5 meditative Tipps, wie sich Sexualität in Lebensfreude verwandelt

Meditation und Sexualität beeinflussen sich positiv. Sexualität ist ursprüngliche Lebenskraft, die durch Meditation einen kreativen, lebensbejahenden Ausdruck findet. Ohne Meditation werden Mann und Frau von dieser überwältigenden Kraft oft in gewalttätige und destruktive Bahnen gezogen. Es ist Zeit, Sexualität zu verstehen und sie intelligent für das eigene Wachstum zu nutzen.
5 Tipps, Sexualität in Lebensfreude zu verwandeln

Unbewusste Sexualität erschafft Leiden

Wenn sexuelle Energie unbewusst gelebt wird, dann kommt es zu Situationen wie sie seit Jahrzehnten in den Schlagzeilen zu lesen sind. Sexismus und Gewalt haben oft mit unbewusster Sexualität von Männern und Frauen zu tun.

Depression und Suizid – nach innen gerichtete Gewalt – treten häufig bei Frauen auf, die sich der Kraft ihrer Sexualität nicht bewusst sind.

Männer werden zum Opfer ihres sexuellen Dranges und unbewusst tun sie alles, um die starken Sexenergien loszuwerden. Frauen rutschen in Selbsthass und Lethargie oder sie erleiden einen Burnout im ständigen Bemühen, jemandem zu helfen (nur nicht sich selbst).

Ohne Bewusstheit ist Sexualität in den meisten Fällen mit destruktiven Abhängigkeiten und Gewalt in vielen körperlichen und psychischen Abstufungen verbunden. Die unbewussten Muster rund um Sexualität erschaffen viel Leiden in der Welt.

Wie beeinflusst Meditation die Sexualität?

Durch Meditation lernt man seine sexuelle Energie kennen und vor allem wertschätzen. Ein Mensch mit starker Sexualität hat das Zeug zu hoher Intelligenz, zu einem Buddha – vorausgesetzt er/sie lernt, die Sexenergie in sich zuzulassen. Eine schwierige Angelegenheit, die hohe Bewusstheit über sich selbst erfordert.

Die Energie wird dann nicht mehr hinausgeworfen, sondern die manchmal überwältigende Kraft bleibt einfach bestehen – ohne sofort darauf zu reagieren. Diese Lebensenergie steht der Bewusstseinsfindung und Lebensfreude zur Verfügung.

Das Thema ist umfassend. Im Folgenden sollen nicht etwa Enthaltsamkeit oder Sexsucht befürwortet werden, sondern ganz praktische Tipps für Menschen gegeben werden, die neugierig sind und ihre Sexenergie erforschen möchten.

Hier also 5 Wegweiser für einen intimeren Umgang mit der eigenen sexuellen Kraft und der Nutzung von Sexualität für ein kultiviertes und freudvolles Leben.

Meditieren – mit oder ohne Partner?

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Ein Partner, mit dem bewusste Sexualität geübt werden kann, ist ein Geschenk, doch es geht auch ohne. Es gibt 112 tantrische Meditationen aus dem Buch der Geheimnisse, die zu 95 Prozent ohne Partner gemacht werden können.

Dort finden sich Methoden, die zunächst gar nicht sexuell aussehen, erst beim intensiven Ausprobieren enthüllt sich deren sexueller Hintergrund.

Meditationen wie „Finde Befriedigung im Alltag“ oder „Vertiefung von Glück“ helfen dabei, ein tieferes Verständnis der Wirkungsweise und Essenz von Sexualität auch im Alltag zu bekommen.

 

Was man braucht, um Sexualität bewusst werden zu lassen:

  1. Feinfühlige Aufmerksamkeit
  2. Experimentierfreude
  3. Entspannung
  4. Den Mut, alleine zu sein
  5. Einen geschützten, ungestörten Raum

 

1. Feinfühlige Aufmerksamkeit – die Basis jeder Veränderung

Durch Meditation wird erstmalig genau wahrgenommen, was sexuelle Energie überhaupt ist, wie sie sich anfühlt und wie sie die Psyche beeinflusst.

Anfangs mag das urteilsfreie Wahrnehmen dessen, was so stark schiebt und zieht ein schmerzlicher Prozess sein. Wie nie zuvor werden dem Meditierenden destruktive, sexuelle Abhängigkeiten sichtbar und bewusst.

Nicht umsonst ist Sexualität ein so starkes Tabu über Jahrhunderte hinweg. Hinzuschauen erschafft einen heilsamen Schmerz, den Beginn einer echten Veränderung.

Es fällt nicht leicht, den Druck zu spüren und auszuhalten, den die starke Lebensenergie aufbaut. Eine Empfehlung: Aktive Meditationstechniken unterstützen dabei, den Druck nach innen zu entlassen und zum Meister über Sexenergie zu werden.

2. Experimentierfreude

Ist der Meditierende mit seiner sexuellen Energie vertraut, dann beginnt die Zeit der Abenteuer – vorausgesetzt, es besteht ein JA für innere Experimente.

Eine innere, lebensbejahende Haltung ist wesentlich dafür, die notwendige Ausdauer und Liebe zu entwickeln, nicht ganz so angenehme Phasen ebenfalls anzunehmen.

Der tiefe Wunsch nach Veränderung gibt den Ansporn, mit sexueller Lebenskraft zu experimentieren und sie bewusst einzusetzen und auszurichten – oder sich ihr völlig hinzugeben.

Wie sich die Sexenergie in ihrer transformierten, bewussten Form ausdrücken wird, das hängt vom Individuum ab: Samurais bspw. nutzten ihre sexuelle Energie für Kampf. Oder, es gibt Berichte von tantrischen Paaren, die unter einer gemeinsamen Robe lebten und sich völlig ihrer beider Energien hingaben. Oder nehmen wir den lebenshungrigen Picasso, der seine Sexualität in gigantischen Bildern ausdrückte.

Befreite, bewusste sexuelle Energie kann sich in Kreativität ausdrücken, in tiefer Liebe zur Natur, auch in kleinen Dingen und Abenteuer jeglicher Art, mit und ohne Partner. Es liegt an dir, an deiner Individualität, wie du sie nutzen kannst.

Eine Anmerkung: Jede Lebensphase hat unterschiedliche sexuelle Herausforderungen. Es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Experimente dazu dienen, enthaltsam zu werden – auch wenn das eine mögliche Entwicklung sein kann.
Und: der Prozess der Verwandlung von Sexenergie benötigt  Zeit. Geduld.

3. Entspannung

Unbewusste, unerfüllte, sexuelle Energie ist drängend, drückend, ziehend, schiebend… Alles Dinge, die wir normalerweise nicht gerne zulassen und deshalb verdrängen möchten.

Wer Entspannung praktiziert, hat gute Chancen, sich selbst in Zeiten inneren Drucks auf Tiefenentspannung zu besinnen und nicht unbewusst von der Biologie gesteuert zu werden.

Entspannung von Körper und Geist lässt sich auf ganz individuelle Weise üben. Mancher geht Joggen und entspannt danach, der andere übt im Alltag mit Sekunden Meditationen oder wieder ein anderer macht autogenes Training oder Yoga.

Meditation ist individuell, forsche, was dich entspannt und vertraue deiner eigenen Natur.

4. Der Mut, alleine zu sein

Durch unsere sexuelle Energie werden wir an die Gemeinschaft gebunden, an das, was „in“ ist und was uns zu einem Teil der Gesellschaft macht. „In“ gehören wir dazu und haben Chancen, unsere Sexualität gesellschaftlich anerkannt zu leben.

„Out“ ist es schwieriger einen Partner zu finden, deshalb bestätigen wir lieber die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft, in welcher Form auch immer.

Gleichgültig ob in oder out, generell fällt es schwer, darauf zu vertrauen, dass es in Ordnung ist, seiner eigenen Energie die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Experimente mit Lebensenergie sind so intim, dass sie oft nur alleine oder mit einem engsten Vertrauten gemacht werden können. Zumindest eine Zeitlang ist es hilfreich, stundenweise jede Gemeinschaft zu vergessen und das Alleinsein aufrechtzuerhalten.

Ein Versprechen: Je mehr sexuelle Energie in Bewusstsein verwandelt ist, umso mehr wird Alleinsein zu „All-Eins-Sein“. Dann berühren die Welt und ihre Menschen und Lebewesen den Meditierenden in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit.

Gemeinschaft ist dann keine Frage von in oder out, sondern Gemeinschaft ist eine grundlegende, unzerstörbare Erfahrung, die immer ist. Das ist die Befreiung von jeglicher Einsamkeit.

5. Ein ungestörter Raum

Es braucht einen geschützten Rückzugsort, um mit tief im Unterbewusstsein sitzenden, biologischen Verhaltensmustern wie Sexenergie zu experimentieren.

Ein schöner, warmer, freundlicher, ungestörter Raum, in dem man sich wohl und sicher fühlt, dient der Entspannung und Fokussierung von Aufmerksamkeit.

Ein solcher Raum sollte zudem keine Uhr haben, er sollte ohne Zeit sein. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst, wenn sexuelle Energie zu spüren ist. Du hast jetzt die Chance, diese Energie genau wahrzunehmen. Verpasse sie nicht.

Ich möchte dazu ermutigen,
Sexualität bewusst zu leben.

Diese 5 Tipps sollen der Anregung und Ermutigung dienen, das schwierige und in der Tiefe unbewusste Verhalten um Sexualität ans Licht zu bringen. Mein Anliegen ist, zu Experimenten zu ermutigen, die unangemessenes und unbewusstes Verhalten verändern können.

Nicht nur das: Die innere Wahrnehmung und Wertschätzung der eigenen Sexualität und Lebenskraft befreit nicht nur den einzelnen, sie führt auch zu einem kultivierten Miteinander.

Letztendlich haben Menschen, die mit ihrer eigenen Lebensenergie umgehen können, ganz neue Möglichkeiten, diese Welt zu bewegen. Es ist ein inneres Abenteuer, das große Auswirkungen nach außen haben wird.

 

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5 meditative Tipps, seine Sexualität in Lebensfreude zu verwandeln

4 Kommentare

    • Sehr gerne, Dominik. Ich finde, das ist sooo ein wichtiges Thema. Wenn mir das nur früher jemand gesagt hätte, dass es viele Möglichkeiten gibt, Sexualität auszudrücken – mein Leben wäre anders verlaufen!
      Dir alles Gute
      Herzlichst,
      Samarpan

  • Liebe Lydia,
    danke für das schöne Feedback!
    Dass Männer (und Frauen) Machtphantasien haben, daran ist wohl kein Zweifel. Kurz, Menschen haben Machthunger, ganz besonders dann, wenn sie viel Kontrollverlust in ihrer Kindheit erleben mussten. Da müssen meiner Meinung nach auch die Frauen hinschauen, was ich an meinem eigenen Beispiel sehen konnte. Auch ich habe Männer dominiert, womöglich auf sanftere Weise, doch das ändert nichts daran, dass auch ich die Macht wollte. Das ist das Missverständnis mit der Selbstbestimmung…
    Und ich denke schon, dass Männer ganz biologisch gesehen, einen starken sexuellen Drang haben. Wir Frauen natürlich auch, doch ist der von den Männern nach außen gerichtet. Wir Frauen neigen dazu, den Drang in Gewalt gegen uns selbst auszuleben, sprich, uns für nicht wertvoll oder schön oder intelligent oder was auch immer zu halten. Das ist für mich die gleiche Unbewusstheit, nur die Richtung ist anders.
    So denke ich, wir Frauen haben ebenfalls noch viel zu lernen, was eine gesunde, lebensbejahende Sexualität anbelangt. Doch da tut sich ja auch schon viel.
    Jedenfalls danke ich dir für die interessante Anregung und schicke dir ganz herzliche Grüße,
    Samarpan

  • Liebe Samarpan, ich lese deine Artikel gerne. Lasse mich immer wieder gerne durch deine Texte anregen und habe mich gerade heute sehr über deinen Text zur gesunden Sexualität gefreut. Ich stimme dir in vielem zu.

    Dem Satz -„Männer werden zum Opfer ihres sexuellen Dranges.“ möchte ich, muss ich widersprechen. Es ist nicht die Lust auf Sexualität, die die Männer ( und manchmal auch die Frauen ) antreibt. Es ist die Lust auf Machtausübung, Sexualität ist dabei nur Mittel zum Zweck. Es geht nicht um Trieb, sondern um Macht.

    Und zustimmen möchte ich dir darin, dass gesunde, bewusst gelebte Sexualität etwas Wunder-bares ist. Vielen Dank für deinen Text.

    Beste Grüße, Lydia

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