln.

Beispiele für ‚Farb-Welt-Meditationen‘

Finde im Alltag Befriedigung 
Die Kunst des Zuhörens
Nur schauen – Meditation im Drama
Ohne Kopf gehen

Was über die Gehirnhälften hinausgeht…

Die Wahrnehmung der ‚Wort-Welt‘ und die direkte Erfahrung der ‚Farb-Welt‘ sind jedoch nicht das Ende der Reise. In der Meditation geht es über diese Welten hinaus, zu der einzigartigen Qualität, die beide Welten sehen kann. Zur bewussten Wahrnehmung dessen, was jenseits von Farben und Formen besteht. Es gibt viele Worte dafür: Stille, Urgrund des Seins, das Nichts, Ursprünglichkeit, der innere Buddha, Meditation…

Worte können nichts darüber erzählen – zumindest meine nicht.
Deshalb endet dieser Newsletter hier.

Noch ein Test:

Wie groß ist dein Potenzial zum spirituellen Guru?

 

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7 Kommentare

  • Um die Farben vorzulesen hab ich mindestens doppelt so lang gebraucht wie die Worte vorzulesen -> ich werde weiter täglich meditieren 🙂

    Lustig ist, dass ich das gleiche „Spiel“ gestern in einem Bahnhof gesehen habe.

    • Hi Stefan,
      geht mir ähnlich, ich brauche auch wesentlich länger mit den Farben. Zumindest anfangs. Nach etwas Zeit hat es mein Gehirn dann kapiert und dann gehts schneller… Ist jedenfalls ne gute Übung, ne?
      Gut, dass es das auch am Bahnhof gibt, denn meine Wahrnehmung verändert sich doch dadurch ziemlich. Nicht auszudenken, wenn viele Leute ihre rechte Gehirnhälfte aktivieren würden, da könnte sich doch glatt was ändern in der Welt (sagt die Hoffnung)…

  • Danke für den interessanten Artikel. Ausgelöst Durch dieses Video: http://youtu.be/pL3pRczi0_o beschäftige ich mich gerade etwas mehr mit dem Thema und finde es sehr faszinierend, wie die eher spirituellen Erfahrung von Meditation, Einheitsbewusstsein etc. so auch einen wissenschaftlichen Rahmen finden. Das Buch von Jill Bolte Taylor dazu ist auch sehr lesenswert! Herzliche Grüße